Zum Thema Auslandstierschutz

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Sheera

Profi Knochen
Gleich mal vorweg, ich bin nicht prinzipiell gegen Auslandstierschutz, besitze selber eine griechische (ehemalige) Straßenhündin die ich vor den Tötungen vor der Olympiade gerettet habe 2003.
Aber es ist ein gewaltiger Unterschied ob jemand „seinen“ Urlaubshund mit nach Hause nimmt oder ob von Orgas und Privatpersonen massenhaft Hunde hereingekarrt werden um hier mit viel Mitleidsmasche an den Mann gebracht werden.
Aber ich bin der Meinung daß zu wenig vor Ort getan wird. Viel zu wenig.

Seit Entstehung kämpfe ich gegen die Rasselisten in Ö, gegen Hundehass, versuche die Hundehalter alle mal zusammenzubringen, das ist aber nicht so einfach.

Der heutige Auslandstierschutz ist zum Großteil ein Verbringen und Vermitteln nach D oder Ö. Daß damit aber im Endeffekt der großen Masse an Hunden im Ausland NICHT geholfen ist, das sehen die wenigsten! Für die Menschen zählen oft nur die Einzelschicksale die vorgestellt werden von den Organisationen. Der Mensch der helfen will sieht nicht die Struktur dahinter.
Ich persönlich kenne keine einzige Organisation außer den 4 Pfoten die Kastrationsprojekte vor Ort machen und Wahro die das seit kürzlicher Entstehung in der Ukraine machen, die nur Hilfe vor Ort macht.

Es werden massenhaft Tiere aus dem Ausland nach Ö und D verbracht. Massenhaft. Und damit ist aber den Hunden vor Ort nicht geholfen, denn für jeden „geretteten“ rücken dort die Hunde nach und den Leuten ist es in den jeweiligen Ländern dadurch einfach gemacht ihre unerwünschten Tiere zu entsorgen, wodurch natürlich dort auch immer weiter munter produziert wird.

Für mich ist das kein Tierschutz mehr, denn viele, echt viele Orgas und auch Privatpersonen verdienen schön am Leid der Tiere. Ein besonders armer wird hergenommen als Aushängeschild und nebenbei verschachert man dann noch Welpen.

Ich hab mir den sogannten Auslandstierschutz jetzt ein paar Jahre lang angeschaut, ich habe mir vieles angeschaut, wie wird gearbeitet, wo wird gearbeitet, wer verdient an Schutzgebühren usw.
Es ist teilweise eine Mafia, eine richtige Mafia, zu dem Schluss bin ich gekommen. Teilweise schwerer Hundehandel.

Die paar Transporte die gestoppt werden vom Ostblock in Richtung Spanien z.B. sind nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein. Aus Vermehrerstationen in Ungarn, Slowakei, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, werden Hunde zu tausenden nach Spanien gebracht. Viele Spanier haben Interesse an anderen Rassen als nur an den landestypischen. Die Überschüsse die nicht an den Mann gebracht werden, kommen in die Tötungen – Perreras von wo aus die dann von D und Ö Tierschützern „gerettet“ werden.
Das ist nur ein Beispiel von vielen was im Moment punkto Tierschutz so abgeht.

Man tut vermeintlich gutes und unterstützt aber doch nur Vermehrer!

Auch in Ö und D ist ähnliches im Gange. Und es sind auch mehr als genug Organisationen drin involviert. Organisationen auch die es oft nicht mal wissen was im Ausland, von wo sie die Tiere „retten“ wirklich abgeht. Viele Vermehrer produzieren mittlerweile für ausländische Tierheime und Tötungen wo die Tiere dann wieder von den Tierschützern „gerettet“ werden.

Manche wissen es nicht, manche wollen es nicht wissen und etliche machen da mit weil man mit Mitleid der Menschen gut Geld verdienen kann. Da gibt’s Personen die mit einem Zweimann Verein wo meistens einer davon nur ein Strohmann ist, gut leben mit dem Leid der Tiere und dem Mitleid der Menschen. Und die Menge ist groß, denn die Wirtschaftslage ist auch nicht gerade rosig und viele meinen davon leben zu können oder sich ein Zubrot zu verdienen.

Und im Endeffekt wird wieder nur Vermehrerei unterstützt!

DAS ist meine Meinung zum Auslandstierschutz!! Meine Meinung aufgrund des Bildes das ich mir in den letzten Jahren gemacht habe!

