Aktion „Freunde oder Fleisch“ – 800 Hunde in Chengdu vor Fleisch-Mafia gerettet

0
196

Animals Asia ist eine Tierschutzorganisation, die sich vor Ort um Tiere in Asien kümmert. Kürzlich konnten Tierschutzgruppen in der chinesischen Provinz Sichuan, die mit Animals Asia zusammenarbeiten, 800 Hunde retten, die für die Schlachtung zur Fleischproduktion vorge­sehen waren. Die Geschichte zeigt, dass sich durch mühevolle Arbeit auch im Tierschutz in China etwas ändert. Dies umso mehr, als Animals Asia in diesem Jahr ihr 20-jähriges J­ubiläum „Doktor Hund" hat – das erste tiergestützte Therapieprogramm, das in Asien eingesetzt ­wurde. Und mit der Kampagne „Freund oder Fleisch" klärt man die chinesische Öffentlichkeit über die Bedeutung und Bedürfnisse von Hunden auf.

In der Stadt Zi Gong in der chine­sischen Provinz Sichuan haben Tierschützer kürzlich einen Lastwagen angehalten, der etwa 800 in Käfige eingesperrte Hunde transportierte, die für die Schlachtung zur Fleisch­produktion vorgesehen waren. Angeführt wurde die Tierschutzaktion von den beiden örtlichen Gruppen Qi Meng und Home of Love.

In zähen Verhandlungen mit dem Hundehändler, zu dem die Tierschützer auch Behördenvertreter hinzuzogen, konnte der Freikauf der Hunde erreicht werden. Der Händler wurde für seinen finanziellen Ausfall entschädigt und unterschrieb eine Vereinbarung mit den Gruppen und Behördenvertretern, sich ­völlig aus dem Geschäft mit ­Hundefleisch ­herauszuziehen. Nach harten ­Verhandlungen einigte man sich auf den Betrag von 83.000 Yuan (ca. 9.500 Euro) für die Hunde und für die Käfige, die der Hundehändler nun auch nicht mehr benötigt.

Der Zustand der Hunde ist sehr schlecht. Einige sind tot und viele sind krank oder schwer verletzt. Derzeit werden sie auf Quarantänebereiche in den Anlagen der beiden Tierschutzgruppen aufgeteilt.

Die Tierschutzorganisation ­Animals Asia mit Sitz in Hongkong ist in beständigem Kontakt mit den beiden Gruppen und hat finanzielle Unterstützung zur Beschaffung von ­Futter sowie medizinische Hilfe und bei Bedarf auch technische Unter­stützung zugesagt. Auch Tierärzte vor Ort haben gemeinsam mit dem Tierarztverband von Chengdu mit Hilfsmaßnahmen begonnen.

Mit der Kampagne „Freunde oder Fleisch" setzt sich Animals Asia für ein Ende des Verzehrs von Hunden und Katzen in Asien ein. Bekannt wurde die Organisation durch die Rettungszentren für Mondbären in China und Vietnam, wobei mit den ­Regierungen beider Länder Vereinbarungen unterzeichnet wurden, um i­nsgesamt 700 Bären aus den Qualen von ­Farmen zur Produktion von Bären­galle zu retten (s. auch Artikel „Hunde und Bären in China: Die Chance der ­Veränderung", in WUFF 11/2007).

Keine Kommentare