Editorial WUFF 4/2017

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Sensibel und sachkompetent

Liebe Leserin, lieber Leser!

Seit längerem schon, und nicht zuletzt durch die größer ­werdende Anzahl von Muslimen in unserem Land, ­interessiert mich deren Verhältnis gegenüber Hunden. Bisher dachte ich, dass Hunde im Islam als unrein von Muslimen gemieden würden. Schon bei einer ersten überblicksmäßigen Recherche stellte sich jedoch heraus, dass das so nicht stimmt. Denn es gibt sowohl gläubige Muslime, die Hunde meiden und sogar verabscheuen, als auch solche, die Hunde lieben. Denn es gibt in der islamischen Religion verschiedene theologische ­Richtungen, die gegenüber Tieren unterschiedliche Einstellungen haben.

So bat ich Regina Röttgen, eine in der Nähe von Istanbul mit Hunden und Katzen lebende deutsche Journalistin, die also die unterschiedlichen Religionsmilieus persönlich kennt und zudem über einschlägige Studien verfügt, das Thema Muslime und Hunde für WUFF zu recherchieren und in einem Artikel aufzubereiten. Ich denke, das Ergebnis in dieser Ausgabe von WUFF kann sich wirklich sehen lassen. Abseits gängiger ­Klischees und vereinfachenden Schwarz-Weiß-Denkens behandelt der hochinformative und spannende Artikel das Thema Muslime und Hunde sensibel und mit großer Sachkompetenz.

Zur mehrteiligen Serie „Hundehalterreport“, in der vier verschiedene Hundehaltertypologien in Bezug auf verschiedenste Aspekte der Hundehaltung und Mensch-Hund-Beziehung beschrieben werden, ist ein kritischer Leserbrief eingetroffen. Grundsätzlich halte ich die sachlich gut ­begründete und wohlformulierte Kritik an den Typologien auch für gerechtfertigt. Deshalb habe ich ja auch in meinem Editorial zum ersten Teil, in dem diese Hundehalter­typologien erklärt wurden (WUFF 12/2016), auf die methodischen Einschränkungen solcher Untersuchungen hingewiesen und auch darauf, dass es DEN Hundehaltertypus nicht wirklich geben kann. Dennoch haben wir uns für die Veröffentlichung dieser Untersuchung entschieden, weil es interessant ist, diese ­Themen zu reflektieren und eine Anregung dazu liefert die ­Serie allemal. Dennoch – der Autor des Leserbriefes spricht ­vielen von uns aus der Seele, wenn er die Bedeutung der Gelassenheit im ­Umgang mit unseren Vierbeinern hervorhebt. Mit dieser ­Gelassenheit lesen Sie bitte auch den letzten Teil der Serie …

Wie Sie sehen, sind uns Reaktionen von Leserinnen und Lesern sehr lieb und wichtig, und wir sind dankbar, wenn Sie sich die Mühe machen zu schreiben. Daher benutze ich das gleich als Gelegenheit, Sie wieder einmal dazu zu ermuntern! Wie immer erreichen Sie mich unter mosser@wuff.eu.

Ich denke, dass auch mein Blog Sie wieder sehr interessieren wird, beschreibe ich darin doch die enormen Widerstände, denen wir durch die Gründung von WUFF, vor allem in den Anfangszeiten der 1990er Jahre, ausgesetzt waren. Der Grund dafür ist offensichtlich. Es gab damals keine wirkliche Öffentlichkeit im Hundewesen. Alles ist „intern“ in Vereinen und Verbänden abgelaufen. Und was da abgelaufen ist, war für damalige Hundemedien offensichtlich tabu gewesen. Keine Nachfrage, keine Recherchen, keine kritischen Reportagen. Mit WUFF wurde das 1996 plötzlich von einem Tag auf den anderen anders. Und nach einer kurzen Schockstarre hat man reagiert und versucht, WUFF nach allen Regeln der Kunst zu behindern. Dass das nicht nur nicht möglich war, sondern uns nur noch viel stärker gemacht hat, davon profitieren Sie heute.
Viel Freude mit dem neuen WUFF!

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Dr. Hans Mosser, WUFF-Herausgeber,
und Bruno, der WUFF-Redaktionshund

Pdf zu diesem Artikel: editorial_04_2017

 

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