Hundehandel im Tierheim!

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"Zentrale Welpenvermittlung Salzburgs" nennt Frau Linda-Ann Rehrl-Stevenson ihre Institution gerne. Aufmerksam wurde die WUFF-Redaktion durch mehrere Beschwerden über das „Schnauzerl-Hotel-Tierpension-Tierheim" am Wallersee. Erste telefonische Anfragen bei Frau Rehrl lassen uns sofort hellhörig werden, denn in ihrem sogenannten „Tierheim-Tierhotel" (eine genaue Trennung ist schwer auszumachen) werden hauptsächlich Rassewelpen angeboten. Wir fahren zu einem Lokalaugenschein.

Große Auswahl an Rassewelpen
Außer einer reinrassigen Doggenhündin entdecken wir in den wenigen Zwingern, die einsichtig sind, keinen einzigen erwachsenen Hund, dafür jede Menge Welpen teurer Rassen. Als wir sagen, dass wir uns vorerst nur umsehen und erst später für einen Hund entscheiden wollen, reagiert Frau Rehrl unwillig. Es wäre am besten, gleich einen Hund mitzunehmen, denn vielleicht sei er am nächsten Tag schon weg, drängt sie zum Kauf. Im Besucherzimmer legt sie uns Welpenfotos des derzeitigen Angebotes sowie zukünftig zu erwartender Lieferungen nebst Preisliste vor. Danach bringt sie einige Rassewelpen zur Auswahl. Wir wollen wissen, woher die Tierbabys stammen, und betonen, auf keinen Fall einen Hund aus dem Ausland kaufen zu wollen, da wir das bekannt höhere Erkrankungsrisiko an Parvovirose und Staupe fürchten. Frau Rehrl garantiert uns, die Welpen seien von österreichischen Züchtern, belehrt uns aber auch, dass wir bezüglich importierter Welpen wohl falsch informiert seien, denn Parvovirose sei auch in Österreich „Gang und Gäbe".

Haarsträubende Erklärungen
Wir sind hartnäckig und wollen wissen, woher genau aus dem Inland die Tierbabys nun stammen. Und bekommen eine ebenso interessante wie haarsträubende Geschichte aufgetischt. In Salzburg gebe es jetzt ein neues Tierschutzgesetz, erklärt Frau Rehrl, und weil viele heimische Züchter die neuen Standards nicht mehr einhalten könnten, würden die Rassehunde von den Amtstierärzten beschlagnahmt und zu ihr gebracht. Und da sie verpflichtet sei, die Identität der Züchter zu schützen, dürfe sie über die Herkunft der Welpen nichts verraten …
Bei einem anderen Teil der Hunde handle es sich um Welpen, die von heimischen Züchtern nicht „an den Mann gebracht würden". Sie erzählt die dramatische Geschichte eines Dalmatinerzüchters, der schwer erkrankte und seinem Sohn den Welpenverkauf überließ. Als er aus dem Spital zurückkehrte, habe er mit Entsetzen bemerkt, dass der Sohn keinen einzigen Hund verkauft hatte. Mit einem Anhänger voll Dalmatinerwelpen sei er dann verzweifelt zu ihr gefahren und habe ihr die unverkäuflichen Kleinen gebracht. Aber auch diesen Namen dürfe sie aus Schutzgründen nicht nennen.

