Muslime und Hunde – Eine ambivalente Beziehung

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In europäischen ­Ballungszentren ­leben heute mehr Menschen ­muslimischen Glaubens als jemals zuvor. Manche sind ­begeisterte Hundehalter, andere ­weichen ­erschrocken vor unseren Vier­beinern zurück und würden nie ­einen Hund auch nur in ihr Haus lassen.
Eine verwirrende Situation für unsere meist tierliebende ­Bevölkerung.
Erstaunlicherweise gibt es für ­dieses ­konträre und auf den ersten Blick ­unvereinbare Verhalten eine plausible Erklärung. Zumeist ist diese doch selbst vielen Muslimen unbekannt.

Ein Rückblick: Vor zwanzig Jahren noch wechselten in der Türkei Fußgänger zeitig die Straßenseite, wenn in der Ferne ein Hund auftauchte. Selbst in einer Metropole wie Istanbul hüpften Passanten erschrocken vom ­Gehsteig, falls sie plötzlich vor einem Hund ­standen. Straßenhunde gab es selten, den Hund als Haustier fast gar nicht. Eine Mietwohnung mit Hund zu finden war schier unmöglich. Mit seinem Hund ­spazieren zu gehen sorgte für kreischende Mitbürger. Wenn nicht aus Angst, dann allerdings vor Begeisterung. In zehn Meter Entfernung hockten sich Hundefans auf den Boden, um den ­mittlerweile recht skeptisch drein­blickenden Hund knuddeln und streicheln zu können.

Heute ist die Situation anders. Zwar sind Hunde noch immer nicht in öffent­lichen Verkehrsmitteln erlaubt, doch ist die Anzahl der Hundebesitzer so hoch, dass zumindest in Großstädten und Touristengebieten vermehrt Restaurants Hunden Einlass gewähren. Fast an jeder Ecke findet man Zoofachgeschäfte und Tierärzte. Dass die neugewonnene Liebe für Hunde leider zu oft das nötige Verantwortungsbewusstsein vermissen lässt, davon zeugen heute Tausende von Straßenhunden. Die Einstellung zum Hund ist wie in vielen muslimischen Ländern noch immer zwiegespalten.

Andere Länder, andere „Sitten“
Amr Wali ist 25 Jahre alt und stammt aus Homs, der drittgrößten Stadt Syriens. Vor knapp 1,5 Jahren kam er als Flüchtling in die Türkei, mit dem Traum, es bis in eines der mitteleuropäischen Länder zu schaffen. Heute hat er diesen Traum abgehakt. „Nicht viele Menschen in Syrien haben Hunde. Einige natürlich schon, aber es ist nicht die Norm“, erklärt Amr. „Das sind meistens Christen.“ Seine Familie gehört zu den nicht-christlichen Ausnahmen. „Als Kind wollte ich immer einen Hund. Letztlich haben meine Eltern eingewilligt“, erzählt er wehmütig. „In Syrien kann man keine Hunde in einem Tierheim adoptieren, es gibt auch keine Straßenhunde. Welpen können nur in einer Zoofachhandlung gekauft werden und sind sehr teuer.“ Vereinzelt gäbe es Tierärzte, dort kaufe man das Hundefutter. Denn woanders Futter zu bekommen sei schwierig. Seinen Malteser musste Amr schweren Herzens zurücklassen.

Judith Karabataks Erfahrungen mit Jugendlichen aus Syrien und Afghanistan bestätigen, dass Amr eine Ausnahme ist. Als Erzieherin für Jugendliche und Heimkinder in Düsseldorf hat Karabatak sehr viel mit Flüchtlingen aus dem orien­talischen Kulturkreis zu tun. „Hunde sind schmutzig. Außerdem haben sogar einige Angst“, beschreibt Judith Karabatak die Einstellung der muslimischen Jugendlichen zu Hunden. Manchmal nimmt sie ihren Hund Zeytin, einen Berger des Pyrénées-Mischling, mit zur Arbeit. „Er wird aus der Ferne bewundert, aber näher kommen will ihm keiner. Es gibt natürlich seltene Ausnahmen, die sich trauen, ihn mal zu streicheln.“

Als Dilek Döngeloglu Demirel in der türkischen Stadt Izmir vor knapp einem Jahr ihren Labrador adoptierte, war die Reaktion im Familien- und Bekanntenkreis ebenfalls typisch: Einen Hund hielte man nicht im Haus, das sei Sünde, „der Segen des Hauses“ ginge verloren, Engel würden ein Haus, in dem ein Hund lebe, nicht betreten. Demirel fing an zu recherchieren.

