Campino: Der Hund, der uns zum Lachen bringt

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Sonntag, 23.Juli 2006: Nachdem unser Timmy mit fast siebzehn Jahren gestorben war, entschieden wir uns, wieder einen Hund aus dem Tierheim zu uns zu holen. Hat Timmy doch ein großes Loch und viel Traurigkeit hinterlassen. Nicht zuletzt für unsere zweite Hündin Jessy fand ich es wichtig, wieder etwas Leben ins Haus zu holen.

Im Tierheim: Als ersten zeigte Andrea meinem Mann Hermann, Tochter Christina und mir einen Spitzmischling. Ich bin aber kein Freund von Spitzen, so kam dann der PON-Rüde Amigo, ich nannte ihn gleich Moppel, da er einige Kilos zu viel hatte. Leider konnte Hermann keine Sympathie für ihn entdecken. Aber dann sahen wir ein gestromtes temperamentvolles Etwas aus dem Tierheim auf uns zulaufen – Christina nannte ihn sofort Campino. Er begrüßte uns, als ob er uns schon ewig kennen würde. Nun war unsere Hündin Jessy an der Reihe, war sie doch eigentlich die Hauptperson. Sie sollte entscheiden, ob es eine gemeinsame Zukunft geben sollte. Als wir sie in der großen Trainingswiese von der Leine ließen, stürmte sie wie von einer Tarantel gestochen auf den armen Campino zu, der sich zuerst geschockt abschnuppern ließ und anschließend hinter dem nächsten Strauch verkrümelte. Mit einiger Überredung kam er jedoch wieder hervor, und wir unternahmen unseren ersten gemeinsamen Spaziergang.

Erste Bekanntschaft mit
neuem Zuhause
Montag, 24.Juli 2006: Nach zwei Besuchen fuhr Campino mit uns nach Hause: Auf dem Nachhauseweg überlegte ich, wie ich es am besten anstelle, damit Jessy sich nicht übergangen fühlte. Also entschied ich aus dem Bauch heraus, sie zuerst auf die Straße zu holen und ihr zu sagen, dass Campino im Auto saß. So machten wir zu dritt eine Runde, damit Campino sich erst ein wenig umschauen konnte. Dabei kam ich dahinter, wie wenig er kannte. Dadurch, dass er ein Fundhund war, wusste natürlich keiner, woher er kam. Es stellte sich heraus, dass Campino keine Ahnung von der großen weiten Welt hatte. Meine Vermutung, ich hätte mir ein großes Riesenbaby ins Haus geholt, bestätigte sich.

Nussknacker
Mittwoch, 26.Juli 2006: Brücke und Ziegen, die er am ersten Tag noch meiden wollte, sind schon kein Problem mehr. Er hat auch mit Wasser Bekanntschaft gemacht, aber nicht positiv. War zu unkonzentriert und stand ungewollt mit den Vorderpfoten im Wasser, brrrrrrr, war das nass! Vorerst hat Campino mit dem kühlen Nass abgeschlossen. Aber nur vorerst. Hat für Jessy Nüsse geknackt und gemeinsam mit ihr aufgefressen. Nur den Abfall durfte ich beseitigen. Überleg´ mir, ob ich Campino nicht zu Weihnachten als Nussknacker anstelle. Am Abend waren wir beim Tierarzt. Campino bekam seine ersten Impfungen. Bis zu diesem Tag war zwar Autofahren nicht so das Problem, das Ein- und Aussteigen aber schon. Von diesem Tag an war die Sache geritzt.

