Editorial WUFF 2/2017

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Wer hat wen domestiziert?

Liebe Leserin, lieber Leser!

Vor einigen Monaten habe ich noch recht kryptisch angekündigt, dass demnächst ein weiterer Entwicklungsschritt von WUFF bevorsteht. Der ist nun mit der neuen App „wuff-magazin“ realisiert worden. Egal, wo immer Sie sich befinden, mit Ihrem Smartphone oder Tablet ist WUFF immer nur einen Fingerclick entfernt. Natürlich ist die App nicht bloß eine digitale Übersetzung des gedruckten Magazins. Vielmehr lassen sich damit Features realisieren, die bisher undenkbar waren. Was Sie davon haben, also die Vorteile und der Nutzen dieser App, werden in diesem Heft beschrieben, weshalb ich das hier nicht weiter tun muss. Da die App auch rasant weiterentwickelt wird und dies gerade auch unter Einbeziehung Ihrer Wünsche, würde ich mich jedenfalls über Ihre Reaktion freuen, falls Sie mir schreiben wollen (mosser@wuff.eu).

Als ich den dritten Teil des Hundehalterreports gelesen habe, ist mir wieder einmal bewusst geworden, dass das Leben mit einem Hund nicht einfach etwas ist, was als zusätzlich zum normalen Alltagsleben betrachtet werden kann. Es gilt nicht – hier mein Leben bzw. mein Familienleben und dort das Leben mit dem Hund. Denn unser Vierbeiner ist vielmehr Teil unseres normalen Lebens, und das in Wirklichkeit schon seit Jahrtausenden. Und die Frage, wer hat sich wen ausgesucht, ist ja in Wahrheit wissenschaftlich noch immer nicht geklärt.

Zur Diskussion stehen Theorien wie die, dass der Mensch für seine Zwecke den Wolf domestiziert habe – oder eben umgekehrt, dass das Tier sich selbst dem Menschen angenähert hat. Gegen die erstgenannte Theorie spricht, dass Wölfe Menschen zunächst eher stets meiden. Und dass ein Wolf plötzlich als Jagdgenosse des Menschen mitgespielt haben sollte, nur weil ein Jäger das plötzlich für gut befunden hätte, ist schwer verständlich. Andersherum scheint es schon einsichtiger, nämlich, dass sich der Wolf dem Menschen angenähert hat. So allmählich und in einer Langsamkeit, wie sie das Tier selbst bestimmen konnte. Dass da die Nahrungsressourcen des Menschen der Hauptgrund dafür gewesen sein dürften, ist schwer zu bestreiten. Aber in diesem Sinn könnte man durchaus ­behaupten, dass der Wolf bzw. der Hund sich selbst domestiziert hat und sich damit den Menschen ausgesucht hat.

Wenn mir Leserinnen und Leser über ihre Erfahrungen berichten, wie sie zu einem Hund gekommen sind, heißt es oft, „nicht ich habe mir meinen Hund, sondern er hat sich mich ausgesucht“. Aber eigentlich wollte ich ja über ­meine ­Gedanken zum Hundehalterreport schreiben. Hier also ­wieder der Anschluss zum Beginn des zweiten Absatzes dieses ­Editorials: Weil also unser Hund Teil der Familie ist, Bestand­teil unseres Lebens, so ist es kein Wunder, dass unsere Einstellungen und Werte auch unseren Umgang mit dem Hund beeinflussen. Wäre es anders, wären wir wohl gespaltene Persönlichkeiten. Und so zeigt der dritte Teil des Reports sehr schön, dass auch unsere grundsätzliche Einstellung zu Ernährung und Gesundheit darauf Einfluss hat, wie wir Wuffi ernähren und uns um ihn kümmern. Natürlich sind die vier in dem Report dargestellten Hundehaltertypologien in der Realität selten so in reiner Form zu finden. Aber die eigene Reflexion anhand der Artikel dieser Serie führt doch immer wieder zu überraschenden Einsichten, und vielleicht ertappen wir uns ja selber bei der einen oder anderen Schwäche …
Viel Freude mit diesem neuen WUFF!

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Dr. Hans Mosser, WUFF-Herausgeber,
und Bruno, der WUFF-Redaktionshund

Pdf zu diesem Artikel: editorial_0217

 

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