Ständiger Welpennachschub
Beim Preis für die Welpen ist es mit der Mildtätigkeit aber schnell vorbei. Zwischen 400 bis 700 Euro muss ein Käufer im Durchschnitt für einen Rassewelpen aus ihrem „Tierheim" berappen. Und von denen gibt es ständig Nachschub. Auf ihrer aufwändig gestalteten Homepage – einer im übrigen perfekten Selbstinszenierung, in der sich die Schnauzerl-Chefin auch als Tiertrainerin und Therapeutin anpreist – bietet sie Tierbabies engros zur „Vermittlung" an. Die typischen Tierheimbewohner aber, in der Überzahl erwachsene, meist großwüchsige Mischlinge, fehlen gänzlich in Frau Rehrls „Tierheim". Warum, erklärt sich von selbst, wenn man beim Durchlesen der Homepage die „Abgabegebühr" für Hunde entdeckt, die man zahlen muss, wenn man sein Tier im „Tierheim" abgeben will. Und im „Abgabevertrag" (= eigentlich ein Aufnahmevertrag) des „Schnauzerl-Tierheims" wird sogar für Welpen, die älter als 12 Wochen sind, eine Gebühr von 50 bis 200 Euro angegeben! Kostenlos übernommen werden laut diesem Vertrag nur Welpen, die jünger als 12 Wochen und bereits geimpft sind. Und wer nur ein Fünkchen Ahnung vom Alltag in österreichischen Tierheimen hat, weiß: Keinen Pfifferling bezahlt einer, der sein Tier loswerden möchte! So eine Gebühr schützt also ganz gut vor unerwünschten wirklichen Notfällen.
Bei telefonischen Anfragen an ihr mit hochoffizieller Bewilligung des Landes Salzburg betriebenes Tierheim bestätigt sich die Vermutung. Sie sei nur auf drei erwachsene Hunde eingerichtet, weil sie ja als zentrale Welpenvermittlung die vielen Kleinen betreuen müsse, wimmelt Frau Rehrl ab, aber da gebe es ja die Tierrettung eines anderen Vereines. Die würden das schon machen …

Dramatische Wendung: Seuchengefahr nicht ausschließbar!
Nur, mittlerweile gibt es im „Schnauzerl-Hotel" noch ganz andere akut gewordene Probleme von großem öffentlichen Interesse! Auf mehrfache Intervention von WUFF beim Landesveterinäramt zur Untersuchung von uns bekannt gewordenen seuchenartigen Erkrankungsfällen von bei Frau Rehrl gekauften Welpen, wovon auch mindestens einer verstorben ist, wurde uns schließlich zugesagt, eine Untersuchung und Obduktion zu veranlassen. Die ersten Ergebnisse liegen nun vor: Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine Infektionserkrankung mit seuchenhaftem Charakter im „Schnauzerl-Hotel" aufgetreten und möglicherweise noch immer vorhanden ist. Weitere Informationen zu diesem Thema, sowie zu den Erfahrungen von Welpenkäufern finden Sie in den verschiedenen Kästen dieses Artikels.

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Jennys qualvoller Tod

Fünf Tage kämpfte Alfred Weiß aus Neumarkt um das Leben der kleinen Beaglehündin Jenny, die er am 28.1.2002 im Schnauzerl-Tierheim gekauft hatte. Am 2.2.2002 ist Jennys schmerzvolles junges Leben zu Ende.

Als Herr Weiß den Welpen mit nach Hause nimmt, zittert er. Der sofort aufgesuchte Tierarzt stellt eine Unterkühlung fest, und auch die trüben Augen gefallen dem Veterinär nicht. Er äußert schlimme Befürchtungen, will jedoch alles versuchen. Ab dem 2. Tag kann Jenny trotz aller Versuche keine Nahrung mehr bei sich behalten. Sie erbricht, die Augen werden immer trüber. Der dünnflüssige Kot ist von weißem Schleim durchzogen. Blut findet sich in Kot und Erbrochenen. „Jenny konnte nicht einmal mehr stehen oder auch nur den Kopf halten. Sie sah aus wie diese Wackelhunde fürs Auto. Ich bin die ganze Zeit neben ihr auf der Wärmematte gelegen." Am 2.2.2002 ist die Familie auf eine Hochzeit geladen. Die fünfzehnjährige Tochter wacht bei der bereits völlig erschöpften Hündin. Zu Mittag kommen Herr Weiß und seine Frau vorzeitig zurück. Sie rufen den Tierarzt. Der nimmt Jenny mit, setzt noch einen letzten verzweifelten Versuch mit Ozontherapie. Dann muss er das Hundebaby einschläfern. Alfred Weiß hat einen Schlussstrich gezogen, alle Papiere, die an Jenny erinnern, weggeworfen: „Wir haben vertraut, dass Frau Rehrls Angaben stimmen. Sie hat dann behauptet, das wäre ihr erster kranker Hund gewesen. Doch im nachhinein fiel mir Jennys Schwester ein. Die war so auffällig ruhig und hatte trübe Augen. Doch Frau Rehrl hat beteuert, dass alles in Ordnung sei." Der tragische Tod des Beaglewelpen belastet Herrn Weiß noch heute: „Wir waren Tag und Nacht für die kleine Jenny da und alle völlig mit den Nerven fertig. Vor allem unsere Tochter."