Ingrid Mattson hat sich ebenfalls mit diesem Thema intensiv auseinander­gesetzt. Als sie zum Islam konvertierte, sagte man ihr, Hunde seien verboten. Heute weiß sie, dass es viele Nuancen gibt. Als Professorin für Islamische Studien an der Western Ontario Uni­versität und erste weibliche Vorsitzende der Islamischen Gesellschaft Nord­amerikas (ISNA), eine der weltweit größten muslimischen Vereinigungen, ist sie mit dem Thema vertraut. Für Mattson ist das Argument der Engel nicht haltbar. Falls man die Überlieferung, dass Prophet Mohammed dies gesagt haben soll, als authentisch akzeptiere, dann müsse man diese erst noch im Kontext analysieren, um seine Bedeutung zu verstehen. Zudem sei möglich, dass dies ausschließlich für das Haus, in dem sich der Prophet aufhielt, gegolten habe, denn normale Menschen bekämen keinen Besuch von Engeln, schreibt sie in ihren zahlreichen Abhandlungen zum Thema. Auch Mattson hat einen Hund. Mischling Ziggy wurde aus dem Tierheim geholt.

Der Koran- und Hadithwissenschaftler Ulvi Karagedik vom Institut für Islamische Studien der Universität Wien kennt das Problem ebenfalls. „Diese Thematik ist sehr differenziert. Einerseits gibt es diesbezüglich durchaus problematische Inhalte in prophetischen Überlieferungen, nicht im Koran, andererseits aber auch deutlich tierschützende und tierliebende Tradierungen.“ Diese einzeln als richtungsweisend zu erachten sei irreführend, meint der Wissenschaftler, man müsse sie im Gesamtkontext analysieren und auswerten. „Darüber hinaus spielt auch der historische Kontext eine wichtige Rolle. Welchen Status hatten die Hunde in der Gesellschaft der vor- und früh­islamischen Araber des 7. Jahrhunderts? Wie war es mit Hunden als „Haustieren“? Welche gesundheitlichen oder klimatischen Faktoren könnten eine Rolle gespielt haben?“. Ohne diese Fragen zu beantworten sei eine objektive und zeitgemäße Perspektive unmöglich, erklärt Karagedik.

Im Hause Demirel haben heute alle den Familienzuwachs akzeptiert. Die älteren Verwandten beten wieder bei ihr, wenn sie zu Besuch sind. Denn Dilek ­Döngeoglu Demirel hatte von ihren ­Recherchen erzählt und das Ergebnis ergab für ihre Familie Sinn.

Dass in der Türkei der Großteil der Bevölkerung gegen Hunde ist, weiß auch Tugçe Altın Atsan. Obwohl ihre Mutter und ihr 83-jähriger Großvater fünfmal am Tag beten würden, seien beide extrem tierlieb und von Anfang an begeistert von ihrer Labrador-Hündin Maya gewesen. Anders jedoch die Umgebung. „Im Tante-Emma-Laden um die Ecke wurde mir doch tatsächlich gesagt, es gebe dort für mich nichts zu kaufen.“ Selbst die Wohnungssuche in der mittel­anatolischen Stadt Kayseri gestaltet sich schwierig. „Erwähne ich, dass wir einen Hund haben, schauen mich die Leute an, als ob ich von einer ausgestorbenen Tierart wie einem Dinosaurier reden würde.“