Seite an Seite mit Jessy
Montag, 31.Juli 2006: Jetzt ist Campino eine Woche bei uns und hat schon sehr viel gelernt. Er weiß schon, was „Gib Ruh", „Lass das" oder „Warten" bedeutet. Waren gestern beim Zwickl, einem Teil des Kremsflusses, und Campino ist mit mir in das kniehohe Wasser gegangen. Ist immer gleich aufgeregt, wenn er Menschen oder anderen Tieren begegnet, es wird aber immer besser. Liegt seit gestern immer mehr bei Jessy, hab’ das bei Timmy nie so beobachtet. Der Abstand bei Timmy und Jessy war mindestens ein Meter, bei Campino ist es fast Haut an Haut. Wäre schon froh, wenn er mit Jessy frei laufen könnte. Trau’ ihm aber noch nicht so recht.

Spielphasen nur nachts

Samstag, 5. August 2006: Auch diese Woche hat sich sehr viel getan. Nur in der Nacht hat er Spielphasen, fängt an, sich mit den Spielsachen zu beschäftigen. Mistkübel werden auch interessant und vieles mehr. Hauptsächlich Dinge, die nicht gut für ihn sind. Campino und Jessy spielen immer mehr zusammen. Bürsten, Saubermachen, Pfoten wischen – kein Problem. Ist mir auch schon trotz Umzäunung aus dem Garten ausgebüxt, aber zielstrebig zum Auto und hat im Auto auf mich gewartet. War ich froh darüber! Halte auch viel auf Rituale, fängt morgens an, und Campino wird immer sicherer bei geordnetem Tagesablauf. Er macht sich echt super!

Wird immer braver
Samstag, 19. August 2006: Campino wird immer braver. Er kennt den Tagesablauf auf die Minute genau. Er drängt sich gerne in den Vordergrund und lässt den Kasperl raushängen. (…..) Mache mit den beiden verschiedene Wanderungen, damit sich Campino einmal gut auskennt. Timmy wäre für ihn ein großes Vorbild. Campino lernt jeden Tag etwas dazu und bringt uns immer wieder zum Lachen. Lass’ ihn in meiner Gruppe (Hundeschule) mitlaufen, wo er sichtlich viel Spaß hat. Nur mit Arbeiten geht es mit Jessy besser. Aber ich hab ja doch nicht mehr den Ehrgeiz wie bei Jessy und Timmy. Mein Ziel ist es jetzt, dass Campino einmal frei laufen kann. (…)

Sonntag, 27. August 2006: Campino macht Riesensprünge, kann schon in verkehrsarmen Gebieten frei laufen! Hat auch schon unfreiwillig schwimmen müssen. Orientiert sich an Jessy und schaut auch schon sehr, wo ich bin. Hat zeitweise Phasen, wo ich auch schon einmal energischer durchgreifen muss, aber sonst ist er nur brav. Läuft toll in der Gruppe mit und ist vor allem nur lieb!

Dienstag, 29.08.06: Heute ist etwas Tolles gelungen! Campino war frei, uns kam ein Hund entgegen. Der Campino schaute, ging aber ohne zu zögern mit mir mit. Als wir einen Dackel sahen, hatte ich meine beiden an der Leine. Sagte ihnen, dass der andere auch da gehen dürfe, was beide akzeptierten. Mit einem Wort, ein erfolgreiches Erlebnis!

Das Tagebuch wird Campino auch die nächsten Monate begleiten. Es macht schließlich Freude, später einmal nachzulesen, wie denn alles so begonnen hat. WUFF wünscht Campino noch viele schöne Hundejahre und Renate auch weiterhin viel Spaß mit ihrem Mischlingschamp!

IHR MISCHLINGS-CHAMP


Wo bleibt Ihr Mischlings-Champion?

Schicken Sie mehrere möglichst gute Fotos Ihres Mischlingshundes (ev. auch eines von sich selbst) an WUFF, zusammen mit einer kurzen Geschichte und Informationen über Ihren Liebling. Was ist es, das ihn so besonders macht?

per Mail: redaktion@wuff.at
Hinweise für die elektronische Versendung: Die Bilder bitte im jpg-Format mit einer Auflösung von 300 dpi und ca. 12-15 cm Breite.

per Post: WUFF-Redaktion, KW Mischlings-Champ, A-3034 Maria Anzbach

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