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Tagebuch einer Tragödie

Hilfesuchend wandte sich Frau Ulrike Eckardt aus Salzburg an die WUFF-Redaktion. Über ein Inserat, in dem Welpen aller Rassen angeboten wurden, war sie mit Frau Linda-Ann Rehrl-Stevenson in Kontakt getreten. Am 29.4.2002 erwirbt sie in deren „Tierheim-Tierpension Schnauzerl" den Mischlingswelpen Leporello. Die Freude ist groß. Besonders bei der zehnjährigen Tochter Karoline, die sich sehnlichst einen Hund gewünscht hatte. Nur sieben Tage später ist der Leidensweg von Tier und Mensch zu Ende. Ein (auszugsweiser) Schicksalsbericht von Ulrike Eckardt.

Sonntag, 28.April 2002
Nach telefonischer Anmeldung kommen ich, meine Tochter Karoline sowie ein Bekannter, Herr Ing. Stefan Mayerl in der Tierpension Schnauzerl vorbei, um uns einen Hund anzuschauen. Leporello, ein Sennen-Collie-Mischling, gefällt uns sehr.
Montag, 29.April 2002
Gegen 18.15 Uhr komme ich vorbei, um für den Hund eine Anzahlung zu leisten, um ihn vorerst zu reservieren, bis wir uns endgültig entschieden haben. Ich werde sofort gefragt, ob es mir etwas ausmache, heute schon Besitzer des Hundes zu werden, also ihn sofort zu kaufen. Leporello wird mir noch einmal vorgeführt, wobei er aber nun sehr schlapp wirkt. Die Begründung: Er sei jetzt nicht so lebhaft, weil er ja diesmal allein sei, und außerdem sei er geimpft worden.
Mittwoch, 1.Mai 2002
Abholung des Welpen: Im Auto übergibt er sich schon nach kurzer Zeit, was wir zunächst auf die ungewohnte Schaukelei zurück führen.
Donnerstag, 2.Mai 2002
Leporello nimmt kaum Futter zu sich, und tagsüber übergibt er sich einige Zeit nach der Futteraufnahme. Der Stuhl war von vornherein eher dünnflüssig. Auch am späteren Abend und die ganze Nacht erbricht sich Leporello immer wieder.
Freitag, 3. Mai 2002
In den Morgenstunden Absatz von grellweiß-gelblichem, schleimigem, leicht von Blut durchzogenem und äußerst übelriechendem Kot. Ich fahre mit Leporello um 9 Uhr in die Praxis des Tierarztes Dr. Bitter. Dieser äußert nach Erhebung der Symptome und Begutachtung des Kotes die Verdachtsdiagnose auf Parvovirose. Frau Rehrl zeigt sich darüber schockiert, leugnet aber vehement, dass der Hund diese Krankheit in ihrem Heim bekommen haben könnte.
Am selben Tag, 18 Uhr
Dr. Bitter bemüht sich weiter um Leporello, und am Abend tritt eine scheinbare Besserung ein. Frau Rehrl betont immer wieder, dass sie nicht an Parvovirose glauben könne, dennoch aber bereit sei, Leporello zurückzunehmen.
Samstag, 5. Mai 2002
Am Morgen verweigert Leporello jedes Futter, nimmt nur Wasser. Um 9 Uhr wieder bei Dr. Bitter, der ihm eine Spritze verabreicht. Ich soll am Sonntag gegen 10 Uhr anrufen. Wir dürften aber keine Wunder erwarten.