Ich ziehe meinen Hut und hab großen Respekt vor den Menschen die vor Ort was machen, die die Bevölkerung aufklären, die Kastrationsprojekte machen, die Tierheimen vor Ort mit Futter helfen usw. aber ich habe null Respekt vor dem ganzen Hundehandel der jetzt schon riesengroße Kreise zieht und es springen immer mehr auf auf diesen Zug.

Was ich persönlich allen rate die Gutes tun wollen: engagiert euch vor Ort, helft bei Kastrationsprojekten, helft bei Projekten die an die jeweiligen Regierungen dieser Länder gehen indem gefordert wird daß die bessere Gesetze machen die den ganzen Hundehandel und die Massenproduktion unterbinden, aber nehmt euch keinen Hund von einer Orga wo ihr nicht wirklich sicher seid daß die transparent und ordentlich arbeiten und vor allem nicht von Orgas die nichts vor Ort machen.

Hier bei uns haben wir Rasselisten, Giftleger, Hundehass, habt ihr euch mal gefragt warum??
Warum ist bei uns der Markt so übersättigt?? Dann lest mal was ich grad geschrieben habe…..
Bei uns gehört auch noch viel getan, unsere Gesetze sind im Moment schwer diskriminieren und helfen keinem!

Die Grenzen zu machen geht nicht dank der EU, den Handel zu unterbinden geht nicht dank der EU, aber man kann viele unüberlegte Hundekäufe unterbinden indem man Sachkunde verpflichtend für alle Hundehalter macht schon vor dem Kauf des Hundes. Man kann es fördern wenn von einem öst. Tierheim ein Hund genommen wird mit Erlass der Hundesteuer für ein Jahr z.B.

Das was bei uns momentan abgeht ist Symptombekämpfung aber nichts effektives das den Grundkern anspricht und am Grundübel ansetzt:
Und das Grundübel ist nun mal unkontrollierte, private Hinterhofzucht, Welpenhändler aus dem Osten und noch dazu unseriöse Orgas und Privatpersonen die in Massen Hunde reinkarren und mit Mitleidsmasche hier auf den Markt werfen!

Dieser Beitrag kann gerne geteilt werden! Mich werden sicher einige steinigen, damit kann ich leben, aber es werden mir hoffentlich auch viele recht geben die genauso mit offenen Augen durch die Welt gehen wie ich und sehen was in Wahrheit los ist!

Hnilicka Dagmar
 

ludmilla

Super Knochen
du hast in allem, was du anführst, recht.

ich bin auch für kastrationsprojekte, weil ich das für den einzig gangbaren weg halte, das tiermassenleid einzudämmen.

allerdings ist in vielen ländern der tierschutzgedanke noch viel weniger entwickelt als in unserem land und die materielle not der menschen viel.viel größer. was zählt ein streunender hund, wenn man selber keine arbeit, wenig zu essen, keine bildung, keine mediziniche versorgung usw. hat.

und wenn man sich anschaut, was in etlichen ländern immer noch der mensch den menschen antut, seinen nächsten nachbarn, mit denen er jahrelang tür an tür lebte, wo DIESER geist noch daheim ist, wird es noch dauern, bis in tieren ein mitgeschöpf erkannt wird.

bis dahin gibt es für mich ZWEI wege, die gegangen werden müssen:
der eine ist, den bereits geborenen tieren zu helfen, der andere führt in die zukunft, um eben geburten zu verhindern.

aber tierschutz vor ort aufzubauen, da hast du recht, daran führt kein weg vorbei - und in fast jedem land sind auch menschen unterwegs, die das tun.

aber zu sagen: lassen wir die tiere, die schon da sind, verrecken, auch wenn wir helfen KÖNNEN - das ist für mich kein weg.
die auswüchse und missbräuche, die du richtig schilderst, das sind für mich die späne, die dort fallen wo gehobelt wird - ähnlich wie schmiergeld bezahlt werden muss, damit manche regierungen die hilfskonvois zu den hilfsbedürftigen menschen lassen.
auch da ist es eine schweinerei, dass das passiert, dass sich manche diktatoren einen goldenen thron um das geld bauen - aber deswegen zu sagen - wir helfen GAR NICHT?
 