Iran: Hundehaltung unter Strafe?
Im Iran sieht man das nicht so „locker“. Vor knapp 2 Jahren wurde im Iranischen Parlament wieder einmal ein Gesetzes­entwurf eingebracht, der Hundehaltung unter Strafe stellen sollte. Bereits 2011 berichtete die damalige Iran-Korrespondentin des Time Magazins, Azadeh Moaveni, von dem Gesetzesentwurf, der das „unislamische Laster“ der Hundehaltung als „kulturelles Problem, eine blinde Nachahmung der vulgären westlichen Kultur“ bezeichnete. Obwohl es laut Javid Al-e Davood, Vorsitzender der iranischen Tierschutzvereinigung, keine gesetzliche Grundlage für ein Verbot der Hundehaltung gibt, werden im Iran phasenweise immer wieder Hunde beim Spazierengehen oder aus dem Haus heraus konfisziert, denn den religiösen Führern des Landes zufolge ist Hundehaltung verboten.

Andere Religionsschule, andere ­Auffassung
Es gibt jedoch nicht nur Diskrepanzen zwischen Bevölkerung und Regierung, wie zum Beispiel im Iran. Auch innerhalb islamischer Länder stößt man auf sehr unterschiedliche Auffassungen, wenn es um Hunde geht. Für Europäer ist das meist unverständlich. Erklärt ist dies schnell. Wie Engy ­Abdelkader, Professorin für zivile Freiheit und nationale Sicherheit an der Georgetown Universität in ihrer Abhandlung über das islamische Recht und die amerikanische Tierschutztheorie darlegt, beruht die ­unterschiedliche Auffassung über ­Hunde auf den verschiedenen islamischen Religionsquellen. „Die Verse des Korans betreffen generelle Prinzipien, die oft von den Hadithen erläutert werden müssen“, schreibt sie. Zu Lebzeiten hätte der ­Prophet den Koran interpretiert und erklärt, woraufhin seine Worte als autoritative Quelle der moralischen, spirituellen und rechtlichen Führung angesehen würden.

Da der Koran keine systematische ­Behandlung juristischer Belange enthält, existierte nach Mohammeds Tod kein schriftlich niedergelegtes islamisches Gesetz, schreibt Abdelkader. Die Prophetengefährten und Gelehrte begannen zu erörtern, wie man die überlieferten Entscheidungen Mohammeds und die im Koran festgelegten Regelungen anwenden müsse. Die Ausführungen des Propheten wurden niedergeschrieben, auch bekannt als Hadithen. Zudem musste entschieden werden, welche Quellen zur Beurteilung neu entstehender Fragen anerkannt werden sollten. Hieraus entwickelten sich die schiitische sowie die sunnitische Rechtsschule. Die schiitische Rechtsschule ist im Iran, in Pakistan, Indien, im Irak, Libanon, in Bahrain und Aserbaidschan verbreitet. Die sunnitische Rechtsschule ­wiederum wird in vier Schulen unterteilt, die ­hanifitische, schafiitische, ­malikitische und hanbalitische Schule. Alle vier erkennen sich gegenseitig an, sind aber in Teilbereichen unterschiedlicher Auf­fassung.

Die Aufteilung in verschiedene Rechtsschulen sei letztlich für die teils recht konträre Auffassung Tieren gegenüber verantwortlich, erklärt auch Dr. Sarra Tlili. Die Assistenzprofessorin an der Universität Florida für Arabische und Islamische Studien forscht insbesondere zum Thema Koran und Tiere im Islam. Ihr Buch „Animals in the Qur’an” (Cambridge University Press, 2012) wird viel zitiert: „Der Koran gibt die Erlaubnis, dass Tiere fürs Essen getötet werden ­dürfen und Kamele sowie Pferde als Lasttiere benützt werden können. Die Hadithen bestätigen diese Erlaubnis, erläutern, wie diese Handlungen durchzuführen sind, und verdeutlichen die Einschränkungen.” Laut Tlili drückte sich der Prophet Mohammed deutlich aus. „Tiere dürfen nicht getötet werden, außer zum Essen, sie greifen einen an oder es handelt sich um Skorpione, Raben, Mäuse, Raubvögel oder wild gewordene Tiere“, sagte sie während ihrer ­Harvard-Rede mit dem Titel „Tiere würden der schafiitischen Schule folgen“. Je mehr sich eine Schule aus Sicht der Methodenlehre auf den Text und nicht auf deren Auslegung konzentriere, desto besser seien Tiere geschützt.