Dramatische Wendung:
Gegen Mittag biete ich Leporello gekochtes Hühnerfleisch mit etwas Reis püriert an, wovon er nur wenige Bissen verspeist. Um 16 Uhr erbricht er das Fressen wieder, nachdem er meist in seinem Körbchen gelegen und einen müden Eindruck gemacht hat. In den späteren Abendstunden erbricht er immer häufiger. Ich versuche nochmals Dr. Bitter am Handy zu erreichen, leider erfolglos. Die ganze Nacht wird der Hund in immer kürzeren Abständen von Würgeattacken gequält, in deren Verlauf er nur mehr Wasser erbricht. Zwischendurch abgesetzter Stuhl ist schleimig, flüssig, weißlich und leicht blutig. Ich bleibe die ganze Nacht bei dem Tier, das gierig immer wieder versucht, Wasser aufzunehmen, in den frühen Morgenstunden aber auch dazu schon zu schwach zu sein scheint. Die Augen werden in den Morgenstunden glasig, die Schnauze ist sehr heiß.
Ich rufe gegen 7.30 Uhr Frau Rehrl an. Ich sehe mich außerstande, den Hund zuhause zu behalten. Da er aber dringend ärztlicher Hilfe bedürfe, schlage ich vor, ihn zu Dr. Bitter zu bringen. Das lehnt Frau Rehrl strikt ab. Sie wolle auf gar keinen Fall, dass Dr. Bitter das Tier nochmals sehe oder gar behandle, und verlangt, den Hund entweder sofort zu ihr oder in die Tierklinik Seekirchen zu bringen, wo sie ein Vertrauensverhältnis und günstige Konditionen habe. Herr Mayerl bringt daraufhin Leporello sofort in das „Tierheim Schnauzerl" zurück.
Frau Rehrl untersucht den Hund und meint, er sähe gar nicht so schlecht aus. Sie würde in der Tierklinik Seekirchen ein Röntgen veranlassen und nötigenfalls eine Laboruntersuchung. Falls sich der Verdacht auf Parvovirose bestätige, würde sie den Kaufpreis zurückerstatten.
Was zurückbleibt ist nicht in erster Linie verlorenes Geld, sondern ein furchtbar leidendes, totkrankes Tier und zumindest ein zutiefst seelisch verletztes Kind, großer Schmerz, Trauer und viele, viele Tränen.

Nachsatz: Einen Befund oder Kostenersatz hat Frau Eckardt von Frau Rehrl nie erhalten. Ihr wurde auch jede weitere Auskunft mit der Begründung verweigert, der Hund Leporello hätte sich bei Frau Eckart eine schwere Vergiftung zugezogen. Aber da war noch nicht offiziell, dass lt. Landesveterinärdirektion Salzburg im Schnauzerl-Hotel eine Infektionserkrankung mit seuchenhaftem Charakter aufgetreten und möglicherweise noch immer vorhanden ist. Ob Frau Eckart nun doch Kostenersatz bekommt?

>>> WUFF – RECHERCHE

Maulkorb für Tierschutzbeauftragte?

WUFF informierte die Veterinärabteilung des Landes Salzburg unter der Leitung von Hofrat Dr. Kurt Trenka über die sich häufenden konkreten Beschwerden betreffend die Zustände im „Tierhotel-Tierheim Schnauzerl" von Frau Rehrl. Vor allem interessierte uns, ob es sich bei den Rassewelpen um Importe aus den ehemaligen Ostblockländern handelt. Wir ersuchten weiters bezüglich der umstrittenen Tierheimbewilligung um ein Gespräch mit der Salzburger Tierschutzbeauftragten Dr. Gertraud Wagner-Schöppl. Sie hatte sich uns gegenüber sehr kooperativ gezeigt, eine Stellungnahme aber von der Erlaubnis ihres Chefs abhängig gemacht. Diese wurde bisher von der Veterinärabteilung aber verweigert! Warum?