Zuletzt bearbeitet:

kokospalme

Super Knochen
Ich persönlich kenne keine einzige Organisation außer den 4 Pfoten die Kastrationsprojekte vor Ort machen und Wahro die das seit kürzlicher Entstehung in der Ukraine machen, die nur Hilfe vor Ort macht.
Du sprichst hier genau den zentralen Punkt der Problematik an. Die oberste Maxime im Tierschutz sollte eigentlich lauten: "kastrieren, kastrieren, kastrieren!"
Ich bin sicher nicht gegen Auslandstierschutz, aber mir kommt es so vor, dass innerhalb der letzten 2 Jahre das allgemeine Interesse bzgl. Tierschutzarbeit immer mehr auf Auslandstierschutz fokussiert wird und Inlandstierschutz allmählich schon eine untergeordnete Rolle einnimmt. Ob das ein erstrebenswertes Ziel ist :confused:- vermag ich stark zu bezweifeln. Vor allem deshalb, weil sich in Österreich trotz intensivster Bemühungen diverser Tierschutzorgas die Situation leider nicht nennenswert verbessert hat.

In social networks wie z.B. fb wird man tagtäglich überflutet mit 1000enden Bildern von armen Tieren aus der ganzen Welt. Ich finde es sehr gut, dass es mittlerweile globale Tierschutznetzwerke gibt und dadurch auch sehr viel bewirkt werden kann. Doch auf mich wirkt sich tagtäglich auch die Kehrseite der Medaille aus.
Man wird konfrontiert mit so einer unendlich großen Anzahl an armen Tieren, denen man im Endeffekt gar nicht helfen kann und letztendlich ist man nur völlig frustriert und völlig reizüberflutet. Man stumpft irgendwann auch emotional ab. Obwohl ich fast tagtäglich auch aktiv im Tierschutz tätig bein, scheint das Tierleid vermeintlich immer größer zu werden. :eek: Kaum hat man ein Erfolgserlebnis, z.B ein Kastrationsprojekt erfolgreich abgeschlossen, wäre es wohl echt schon besser nirgends in der "virtuellen Welt" darüber zu berichten. Denn sonst kann man sich nicht dem neuen Schicksal 100er neuer Notfälle entziehen...Mich persönlich demotiviert das ziemlich.
Früher haben wir noch viel mehr Erfolge unserer Tierschutzarbeit wahrgenommen und dafür positives Feedback bekommen. Jetzt habe ich den Eindruck, dass alles gerade auf fb irgendwie alles untergeht in einem Einheitsbrei an Infos von 100en Orgas und Projekten und man zum Teil gar nicht mehr als individueller Verein wahrgenommen wird.

Es entstehen dann mitunter auch die merkwürdigsten Vergleiche, wie z.B. dass Katzen und Hunde aus Spanien, Portugal, Rumänien usw. ärmer sind, als jene in Österreich? Sind solche Vergleiche gerechtfertigt? Wer entscheidet wer arm ist und vor allem wer entscheidet wer ärmer ist? Es macht in der Realität absolut keinen Unterschied, ob Katzenbabys in Österreich von Landwirten erschlagen werden, an Krankheiten sterben, oder ertränkt werden, oder ob sie in einer Tötungsstation sitzen etc...
Tierleid gibt es überall- in Österreich und im Ausland. Wichtig sollte also nicht sein zu thematisieren, welche Tiere nun am meisten Hilfe benötigen würden, sondern WIE und WO langfristig am effizientesten geholfen werden kann.

Unterstützenswert finde ich daher all jene Tierschutzorganisationen so wie Sheera schon anspricht, die auch wirklich nachhaltige Tierschutzarbeit betreiben. Nachhaltigkeit erreicht man allerdings NUR durch Kastrationsaktionen. ;)
Es steht natürlich jedem frei welche Tierschutzorganisationen er unterstützen will, doch gerade kleinere Vereine und private Tierschützer leisten oft hervorragende, aktive und vor allem auch transparente Tierschutzarbeit und das auch vor Ort. Ich denke es ist wichtig, dass man sich immer vor Augen führen kann, dass man zwar nicht die ganzen Welt verändern kann, aber im kleinen Rahmen schon sehr viel verändert werden kann. Mit einer Kastrationspatenschaft, Spende an so eine Orga, weiß man wirklich wohin das Geld auch fließt und hat dann auch wirklich das Gefühl etwas bewirkt zu haben.
 

