Kleines Problem mit Bellen, wer hat eine Idee?

Toffee22

Neuer Knochen
Gleich vor ab: mein Hund bellt nie, außer in zwei Situationen die ich gleich schildere. Weder Türklingel noch Besuch animiert ihn zum Bellen, er bleibt still.

Situation: im Auto, wenn wir den Zielort erreicht haben. Woher er das weiß, keine Ahnung. DH an der Tankstelle oder wenn ich wegen was andere anhalte, bleibt er gemütlich liegen. Sind wir jedoch am Ziel, springt er auf und bellt wie wild.
Das sitze ich seit Jahren aus. Dh erst wenn er still ist, öffne ich die Tür. Dann bellt er wieder. Ich bleibe sitzen bis er still ist. Ich steige aus, er bellt. Ist er still, öffne ich den Kofferaum.
Ich bin auch schon wieder losgefahren und hab ihn gar nicht aussteigen lassen.
Ich habe nie nicht, nicht einmal den Kofferaum geöffnet, während er bellt.

Das gleiche, wenn ich nach Hause komm. Er ist super leise während meiner Abwesenheit. Bestätigt durch die Nachbar. Es geht los, sobald er mein Auto hört und dann spiele ich das gleiche Spiel wie oben benannt.
In dem Moment wo ich den Schlüssel in die Tür stecke bleibt er still. Das hat er nämlich kapiert, das er nur rauskommt, wenn er nichts sagt.
Beide Situationen werte ich als Aufregung, aber auch als „komm her mach schnell auf“
Nun wollte ich noch mal versuchen, es wegzukommen, aber ich weiß nicht, wie.
Jemand ne Idee? Problem besteht schon paar Jahre
 

Die2

Super Knochen
Nun wenn das Verhalten schon paar Jahre besteht wird es schwierig werden daran noch was zu ändern.

In beiden Fällen hat der Hund wohl eine Erwartungshaltung auf was Tolles. Und das wirklich schwierige dabei-aussitzen geht da nur bedingt weil durch längeres Warten nur die Anspannung steigt, der Hund sich immer weiter hochspult.

Überlege mal wie der Alltag so aussieht-bedeutet Dein Heimkommen zb gleich rausgehen? Gleich viel Aufmerksamkeit? Bedeutet Autofahren immer Action?

Zwei Möglichkeiten: erstens-aushalten. Den Hund gar nicht groß warten lassen, sondern so rasch als möglich aus der Situation holen. Zweitens - mit sehr langem Atem die Erwartungshaltung ändern (es passiert nichts wenn Du heimkommst, gar nichts auch kein korrigieren, schimpfen, ansprechen...). Nur das wird fürchte ich sehr lange dauern und das sollte man auch nur in Angriff nehmen wenn man es sicher 100% durchziehen möchte. Denn einmal geschlampt ist wie ein Gewinn im Glücksspiel-Hund wird es dadurch immer hartnäckiger weiterversuchen. Von daher gut überlegen ob das wirklich verändert werden soll, ob die Konsequenz es durchzuziehen jedenfalls da ist oder ob ein kurzes Freudengebell nicht doch erträglich ist.
 

FlinkePfoten

Neuer Knochen
Das sitze ich seit Jahren aus. Dh erst wenn er still ist, öffne ich die Tür. Dann bellt er wieder. Ich bleibe sitzen bis er still ist. Ich steige aus, er bellt. Ist er still, öffne ich den Kofferaum.
Du ignorierst also seit Jahren das Verhalten, statt etwas unternehmen?
Was soll denn dein Hund dabei lernen?

