Tipp: Die richtige Welpenschule

0
673

Die Kolumne zum Thema „Alltagsprobleme mit dem Hund". WUFF Autorin Yvonne Adler, Tierpsychologin, akademisch geprüfte Kynologin und tierschutzqualifizierte Hundetrainerin, beantwortet Ihre Fragen. Schicken Sie uns Ihr Alltagsproblem mit Ihrem Hund, kurz formuliert und mit 1 bis 2 Bildern. In dieser Ausgabe geht es darum, woran man eine gute Welpenschule erkennt.

Seit einer Woche haben wir Maxl, einen kleinen Terrier Welpen. Er ist sehr anhänglich und sucht unsere Nähe und Zuwendung. Nun hörten wir schon von vielen Hundebesitzern, dass wir mit ihm in eine Welpenschule gehen sollten. Maxl ist jedoch ein sehr kleiner Welpe und wir haben Sorge, dass er in so einem Kurs nur überrannt und eingeschüchtert wird. Deshalb sind wir uns unsicher, was für uns und Maxl das Beste wäre. Haben Sie hier einen Rat oder Tipp für uns? Vielen Dank!
Liebe Grüße, Natalie S.

Liebe Natalie!
Ein guter Welpenkurs oder eine gute Welpenspielgruppe können dazu beitragen, dass sich Ihr Maxl zu einem selbstsicheren und gut sozialisierten Hund entwickelt. Das Einüben von unterschiedlichen Verhaltensweisen aus verschiedenen Funktionskreisen im Rahmen des Spielens mit anderen Hunden ist für die Welpen unerlässlich. Das Spiel fördert neben der Sozialisation auch die geistige Leistungsfähigkeit, Beweglichkeit und Koordination Ihres Welpen. Der junge Organismus lernt sehr schnell, daher ist es gut, verschiedene Umweltreize, welchen der Welpe auch später noch begegnen wird, schon als junger Hund zu üben. Wichtig sind hier die dosierten Inputs, sodass eine Reizüberflutung für den jungen Organismus vermieden wird.

Ein sicher durchgeführtes und gelenkschonendes Gerätetraining kann für das Selbstbewusstsein des Welpen hilfreich sein. Zusätzlich sollten Übungen wie: „Komm" und Bindungsübungen zum Halter ein Bestandteil der Ausbildung sein. Deshalb sollte jeder Welpe, egal welcher Größe/Rasse, die Möglichkeit haben, Art- und Alters­genossen treffen zu können.

Worauf achten?
Bei der Auswahl der Welpengruppe und einer geeigneten Hundeschule sollten Sie unbedingt auf die Qualifikationen und Ausbildung der Hunde­trainer achten. Wie viel Erfahrung können sie vorweisen, und bilden sie sich auch laufend fort, um auch nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu unterrichten? Der Hundetrainer sollte nicht nur auf die Hunde individuell eingehen und sie positiv motivieren können, sondern auch fähig sein, den Besitzern die nötige Sicherheit zu vermitteln! Nur so wird ein gemeinsamer Lernerfolg erreicht. Dazu gehören außerdem Lernpausen und dass der Trainer das Informations­bedürfnis jedes Halters umfassend erfüllt. Das vertrauens-, respekt- und verständnisvolle Miteinander zwischen Maxl und Ihnen sollte immer im Vordergrund stehen.

Im optimalen Fall lernen Sie die Hunde­schule mit Maxl im Einzel­training kennen. So kann er in Ruhe den Platz erkunden, während der ­Trainer alle Ihre Fragen beantwortet und auf Ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse eingeht. Nachdem Sie und Maxl sich wohl fühlen, werden Sie in eine kleine Welpengruppe integriert, in der die Hunde miteinander spielen können und ein gutes positives Lernklima herrscht. Hier sollten nicht mehr als maximal 6 Hunde pro Trainer im Kurs sein, damit dieser die Möglichkeit hat, gerade in einer gemischten Hundegruppe auf jeden Hund eingehen zu können.

Kleinsthunde-Gruppen
Bei manchen Hundeschulen werden sogar spezielle Kleinsthunde-Gruppen angeboten. Doch hier möchte ich zu bedenken geben, dass Ihr Maxl in seinem Leben sicher viele große Hunde treffen wird. Deshalb sollte er bereits jetzt schon lernen können, dass dies zum normalen Leben gehört und er sich bspw. nicht fürchten muss. Es bietet sich daher an, eine gemischte Hundegruppe für Maxl auszuwählen, in der verschiedene Hunderassen in unterschiedlichen Größen vorhanden sind, damit er in jungen Jahren behutsam einiges kennenlernen kann. Davon profitieren auch die größeren Welpen – sie lernen mit kleinen Hunden umzugehen und auch, dass diese von den Menschen manchmal auf den Arm genommen werden.

Indikator Hund
Um die Frage zu beantworten, ob Sie die richtige Hundeschule gefunden haben, ist Maxl selbst der beste Indikator. Geht er gern in „seine Schule"? Und fühlen auch Sie sich dort wohl und gut betreut? Wenn ja, dann haben Sie die richtige Hundeschule gefunden und werden dort sicher viel Spaß gemeinsam haben! Dies wünsche ich Ihnen beiden gemeinsam,

Ihre Yvonne Adler

Teilen
Vorheriger ArtikelSo geht’s! Nie mehr Steine apportieren …
Nächster ArtikelVerhaltensprobleme durch Schmerzen oder Krankheit
Yvonne Adler
Yvonne Adler lebt und arbeitet seit mehr als 20 Jahren mit Hunden. Sie schloss das Studium zur Tierpsychologin mit Auszeichnung ab und ist zudem eine von Europas ersten akademisch geprüften KynologInnen. Neben ihrer Tätigkeit als Sachverständige für Hunde, absolviert sie laufend weitere in- und ausländische Aus- und Fortbildungen im Bereich der Kynlogie, um stets auf dem aktuellsten Stand der internationalen Hundewissenschaft zu sein. Kontakt: Yvonne Adler – Adler Dogs® www.adler-dogs.at

Keine Kommentare