kokospalme

Super Knochen
bis dahin gibt es für mich ZWEI wege, die gegangen werden müssen:
der eine ist, den bereits geborenen tieren zu helfen, der andere führt in die zukunft, um eben geburten zu verhindern.

aber tierschutz vor ort aufzubauen, da hast du recht, daran führt kein weg vorbei - und in fast jedem land sind auch menschen unterwegs, die das tun.

aber zu sagen: lassen wir die tiere, die schon da sind, verrecken, auch wenn wir helfen KÖNNEN - das ist für mich kein weg.
.....aber deswegen zu sagen - wir helfen GAR NICHT?
In der Theorie hört sich das ja recht nett an ludmilla, aber ich für mich kann da leider überhaupt gar keinen Praxisbezug entnehmen. Was schlägst du vor? Wie kann man Brücken schlagen? Wie kann guter Tierschutz gelingen? Welchen Beitrag kann jeder Einzelne dazu leisten und welchen Beitrag leistest du dazu?

Das ist nicht die 1. Diskussion die ich mitverfolge, die diese Problematik zum Thema hat. Nur zu sagen: ja in östlichen, oder südlichen Ländern leben die Menschen unter noch schlimmeren sozio- ökonomischen Bedingungen hilft letztendlich auch gar niemanden etwas. Wie können diese Menschen unterstützt werden, dass die ganzen Rahmenbedingungen verbessert werden können, damit Tierschutz auch einmal einen höheren Stellenwert hat?

Auf heimischen Bauernhöfen darf man auch nicht erwarten, dass man auf hohes empathisches Verständnis, optimale hygienische Bedingungen und große Kooperationsbereitschaft trifft. Mit viel herumreden erreicht man dort ebenso gar nix. Helfen, vermitteln und vor allem KASTRIEREN ist langfristig das, was sich am meisten bewährt hat.;)

Ich weiß, dass das ganze leider oft eine Geldfrage ist. Kastrationsprojekte verschlingen Unmengen an Geld und bringen finanziell gesehen keine Einnahmen. Logisch, dass kaum ein Verein so arbeiten kann, hauptsächlich zu Kastrieren, wenn es für dieses Vorhaben zu wenig finanzielle Mittel gibt. Es wäre aber trotzdem wichtig umzudenken und sich nicht hauptsächlich darauf zu konzentrieren zu vermitteln, sondern vor allem darauf weitere Geburten zu verhindern.
 
Zuletzt bearbeitet:

ludmilla

Super Knochen
In der Theorie hört sich das ja recht nett an ludmilla, aber ich für mich kann da leider überhaupt gar keinen Praxisbezug entnehmen. Was schlägst du vor? Wie kann man Brücken schlagen? Wie kann guter Tierschutz gelingen? Welchen Beitrag kann jeder Einzelne dazu leisten und welchen Beitrag leistest du dazu?

Das ist nicht die 1. Diskussion die ich mitverfolge, die diese Problematik zum Thema hat. Nur zu sagen: ja in östlichen, oder südlichen Ländern leben die Menschen unter noch schlimmeren sozio- ökonomischen Bedingungen hilft letztendlich auch gar niemanden etwas. Wie können diese Menschen unterstützt werden, dass die ganzen Rahmenbedingungen verbessert werden können, damit Tierschutz auch einmal einen höheren Stellenwert hat?

Auf heimischen Bauernhöfen darf man auch nicht erwarten, dass man auf hohes empathisches Verständnis, optimale hygienische Bedingungen und große Kooperationsbereitschaft trifft. Mit viel herumreden erreicht man dort ebenso gar nix. Helfen, vermitteln und vor allem KASTRIEREN ist langfristig das, was sich am meisten bewährt hat.;)

Ich weiß, dass das ganze leider oft eine Geldfrage ist. Kastrationsprojekte verschlingen Unmengen an Geld und bringen finanziell gesehen keine Einnahmen. Logisch, dass kaum ein Verein so arbeiten kann, hauptsächlich zu Kastrieren, wenn es für dieses Vorhaben zu wenig finanzielle Mittel gibt. Es wäre aber trotzdem wichtig umzudenken und sich nicht hauptsächlich darauf zu konzentrieren zu vermitteln, sondern vor allem darauf weitere Geburten zu verhindern.
welcher praxisbezug fehlt dir da?

es gibt tiere, die schon geboren sind, atmen, fühlen, leiden - und es gilt, geburten einzudämmen.
also praktisch: nicht entweder/oder, sondern sowohl/als auch.

