Newton und die Sache mit dem Licht …

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„Hundephysik“ …

Was haben Hunde und Physik gemeinsam? Gibt es „Mathematische Grundlagen der Natur­philosophie“, denen das hundliche Verhalten unterliegt? Ja, es gibt einen Zusammenhang ­zwischen Hunden und Physik. Hund Newton ist der beste Beweis dafür, wenn er sich mit Licht und Schatten beschäftigt. Hunde und Physik mit einem zwinkernden Auge betrachtet – von Lisa Klotz.

Unser Hund Newton ist kein ­Regenliebhaber. Insofern mündeten in den letzten Wochen die ausgedehnten Spaziergänge immer in triefend nassem Fell – trotz schickem Hunderegenmantel – und mehr oder weniger getrübter Hundelaune. Das, was Newton während des Dauerregens am meisten vermisst, ist das Licht.

Wie es sich mit dem Licht verhält, beschäftigt unseren Hund schon seit geraumer Zeit. Das Licht zaubert ganz tolle Farben auf die Sommerwiesen. Und an so einem floralen Kunstwerk wie dieser Löwenzahnwiese kommt ­Newton keinesfalls einfach so vorbei, ohne darin herumzutoben, den Derwisch zu machen und seine langen Hängeohren beim Rennen flattern zu lassen. Das Licht, findet Newton, ist ein Glücks­bringer.

Weshalb der Löwenzahn so wunderschön gelb ist, hatte ja schon, das weiß unser Hund genau, sein Namensvetter, der Physiker Sir Isaac Newton herausgefunden. Der war nämlich, wie auch unser Hund, ein Forschergeist. Indem er ein Prisma in einen Lichtstrahl hielt konnte er sehen, dass weißes Licht aus ganz vielen verschiedenen Farben besteht, den Spektralfarben. Vermutlich hat sich der Wissenschaftler mit seinem Prisma hinter brüchigen Fensterläden im Dunklen auf die Lauer gestellt, bis ein schmaler Lichtstrahl durch einen Spalt schien. Was er dafür auf jeden Fall benötigte war Geduld. Viel Geduld.

An ihm nimmt sich unser Hund allem Anschein nach ein Beispiel, wenn er – wie so oft – gezwungenermaßen wieder mal einen Buchladen oder ein Antiquariat betreten muss. Geduldig wartet er dann ab. Vielleicht auch froh, sich mal im Schatten aufzuhalten. Denn Licht, das weiß Newton, ist auf Schatten ­angewiesen; und umgekehrt.

Nachdem er sich ausgeruht und etwas abgekühlt hat, interessiert sich Newton manchmal in den schattigen Bereichen für Gegenstände, die wir nicht gut finden. Vollgeschnäuzte ­Taschentücher zum Beispiel. Mein Mann und ich finden, dass vollgeschnäuzte Taschentücher Hunde eigentlich gar nicht interessieren sollten, weil sie außerhalb des, naja sagen wir mal hündischen, Bereiches liegen. Newton interessiert sich eben für viel mehr als wir für möglich halten. Nur weil jemand meint, Hunde und Taschentücher gehörten nicht zusammen …

Was viele Leute erstaunt ist, dass der Physiker Newton nicht nur die Physik und das moderne Wissenschaftsverständnis geprägt hat, sondern dass er sich darüber hinaus auch für aus heutiger Sicht wissenschaftsferne ­Bereiche interessiert hat. Heute würde man sagen Pseudowissenschaft.

Alchemie, wenn man so will, ist der Schattenbereich des Physikers Newton. Der Renaissance-Wissenschaftler beschäftigte sich unter anderem sehr viel mit theologischen Fragen. Mehr noch als mit Physik nach heutigem Verständnis. Er wollte, wenn man so will, dem Geheimnis der Welt auf die Schliche kommen. Dazu gehörte nach seinem Verständnis genauso die Beschäftigung mit der Erschaffung der Welt, wie die Transformation von Blei in Gold, oder die Bewegung der Planeten.

Der Physiker Newton ging davon aus, dass Licht und Energie nach alchemistischen Prinzipien ineinander trans­formierbar seien.

Manche sind nun der Ansicht, dass das Genie Newton schon im 18. Jahrhundert Einsteins spezielle Relativitätstheorie vorweggenommen hat. Nach Einstein ist die Energie der Masse mal der Lichtgeschwindigkeit im Quadrat äquivalent. Oder ganz einfach gesagt: E = mc2. Unser Hund ist sich da nicht so sicher – bei aller Liebe zu seinem Namensvetter – ob tatsächlich beide annähernd dasselbe Verständnis von Licht, Materie und Energie hatten. Aber das Spannende ist ja, darüber zu diskutieren.

Worüber man mit unserem Hund ­Newton auf keinen Fall diskutieren ­sollte ist eine Dusche. Oder ein Sprung in den See. Da muss er einfach durch.

Die Farbentheorie unseres Hundes besagt, dass alles, was Spaß macht, gut ist. Und manche Hobbys hinterlassen eben Spuren. Gelbe Spuren. Vielleicht, so denkt sich unser Hund nach einem ausgedehnten Spiel in seinem gelben Glück, beinhaltet mein weißes Fell ebenso alle Spektralfarben. Und wenn man eine Sommerwiese wie ein Prisma zwischen ihn und die Sonne hält, leuchtet sein Fell auch in anderen Farben …

Pdf zu diesem Artikel: newton_11_2016

 

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