Benno – italienischer Wuschelkopf mit starkem Lebensgeist

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Milz, Darm, naja, mit 16 Jahren hat jeder so seine Probleme. Doch Benno ist ein kleiner Kämpfer, ­genauso wie seine Familie. Solange er frisst wie ein Bär und den täglichen Spaziergang genießt, ist ein Hundeleben ein richtiges Hundeleben auch wenn die Schnauze schon grau ist. Welche Höhen und Tiefen Jessica Göthel mit dem Vierbeiner erlebt, berichtet die Wuff-Leserin selbst!

Ein Sommerurlaub in ­Sardinien, vor 16 Jahren, der alles ­ver­änderte: Meine ­Schwester fand am Strand einen kleinen ­schwarzen wuscheligen Vierbeiner und meine Eltern beschlossen den Kleinen zu retten. Der „Kleine" wuchs dann auf stattliche 30kg heran und wir tauften ihn auf den Namen Benno. Seit dem Sommer 1996 sind wir nun Seite an Seite groß geworden und gingen gemeinsam durch Höhen und Tiefen.

Zwei große Operationen
Mit stattlichen 14 Jahren ging es ­Benno dann plötzlich nicht mehr gut. Er lag apathisch da, konnte nicht mehr aufstehen, und wir eilten in die Tierklinik.

Die Ärzte gaben Benno keine Überlebenschancen. Doch für uns war die Zeit noch nicht gekommen, um Benno gehen zu lassen. Wir stimmten einer Notoperation zu, bei der ihm die Milz entfernt wurde. Nach dem Klinik­aufenthalt und mit viel Liebe schaffte Benno es tatsächlich wieder auf die Beine. Vielleicht hatte er es auch gespürt, dass wir ihn einfach nicht aufgeben wollten.

Ein Jahr später wieder eine schockierende Nachricht: Benno benötigte eine Darm-Spiegelung, da er aus dem Po blutete. Da es auch hier die Chance auf Heilung gab, wurde er am Darm operiert. Der 15-jährige ­Italiener kämpfte und überstand auch diese Operation. Nun musste seine Muskulatur wieder aufgebaut werden und wir suchten nach der passenden Therapie.

Unterwasserlaufband für Benno
Glücklicherweise fanden wir in naher Umgebung eine Praxis für Physio­therapie bei Hunden. Neben ­einzelnen Behandlungen mit Blutegeln läuft Benno einmal die Woche über 20 Minuten auf einem Unterwasserlaufband. Er betritt immer freudig die Praxis und ich habe das Gefühl, dass er merkt, dass ihm die gelenkschonende Fortbewegung im Wasser sehr gut tut. So kann Benno jeden Tag weiterhin mit uns ­spazieren gehen und seine Runden auf den ­Feldern drehen – wenngleich natürlich etwas lang­samer als früher. Wir haben die Lebenssituation natürlich etwas umgestellt. Vieles geht nicht mehr so schnell wie früher und manchmal sind Hilfestellungen nötig. Doch Benno war sein ganzes Leben für uns Menschen da und hat uns unheimlich viel Liebe und Geborgenheit gegeben, sodass nun wir dran sind.

Graue Schnauze – na und
Bennos Schnauze ist doch langsam ergraut und man sieht ihm das fortgeschrittene Alter schon an. Oft werde ich beim Spazierengehen gefragt, wie alt Benno denn sei. Und wenn ich sage, 16 Jahre, dann höre ich oft ein „Oh, der Arme". Ich frage mich oft, wieso Benno zu bemitleiden ist. Weil er alt ist? Bemitleiden wir auch alte Menschen? Nein, wir freuen uns, wenn es ihnen den Umständen entsprechend gut geht. Und so ­sollte es auch bei den Tieren sein. Trotz ­seines hohen Alters, strahlt Benno viel Lebensfreude aus, bringt uns täglich zum Lachen und kann den Alltag dank dem regelmäßigen Training meistern.

Es gibt heutzutage für ältere ­Hunde so viele Therapie-Möglichkeiten, um die Lebensqualität aufrecht zu erhalten. Wir sind froh, dass wir uns bei den beiden Operationen für das Leben von Benno entschieden haben und sind glücklich über jeden Tag, den wir mit ihm haben. Für mich ist es wichtig, dass das Leben jedoch nicht künstlich „verlängert" wird, sondern die Tiere auch gehen zu lassen, wenn es Zeit ist. Aber solange Benno keine Medikamente bekommt und jeden Tag alleine aufstehen, dreimal am Tag Gassi gehen kann und Hunger hat wie ein Bär, werden wir uns immer für sein Leben entscheiden. Irgendwann wird der Tag X kommen, aber bis dahin werden wir das gemeinsame Leben mit ihm genießen!

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