und in diesem sinne trage ich auf beiden seiten im rahmen meiner möglichkeiten mein scherflein bei.
 

kokospalme

Super Knochen
also praktisch: nicht entweder/oder, sondern sowohl/als auch.
Na da sind wir uns ja eh einig. :)
Das Problem ist halt so wie Sheera schon angesprochen hat, dass es leider viel zu wenige Tierschützer von der Sorte gibt, die sowohl als auch betreiben. (gerade was Auslandstierschutz betrifft) :(

Übrigens falls jemand heute Hund Katze Maus gesehen hat:
Frank Weber war wieder aktiv im Einsatz für heimische Streunerkatzen. Es wurde thematisiert wie wichtig Kastrationsaktionen sind. Im Bericht wurde weiter erläutert, wie dringend Auswilderungsplätze für Streunerkatzen aus Tierheim benötigt werden und wie eine Auswilderung gelingen kann. Das nenne ich sinnvolle Tierschutzarbeit! vor Ort, nachhaltig, transparent :2thumbsup:
 

Quadrupedes

Super Knochen

jollyfee

Super Knochen
Ich möchte jetzt mal was sagen wofür ich wahrscheinlich heftige Kritik bekommen werde.

Vor einigen Jahren wollte ich mir einen Hund aus dem WTH nehmen. Ich hatte damals 2 Söhne, ca 8 und 9 Jahre alt. Habe teilzeit gearbeitet - 4Stunden am Tag. Natürlich WE frei. Von der Begrüßung angefangen bis zum Schluß musste ich ein herablassendes Gehabe über mich ergehen lassen. Aber damit kann ich umgehen, ist nicht so ein Problem (rundet nur das Gesamtbild ab). Ich hatte mich für einen kleinen Mischlingsrüden entschieden, der völlig verloren und ängstlich im Käfig saß.
Dann begann die Befragung und" Identitätskontrolle". Natürlich im gleichbleibenden "freundlich arrogantem" Ton.

Als die Damen hörten daß ich 4 Stunden am Tag in der Arbeit bin war es vorbei. Ich könne es vergessen. Hunde werden nur an Leute abgegeben die den ganzen Tag zuhause sind.
Ich war absolut perplex und meinte, das würde ja heißen nur Arbeitslose und Pensionisten können einen Hund bekommen.
Die Antwort war ein lapidares Schulterzucken und: "die Chefin möcht das so"
Auf mein Argument daß es für den Hund doch nicht besser sein kann den ganzen Tag allein im Käfig zu verbringen als 4 Stunden zuhause im Familienverband meinten sie: "der wird sowieso bold gnuma wern"

2 Freundinen von mir arbeiteten damals ehrenamtlich im WTH. Sie wurden solange genmobbt bis sie aufgaben. Die Angestellten hatten Angst daß sie ihren Arbeitsplatz verlieren würden wenn es genug Freiwillige gäbe.
Ich könnte noch einiges erzählen, von herablassenden Telefongesprächen (wos woins ihna denn auschaun, wir san jo ka Zoo), oder von der alten Dame die eine Katze aufnehmen wollte,...
Wie gesagt das ist einige Jahre her. Vielleicht hat sich einiges zum Positiven verändert, so daß die Leute die einem Tier ein Heim geben wollen nicht mehr vergrault werden.

Was aber erst vor wenigen Wochen war, ist ein Anruf bei einer anderen Tierschutzorganisation von Österreich die ich um Hilfe gebeten hatte weil ich einen Obdachlosen mit einem kleinen Hund beobachtet hatte, und der Hund vor Kälte zitterte, und völlig durchnässt war während er in Ruhe den Augustin verkaufte.
Die Antwort war so nach dem Motto: stelln sie sich net so an.So klanen Hunden ist dauernd kalt und de zittern imma gleich los.
Ich bin überzeugt daß das nur Einzelsituationen waren die dem Österr.Tierschutz keinen Gefallen tun. Und ich möchte auf keinen Fall die Tierschützer die sich mit Liebe dem TS widmen angreifen. Im Gegenteil,ich finde dieses Angagement bewundernswert.