Drohende Seuchengefahr durch importierte Ost-Welpen?
Weiters wiesen wir im öffentlichen Interesse auf eine drohende Seuchengefahr für die Allgemeinheit und Pensionstiere hin, falls sich die an uns herangetragenen Befürchtungen bestätigen würden. Denn Frau Rehrl handelt nicht nur mit Welpen, sie betreibt im selben Haus auch eine Tierpension. Und im Gespräch von WUFF-Redakteur Gerald Pötz mit einem Mitarbeiter des Salzburger Landesveterinäramtes, Dr. Loos, teilte dieser mit, dass bekannt sei, dass Frau Rehrl vom „Tierheim-Schnauzerlhotel" mit Hundewelpen aus dem Ausland handle, diese jedoch korrekt verzolle. Hofrat Dr. Trenka, Leiter der Veterinärabteilung Salzburg, bestätigte dies indirekt in einem Schreiben, das er am 31.5.2002 WUFF übermittelte: „Den Aussagen von Herrn Dr. Loos ist nichts hinzuzufügen". Hofrat Dr. Trenka weiter zur Problematik der Tierheimbewilligung für eine Hundehändlerin: „Zu dem Vorwurf einer ‘fragwürdigen Kombination von Tierhandel und Tierheim’ muss auf die einschlägigen Bestimmungen des Salzburger Tierschutzgesetzes verwiesen werden, wonach der Tierhandel in einem Tierheim grundsätzlich nicht verboten ist. Ich verhehle jedoch nicht, dass ein Tierhandel in einem Tierheim nicht gerade zum seriösen Ruf eines solchen beiträgt.". Bezüglich des Verdachtes auf Tierseuchengefahr durch verkaufte Welpen und die Ansteckungsgefahr für Pensionsgäste des „Tierhotels Schnauzerl" verwies er auf ausständige Untersuchungsergebnisse.

Die Bombe platzt: Tierseuche im „Schnauzerl Hotel" nicht mehr auszuschließen!
Kurz vor Redaktionsschluß trifft am 15.6.2002 ein weiteres Mail des Veterinäramtes Salzburg ein, in dem Dr. Erik Loos wie folgt informiert: „Nach weiteren umfangreichen Recherchen und Einbindung von Experten des Institutes für Virologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien kommt der Amtssachverständige jetzt doch zum Ergebnis, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass eine (wahrscheinlich virale) Infektionserkrankung mit seuchenhaftem Charakter im Schnauzerl-Hotel aufgetreten und möglicherweise noch immer vorhanden ist. Nach Obduktion eines Hundes sind bei diesem zwar keine Parvoviren nachzuweisen gewesen, allerdings kann der Verdacht auf Vorliegen dieser Krankheit nicht ausgeschlossen werden, da Testergebnisse zum Nachweis dieser Viren im fortgeschrittenen Krankheitsfall oft kein eindeutiges Ergebnis zeigen." Unverständlich: Trotz der Gefahr für die Allgemeinheit und die Pensionstiere wurde vom Veterinäramt Salzburg noch immer keine Schließung des „Tierhotels-Tierheims Schnauzerl" veranlaßt! Und das, obwohl sich die Pensionstiere und der Hundehandel im selben Haus befinden!

Ansteckungsgefahr für Pensionstiere im „Schnauzerl"?
Nach Rückfragen bei Tierseuchenexperten ist es unbedingt notwendig, potenzielle Kunden des „Schnauzerl-Hotels" über eine mögliche Ansteckungsgefahr zu informieren, und es wurde empfohlen, die Stätte bis zu einer endgültigen Klärung behördlich zu sperren. WUFF wird deshalb weiter beim Veterinäramt der Salzburger Landesregierung zum Schutz der Allgemeinheit intervenieren. Über den weiteren Fortgang der Angelegenheit erfahren Sie im nächsten WUFF und wahrscheinlich auch in Ihren lokalen Medien.
(Hinweis: Hervorhebungen in den Originalzitaten durch Unterstreichung erfolgten durch die Redaktion.)