Sure 6 Vers 38 stelle laut Tlili nichtmenschliche Tiere mit Menschen gleich und würde zudem deren Bedeutung unterstreichen. Aus der Erkenntnis, dass nichtmenschliche Tiere ebenso wichtig sind, schlussfolgerten Koranausleger vor allem, dass Menschen Tiere gut behandeln sollten.

Sure 6, Vers 38: Lebewesen – Gemeinschaften wie Menschen
„Alle Lebewesen auf der Erde, die gehen oder sich mit Flügeln durch die Luft bewegen, sind Gemeinschaften wie ihr. Wir haben alles genau festgehalten im Buch. Vor ihrem Herrn sollen sie dann versammelt werden.“

Hunde in den vier islamischen ­Rechtsschulen
Die hanifitische Schule: Die liberalste aller sunnitischen Schulen ist heute vor allem auf dem Balkan, dem Kaukasus, in Afghanistan, Pakistan, Turkestan, Zentralasien, Indien, China, Bangladesch und in der Türkei vertreten. Als „­unrein” wird nur der Speichel des Hundes angesehen. 2015 gab die türkische Religions­behörde eine Fatwa heraus, d.h. eine von einer muslimischen Autorität auf Anfrage erteilte Rechtsauskunft, dass nicht der Hund an sich, sondern allein sein Kot und Speichel unrein ­seien. Orte, die damit beschmutzt würden, gelten als unrein und könnten nicht zum Gebet benutzt werden. Letztlich gebe es aber keine Bedenken, in einer Wohnung zu beten, wo auch ein Hund sei, solange der Gebetsplatz sauber von dessen ­Speichel und Kot gehalten würde. Laut Tlili orientiert sich die hanifitische Schule am stärksten an solchen Auslegungen und nicht an dem Inhalt der Hadith-Texte, was oft auf Kosten der Tiere geht. Denn bei den Hanifiten gelte der Nutzen an einem Tier als ausreichende Erlaubnis es zu töten, wie zum Beispiel das Töten von Raubtieren für ihren Pelz.

Die malikitische Schule: Sie ist heute vor allem in Kuwait und Bahrain ver­treten. Laut Ingrid Mattson unter­scheidet die malikitische Schule zwischen Jagdhunden und wilden Hunden, da der Koran die Haltung von Hunden zu einem nützlichen Zweck toleriert. Da das Fleisch von Tieren, die der Jagdhund dem Jäger bringt, gegessen werden kann, obwohl es im Hundemaul mit dem Speichel des Hundes in Berührung kam, wird nur der Speichel von wilden Hunden als unrein betrachtet. Der von anderen Hunden kann durch sieben­maliges Waschen entfernt werden.

Die schafiitische Schule: Sie erkennt auch die Hadithen als göttlich inspiriert an, wobei dem Koran Vorrecht eingeräumt wird. Hier gilt der Hund als ganzes Tier als unrein und jeder Ort, den ein Hund berührt hat, ebenso. Für Tlili ist trotzdem die schafiitische Schule diejenige, die Tiere am meisten schützt. Denn das Töten von Tieren für deren Nutzung ist verboten. Diese Schule halte sich laut Tlili streng an die Texte. „Wenn zum Beispiel ein Schaf einen Edelstein verschluckt, dann erlaubt die schafiitische Schule die Tötung des Schafes nicht, um an den Edelstein zu kommen, selbst wenn das Tier danach gegessen würde. Für sie ist das Leben eines Tieres zu heilig, als dass es für finanziellen Profit geopfert werden könnte.“ sagt Tlili.

Die hanbalitische Schule: Diese lehnt jegliche Form menschlicher Rechtsfindung ab und vertritt die alleinige Anerkennung des Korans. Sie ist heute vor allem in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten verbreitet.