Ich wollte damit nur sagen dass ich gar nicht mehr versuchen würde einen Hund vom WTH zu bekommen. Irgendwas bei mir wird immer den Anforderungen nicht entsprechen (zu kleine Wohnung, zu lange allein, zu wenig Erfahrung, zu wenig Einkommen, zu große Füsse, etc.,etc.)
Bitte nicht böse sein, ich wollte nur erklären warum ich mich für einen Hund aus dem Ausland entschieden habe.
mfg Inge
 

Arizona

Super Knochen
Ich möchte jetzt mal was sagen wofür ich wahrscheinlich heftige Kritik bekommen werde.

Vor einigen Jahren wollte ich mir einen Hund aus dem WTH nehmen. Ich hatte damals 2 Söhne, ca 8 und 9 Jahre alt. Habe teilzeit gearbeitet - 4Stunden am Tag. Natürlich WE frei. Von der Begrüßung angefangen bis zum Schluß musste ich ein herablassendes Gehabe über mich ergehen lassen. Aber damit kann ich umgehen, ist nicht so ein Problem (rundet nur das Gesamtbild ab). Ich hatte mich für einen kleinen Mischlingsrüden entschieden, der völlig verloren und ängstlich im Käfig saß.
Dann begann die Befragung und" Identitätskontrolle". Natürlich im gleichbleibenden "freundlich arrogantem" Ton.

Als die Damen hörten daß ich 4 Stunden am Tag in der Arbeit bin war es vorbei. Ich könne es vergessen. Hunde werden nur an Leute abgegeben die den ganzen Tag zuhause sind.
Ich war absolut perplex und meinte, das würde ja heißen nur Arbeitslose und Pensionisten können einen Hund bekommen.
Die Antwort war ein lapidares Schulterzucken und: "die Chefin möcht das so"
Auf mein Argument daß es für den Hund doch nicht besser sein kann den ganzen Tag allein im Käfig zu verbringen als 4 Stunden zuhause im Familienverband meinten sie: "der wird sowieso bold gnuma wern"
das ist kein einzelfall. nach dem tod unseres camillo vor 4.5 jahren waren wir zuerst im wth und anschliessend im tierheim in linz und wurden beide male abgewiesen.

in wien hiess es, es gebe keinen hund für uns, alle hätten schon einmal gebissen :eek: und in linz wollten sie uns keinen hund geben, weil ich berufstätig bin und ihnen eine hundesitterin zu mittag zu wenig war.

ich habe mich letztendlich auch für einen auslandshund entschieden, obwohl meine erste wahl ein tierheimhund aus österreich gewesen wäre :eek:
 

kamiu

Super Knochen
Das mit dem WTH ist nix neues... (leider)
Ging mir auch schon so... ich finds halt schade, weils den Tieren mit (beispielsweise) 4h alleine Zuhause (die sie eh verschlafen) sicherlich besser ginge als in dem Käfig dort.
 

bluedog

Super Knochen
wenn man bedenkt, aus welcher "ecke" das ausgangsposting kommt und wieviel persönliche animositäten diese person hier schon ausgetragen hat, dann kann man dieses thema wirklich nur noch unter dem gesichtspunkt "ignoranz trifft vorurteil" betrachten....
wer auf so einen zug aufspringt....

das problem hinter allem tierleid ist die ethische einstellung der menschheit zu den tieren, nichts anderes....
 

Nando

Super Knochen
Jeder soll helfen wo und wie er will und kann. Egal ob im Ausland oder im Inland. Und es gibt unzählige Orgas, die sehr wohl Kastrationsprogramme in den jeweiligen Ländern durchführen. Dass das Problem an der Wurzel gepackt werden muss - sprich den Nachwuchs einzudämmen - ist ja wohl allen klar, aber wer bitte soll das bezahlen ?

Ich habe mich vor Jahren (1999) im WTH um einen Hund bemüht, ich habe keinen bekommen, da ich ein kleines Kind hatte - nunja...bei 350 Hunden damals, war kein einziger dabei, der kinderfreundlich war...auch keiner der Welpen schien den kompetenten (??) Vermittlern passend. Wir haben dann einen Hund aus dem TH Krems genommen, wo wir freundlich beraten und empfangen wurden.