>>> WUFF – RECHERCHE

Stellungnahme zu den Vorwürfen

Im Sinne einer fairen Recherche erhielt natürlich Frau Rehrl vom Tierheim-Tierhotel Schnauzerl die Gelegenheit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Zur genauen Herkunftsdeklaration der Rassewelpen erhielten wir keine konkreten Angaben. Bei den Tieren handle es sich laut Frau Rehrl um Welpen aus „Schutzverwahrung", um unvermittelbare Welpen von sogenannten Hobbyzüchtern, von Bauern, von privaten und vereinsmäßigen Tierschützern, die Tiere aus dem Ausland retten, usw..
Zum Vorwurf über verstorbene Welpen schreibt Frau Rehrl: „Es kann vorkommen, dass Hundewelpen bei dem neuen Besitzer versterben. Die uns bekannten Fälle, welche in den letzten Wochen auftraten, sind eine Vergiftung, ein Leberschaden und eine Darminfektion, welche nicht auf unser Haus rückführbar sind." Auch auf unsere Anfrage bezüglich des Auftretens von Tierseuchen in ihrem Haus antwortet Frau Rehrl: „Kürzliche Befunde unserer Hunde ergaben, dass diese keine seuchenhafte Erkrankung (Parvovirose, Staupe o.ä.) zeigten. Laborbefunde können dies auch dokumentieren." (Anm. d. Red.: Der beigelegte Laborbefund war in dieser Frage nicht aussagekräftig.) Weiters: siehe Kasten.
Die Frage nach den fehlenden typischen Tierheimhunden beantwortete Frau Rehrl (mit einer für uns völlig wirr wirkenden und nicht nachvollziehbaren Aussage) dahingehend, dass erwachsene Hunde nicht im Internet angeboten würden, weil sie sich meist noch in Ausbildung befänden und nicht vermittelbar seien … Frau Rehrl weiter: „Hauptaufgabe unseres Hauses ist die Tierpension für Hunde, Katzen und Käfigtiere, welche in Salzburg seit mehreren Jahren zu einer unverzichtbaren Einrichtung wurde. Nach ungezählten, unangesagten Kontrollen seitens der Behörden wurde das Schnauzerl immer ausgezeichnet bewertet."

Verein nach WUFF-Anfrage abgemeldet
Übrigens hat Frau Rehrl am selben Tag unserer Anfrage hinsichtlich Stellungnahme plötzlich ihren Verein „Schnauzerl – gemeinnütziger Verein zur Förderung familienbezogener Hundehaltung- und erziehung" abgemeldet. Die offiziellen Gründe sind uns noch nicht bekannt. Aber nach wie vor ist sie als Gewerbebetrieb Tierpension-Tierhandel tätig und darf sich vermutlich trotzdem weiter Tierheim nennen … Zu ihrer Aussage bezüglich der Befunde ihrer Hunde wird auf den letzten Stand der Ermittlungen verwiesen (s. Kasten), nach dem eine Seuchengefahr im Schnauzerl-Hotel nicht mehr auszuschließen sei!

>>> WUFF – INFORMATION

Aufnahme des Schnauzerl-Vereins von ÖHU abgelehnt

Linda-Ann Rehrl-Stevenson sieht sich auch als Expertin in Fragen der Hundeerziehung. Doch um Abrichtekurse mit Abschlussprüfung anbieten zu können, braucht es einen übergeordneten Dachverband, in Österreich ÖKV oder ÖHU. Ihr Antrag auf Mitgliedschaft des Schnauzerl Vereines wurde auf der letzten Generalversammlung der ÖHU jedoch abgelehnt. Aufmerksame Mitglieder hatten die Aufnahme verhindert. Präsident Karl Baronyai: „Es gab vehementen Widerstand von Salzburger Mitgliedsvereinen, die von schlechten Erfahrungen mit Frau Rehrl berichteten. Darüber hinaus sind unsere Mitgliedsvereine gemeinnützig und da passt Frau Rehrl mit dem Hundehandel nicht dazu." Dass die kämpferische Schnauzerl-Chefin den ÖHU Vorstand erst klagen wollte (was in diesem Fall kaum möglich ist) und dann die Einberufung eines Schiedsgerichtes begehrte, nimmt Baronyai gelassen: „Ein Schiedsgericht kann nur von einem Mitglied angerufen werden. Ein solches ist Frau Rehrl nicht." Und fügt schmunzelnd hinzu: „Frau Rehrl hat uns vorgeworfen, dass es ihr noch nie passiert sei, dass man sie irgendwo hinausgeworfen hätte. Aber hinausgeworfen haben wir sie ja gar nicht. Nur nicht aufgenommen."

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