Deutscher Schäferhund: Geborener Musterknabe?

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Mythen in der Hundewelt

Die FCI (Fédération Cynologique ­Internationale) fasst in den Rassengruppen 1 – 3 sogenannte ­Gebrauchshunde zusammen. Gruppe 1 Hüte- und Treibhunde, Gruppe 2 Pinscher, Schnauzer, ­Molossoide, Schweizer Sennenhunde und in der Gruppe 3 die Terrier. Allen voran scheint jedoch der Deutsche Schäferhund eine „harte Hand“ zu benötigen. Doch ist das wirklich so? WUFF-­Autorin Liane Rauch geht diesem Mythos auf die Spur.

Den Schäferhundrüden Santana konnte ich viele Jahre beobachten. Ich lernte ihn im Alter von 9 Wochen kennen. Er war ein aufgeweckter, lustiger, frecher kleiner Welpe. Seine Halter hatten Großes mit ihm vor. Er sollte die Gebrauchshundeprüfung nach IPO ablegen und später als Zuchtrüde angekört werden. Zum Leidwesen der Halter zeigte Santana so überhaupt keinen „Ehrgeiz“. Im Alter von 1 Jahr musste ich mir von den Haltern sagen lassen: „Er braucht halt die harte Hand. Man muss den Hund erst brechen und dann neu aufbauen.“

In den nächsten Jahren veränderte sich Santana folgenschwer. Kurz nach „dem Brechen“ entwickelte er panische Angst vor anderen Hunden und Menschen. Santana musste regelrecht gezwungen werden, den sicheren Garten zu verlassen. Er verlor seine Fröhlichkeit, seine Lebenslust, seine Seele. Wenn wir ihm begegneten, hatte er traurige, leere Augen.

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