Als ich vor fast 10 Jahren wieder einen Hund gesucht habe, damals schon in D - wurde ich nicht fündig, obwohl ich alle umliegenden Tierheime abgegrast habe, sämtliche Tiervermittlungsseiten durchforstet habe, fand ich keinen max. mittelgroßen, sozialverträglichen, netten Hund von 1-4 Jahren, der nicht aus dem Ausland war. Auch mir wurde gesagt, dass Hunde nur an Leute vermittelt werden, die den ganzen Tag zu Hause sind (und von was bitte soll man TA-Kosten und Futter usw. bezahlen ??). Ich habe dann einen Spanier adoptiert und für mich gilt: immer wieder gerne. Ich hatte noch nie einen so netten, unkomplizierten Hund - das war ja vielleicht Glück...mittlerweile habe ich schon 2faches spanisches Glück;).

Sicher ist es keine Lösung massenweise Hunde aus dem Ausland ranzukarren, die dann hier auch kaum Vermittlungschancen haben (Listenhunde - geht in D eh nicht - , Schäfermixe, behinderte und kranke Tiere). Für viele Tierheime sind die "Ausländer" eine wertvolle "Einnahmequelle", um die Dauersitzer finanzieren zu können, denn die netten, meist sehr sozialen Ausländer sind meist Durchläufer, die schnell vermittelt sind.

Ich finde, man sollte alles mit Mass und Ziel und vor allem Verstand ( und nicht nur Herz, wenn es danach ginge hätte ich hier die Hütte schon voll) betreiben.

Sicher gibt es auch schwarze Schafe, bei TS-Orgas wie auch bei Züchtern - aber die meisten Orgas sind bemüht sowohl vor Ort zu helfen, als auch für die Tiere die ja nun mal da und überflüssig sind, eine Lösung zu finden. Ich persönlich kenne keine einzige Orga, die Tiere holt, um Gewinn zu machen...meistens kosten die Tiere vor Ort schon mehr, als die Schutzgebühr ist (Impfungen, Chip, Kastration, Transportkosten). Man sollte gerade im Tierschutz nicht pauschalieren.

Es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern auch gestreift und grau.
 
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kokospalme

Super Knochen
Ich finde, es sollte alles mit Mass und Ziel und vor allem Verstand ( und nicht nur Herz, wenn es danach ginge hätte ich hier die Hütte schon voll) betreiben.
Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen.

.... Ich persönlich kenne keine einzige Orga, die Tiere holt, um Gewinn zu machen...meistens kosten die Tiere vor Ort schon mehr, als die Schutzgebühr ist (Impfungen, Chip, Kastration, Transportkosten). Man sollte gerade im Tierschutz nicht pauschalieren.
Ich kenne leider schon welche (zumindest eine). Wenn man da zusieht, was da abgeht wird einem schlecht! Da werden Babykatzen in Einzelkatzen abgegeben. Hauptsächlich Tiere vermittelt, die Rassekatzeneinschlag haben, damit man mehr Geld verdient. Das geht sogar soweit, dass Kätzchen die noch gar nicht fressen können sogar von der Mutterkatze weggerissen werden würden und man den neuen Besizern sagt, es wäre kein Problem, wenn sie das Katzenbaby mit dem Flascherl aufziehen. Das obwohl sich die Mutterkatze auf der Pflegestelle in Österreich befindet. Der Verein war eh schon mal in den Schlagzeilen, weil aufgrund schlimmster Transportbedingungen viele unschuldige Tiere ums Leben gekommen sind.
Genau das ist auch das Problem denke ich, dass gerade jene die negativ auffallen auch dann negatives Licht auf all jene werfen, die gut und seriös arbeiten. :(
Traurig ist auch, dass Interessenten leider auch genau immer wieder auf solche schwarzen Schafe reinfallen, weil sie nicht hinter die Kulissen schauen und nicht hinterfragen, ob hier gute Tierschutzarbeit, oder doch eher Tierhandel betrieben wird.
Das sind dann halt auch genau jene uninformierten Leute, die sich sonst auch einen Vermehrhund auf willhaben suchen würden usw...

Deine Erfahrungen zeigen auch deutlich, dass es sicher wichtig ist, zwischen Hunde und Katzen zu differenzieren. Gut sozialisierte relativ kleine und junge Hunderassen findet man in österreichischen Tierheimen wahrscheinlich etwas schwieriger. Katzen gibt es in Österreich in allen Fellfarben und Haarlängen in 1000facher Ausführung.