Hunde als Symbol der Irrationalität der Tradition
Dr. Khaled Abou El Fadl, Professor für Islamisches Recht an der Universität von Kalifornien in Los Angeles, hegt Zweifel an der Authentizität der ­Hadithen, die als rechtliche Grundlage für den Umgang mit Hunden zitiert werden. Seine Nachforschungen zum Thema endeten 2004 in der Veröffentlichung seines Buches „Dogs in the Islamic Tradition and Nature.“ Heute liegen drei Hunde bei ihm auf dem Sofa, ein gelber Cockerspaniel-Mischling, ein schwarzer Schäferhund und ein ehemals missbrauchter Mischling. Alle hat er aus dem Tierheim. „Hunde repräsentieren meine Rebellion gegen die Ignoranz bezüglich der Grundlagen historischer Gesetze“ sagt Abou El Fadl. „Sie sind das ­Symbol der Irrationalität unserer Tradition, die Privilegierung von Gesetzen über ­Menschlichkeit.“

Laut Abou El Fadl ist es schwierig, die Authentizität der mehreren zehntausend Hadithen zu prüfen, die bezüglich Barmherzigkeit gegenüber Hunden, ­deren Unreinheit bis hin zur Regelung des Verkaufes von Hunden zitiert würden. Dafür sei Wissen und kritische Analyse erforderlich. Im Falle der ­Hunde-Hadithen fand der Professor Erstaunliches heraus. Diese würden sich sowohl auf unverlässliche Quellen beziehen als auch arabische Traditionen widerspiegeln, die auf vor-islamische Zeiten datiert werden können. Alle hundefeindlichen Überlieferungen sind für Abou El Fadl nichts anderes als Ausdruck der mittlerweile kulturell verankerten Angst vor der Natur und ihren unvoraussehbaren sowie bedrohlichen Eigenschaften. Bei seinen Nachforschungen stieß er auf historische Quellen, die davon zeugen, dass zu Mohammeds Lebzeiten Hunde in Medina frei herumliefen und sogar die Moschee des Propheten betreten haben. Am erstaun­lichsten findet er allerdings die Tatsache, dass moderne Muslime zum größten Teil gar nichts von all den vor-modernen Bestimmungen wissen, die die Reinheit von Hunden recht­fertigen.

Aufklärung oder Verständnis
Die meisten der syrischen Flüchtlinge sind zwar Sunniten, doch gibt es viele große und kleine Minderheiten in dem Land, das einmal ein religiös-ethnischer Flickenteppich war. „Manche Bekannte meines Vaters kamen uns nicht mehr besuchen, denn unsere Wohnung war durch unseren Hund für sie unrein geworden“, sagt Amr Wali. Auch unter den Flüchtlingen, die er in der Türkei kennt, ist dies die vorherrschende Einstellung. Aus religiösen Gründen würde keiner einen Hund im Haus dulden. „Ich möchte nicht verallgemeinern, aber die syrischen Flüchtlinge, die ich hier kenne, stammen alle aus derselben Gegend. Sie haben alle die gleiche Einstellung gegenüber Hunden.“ Allerdings mit einer Ausnahme: „Eine syrische Frau hat einen Hund, der lebt jedoch im Garten. Aber sie kümmert sich um ihn und füttert ihn.“

Der Verhaltensbiologe und Privatdozent an der Uni Zürich Dennis C. Turner kam nach jahrzehntelanger Forschung über die Beziehung des Menschen zur Katze zu folgendem Schluss: „Unsere westliche Tierschutzbewegung wird in andere ­Länder exportiert … ohne die ­geschichtlichen, kulturellen/­religiösen und wirtschaftlichen Wurzeln der ­Einstellung und des Verhaltens gegenüber Tieren in diesen Ländern vollkommen verstanden zu haben. Überdies geht man davon aus, dass ebendiese Einstellung geändert werden könne.“

Wie umgehen?
Wie soll man also am besten mit diesem Thema umgehen? Jegliche Art der Aufklärung von Seiten der Nicht-­Muslime wird oft mit einem „Nicht-­Muslime können so etwas überhaupt nicht beurteilen” abgetan. Andere wiederum entgegnen selbst Muslimen, dass nur Religionswissenschaftler dieses Thema beurteilen könnten. In Anbetracht der doch recht differenzierten Auslegungen der verschiedenen islamischen Schulen ist dieses Argument nicht von der Hand zu weisen. Bleibt uns nur, vor allem erst einmal Verständnis zu zeigen.

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