Kennt denn dein Hund kein Abbruchsignal?
 

frau kleinwolf

Super Knochen
Schaut für mich aus als wär das eine super verfestigte Verhaltenskette (oder wir man da sagt), die Du mit jeder Wiederholung unbewusst verstärkst.
Dein Hund hat gelernt "Ich muss aufhören zu Bellen damit Das Gute passiert". Nur: "Was muss ich machen, um aufhören zu können? Zuerst mal fest bellen!!"
Mögliche Lösung wäre, anzusetzen, wenn er zu bellen beginnt und nicht das Aufhören bestätigen. Ist hart und schwer (und kompliziert) aber: ein Wuffer im Auto -> wir fahren weiter, nach dem 3. mal (oder so) fahren wir heim, dann gibts halt heute keinen Wald.
Beim Heimkommen geht das natürlich noch schwerer, du kannst ja nicht _nicht_ heimkommen. Ich tät mal zuerst das Bellen im Auto "bearbeiten", dann wird das an der Tür womöglich von selbst besser, weil das Verhalten weniger oft bestätigt/verstärkt wird. Oder Du trainierst das mal gezielt an einem Tag wo du sonst nix vorhast: weggehen, heimkommen -> bellen -> komm erst in einer halben Stunde wieder usw.

Susan Garrett erklärt es hier sehr gut:
und auch das hilft vielleicht:
 

Toffee22

Neuer Knochen
Was soll ich denn unternehmen?
Wenn ich draußen bin und er drin?
Er kennt „ruhig“ und damit hab ich ihn wunderbar das bellen abgewöhnt wenn ich in der Nähe bin, früher hat er zb bei Türklingel gesellt oder wenn er draußen was spannendes hörte. Das hat gut geklappt. Aber in diesem Falle bin ich ja draußen, auf dem Parkplatz. Ich müsste schon verdammt laut brüllen vom Parkplatz bis zur Wohnung und ich kann das Kommando auch nicht untermauern.
Das gleiche ist, wenn er im Kofferraum ist und ich im Auto.
Wie soll ich mich da durchsetzen?
gerne ein paar Tipps
 

FlinkePfoten

Neuer Knochen
Du musst DEIN Verhalten ändern und nicht das des Hundes, wenn du zum Ziel kommen möchtest.

Wie oben schon jemand schrieb: Dein Hund scheint in großer Erwartungshaltung zu sein
 

Toffee22

Neuer Knochen
Ich verstehe leider kein Englisch, trotzdem fand ich es nett.
Dieses „ irgendwo hin fahren und weg fahren wenn er bellt“ hab ich gemacht. Das hatte auch Erfolg.
Er bellt nur, wenn wir auch wirklich da sind wo wir hinwollen
 

ZJD

Profi Knochen
Wie oben geschrieben, hat dein Hund eine gewisse Erwartungshaltung, was zu einer Aufregung führt. Das zeigt sich durch das bellen. Da du auch weisst, dass es zu dem bellen kommt, wirst du selber auch etwas nervös werden. Auch wenn dir das selber nicht bewusst wird, aber du veränderst dich und das merkt dein Hund. Aus dem Grund weiss er auch, wenn Ihr am Ziel seit.

Ich würde hier an zwei Stellen arbeiten....zum einen das dein Hund das Kommando "Ruhig" kennt und dies auch dann macht, wenn du etwas entfernt bist (Grundsätzlich sollte jedes Kommando auch auf Distanz gehen). Das funktioniert aber nicht im Auto, sondern für den Moment zu Hause. Vielleicht hast du einen Bekannten, der dir dabei helfen kann, indem er an der Tür läutet, oder den Hund mit dem Kommando "Ruhig" bestätigt, sobald er ruhig ist, wenn du nach Hause kommst. Erst wenn dass wirklich sitzt, kannst du im Auto daran arbeiten.

Du musst aber auch an dir selber Arbeiten. Gehe ruhig in die Situation. Fange an, Sie für den Moment zu ignorieren und werde ruhiger. Erst wenn du das bellen für dich als normal erachtest, kannst du deinem Hund die Ruhe geben, die er braucht um dann daran arbeiten zu können. Wenn du selber ruhig bist, dann das Kommando "ruhig" geben. Wenn du das richtig aufgebaut hast, und er das kann, dann wird er auch ruhig sein.
 
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