Man muss auch bedenken, dass aus logistischen Gründen Jungtiere sehr oft über die Grenze gebracht werden, obwohl sie nicht geimpft und gechipt sind. Bei Muttertieren mit Welpen geht das oft auch gar nicht anders, wenn man sie vor Ort nicht unterbringen kann. Aus Tierschutzsicht betrachtet ist es für die Welpen/Kitten natürlich am besten so, wenn sie sobald als möglich eine gute Pflegestelle finden. Aus Tierschutzsicht kann ich es aber trotzdem nicht für ok befinden, wenn gesetzliche Regelungen nicht eingehalten werden. Denn Tollwut gilt in Österreich bereits als ausgestorben. Auch andere Krankheiten wie Parvo können so durch die ganze EU verschleppt werden.

Sehr vorbildhaft finde ich Tierschutzorganisationen die bereits im Ausland Plätze suchen und welche nur dann fertig geimpfte Tiere importieren, die wirklich bereits einen Fixplatz (mit Vorkontrolle) in Österreich haben.

Du hast das sehr gut auf den Punkt getroffen Nando. Im Tierschutz sehen viele nur mit dem Herzen. Es wird dann halt oft immer jedes einzelne Individuum wahrgenommen und selten global betrachtet. Langfristig gesehen kann man allerdings oft viel mehr bewirken, wenn man die Problematik als Ganzes wahrnimmt. Wir haben auch oft zutrauliche, liebe, erwachsene Bauernhofkatzen, die sich ebenso alle einen Platz wünschen würden. Es ist aber unmöglich alle zu vermitteln und es würde auch nur wenig Erfolg bringen, wenn dann auf den ganzen Höfen wieder neue, unkastrierte Katzen zuwandern. Somit entscheiden wir immer von Fall zu Fall, welche Tiere vermittelt werden und welche auch ganz gut dort kastriert auch weiterleben können wo sie sich befinden. Dafür haben wir Kapazitäten frei für wirkliche Notfälle. So ähnlich sehe ich das auch mit dem Auslandstierschutz. Es gibt Tiere, die haben vor Ort überhaupt keine Chance (z.B. wenn komplizierte Operationen, tierärztliche Versorgungen nötig sind, die im Ausland nicht möglich sind). Andere Tiere befinden sich in Tierheimen, oder dgl. Bei ihnen ist die Dringlichkeit nicht so hoch und es würde durchaus reichen, wenn sie von dort weg auf Fixplätze vermittelt werden. Ab und an gibt es bestimmt auch Möglichkeiten im eigenen Land zu vermitteln. Früher dachte ich auch immer im Waldviertel findet man (fast) keine guten Plätze für Katzen. Mit viel Aufklärungsarbeit und Bemühungen ist es mir allerdings jetzt schon öfter gelungen regional zu vermitteln.
Natürlich bedeutet Tierschutz vor Ort zu betreiben viel mehr Arbeit, es ist eine Kostenfrage und es ist sicher oft auch sehr schwierig die Bedingungen nachhaltig zu verbessern, aber im Endeffekt errreicht man dafür auch langfristig viel mehr, als wenn man nur Tiere vermittelt ohne die Rahmenbedingungen zu verbessern.
 
Zuletzt bearbeitet:

Nando

Super Knochen
@kokospalme: 100% ige Zustimmung.

Ich habe eigentlich nur über die Hunde geschrieben, bei Katzen sehe ich das genauso wie du: es gibt genug in Ö und D, in allen Altersstufen, Farben und Haarlängen, da braucht man wirklich nicht noch welche aus dem Ausland holen (Einzelfälle mal abgesehen).

Aufklärung vor Ort und Kastrationsprojekte sind unumgänglich, aber der Umdenkungsprozess geht nicht von heute auf morgen - das dauert bestimmt noch viele, viele Jahre....
 

shoony

Medium Knochen
Für mich hat Tierschutz und Menschenhilfe keine Grenzen.
Es gibt viele Pro/Kontra, aber ich denke jeder einzelne findet seinen Verein und somit sein Tier das perfekt für Ihn/Sie passt.

Ich habe 2 Ungarnhunde und bereue keinen einzigen Tag mit Ihnen, der Verein der dahinter steht den kann ich vertreten und ich fühle mich sehr gut aufgehoben. Er macht auch Kastrationsprojekte und Tierschutz-Informationen vor Ort.

Mein Fazit, ich werde mir immer Tiere aus dem Tierschutz nehmen - und nicht einmal abwerten wo das Tier als Welpe auf die Erde kam. ;)
 
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Für weitere Antworten geschlossen.
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