Als Assa verloren ging …

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2011

Alltagsgeschichten

Manchmal machen sie einen verrückt, und im ­selben ­Moment muss man sie wieder lieben, besonders wenn sie mit ihrem jahrelang perfektionierten Hundeblick auf­warten. Mich begleitet ein solches Exemplar. ­Eine Labrador­dame namens Assa, im stolzen Alter von 12­ ­Jahren. Und sie wird, zumindest im Geiste, keinen Tag ­älter: schon gar nicht, wenn es ums Essen geht.

Es war ein ganz normaler Tag auf ­einem Reiterhof, der auch Urlaub für Feriengäste anbot. Großes ­Chaos in der Sommersaison, gefühlte 1000 Menschen. Irgendwie auf der Suche nach 15 freien Minuten, in denen man sich ungestört mit seinem Pferd in die Halle schleichen kann. Vom Hund natürlich wieder mal keine Spur – der muss ja alle begrüßen: Damit wirklich niemand vergisst Streicheleinheiten abzugeben.

Frauchen schaffte es – nach ungefähr zwei Stunden Warten auf den Hund – zumindest das Pferd zu bewegen. Wo ist nun der Hund? Mein erster Verdacht: der Misthaufen. Ich ging rüber, kein Hund da. Ich lief drei Mal um den Hof. Auch kein Hund da! Schön langsam wurde mir etwas ungut zumute, denn ich wusste mit 100% Sicherheit, dass Assa niemals freiwillig weglaufen würde. ­Wildern ist nämlich viel zu anstrengend.

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