… und dann kam Sheila

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1924

Alltagsgeschichten

Nach dem Lesen dieses Artikels werden Sie sich ­fragen: „Wer bitte nimmt sich freiwillig einen Beagle?“ ­Familie Nessmann konnte dem Blick der Beagle-Hündin ­Sheila im Tierheim nicht widerstehen. Allen Vorsätzen zum Trotz zog Beagle-Dame Sheila bei der Familie ein. Dem ­un­widerstehlichen Beagleblick folgten Taten und Sheila zeigte ihr wahres Beagle-Gesicht …

Wie lange war ich weg gewesen? Zwanzig Minuten? Dreißig? Lange genug, um unserem neuesten Familienzugang die Möglichkeit zu geben, den Inhalt meiner Handtasche klein geschreddert im gesamten Wohnraum zu verteilen. Die Verursacherin des Chaos fand ich genüsslich dösend vor dem Kachelofen vor. Amüsant, eigentlich. Wären da nicht die leere Tube Handcreme, eine Lippencreme-Dose ohne Inhalt, ein Lippenstift-Etui ohne Lippenstift, eine säuberlich gereinigte Plastikverpackung, in der sich vor meiner Abwesenheit 50 Stück Kaugummis befunden hatten, sowie ein halb geleertes Hände-Desinfektionsmittel. Mir war durchaus bewusst, mit einem Beagle unter einem Dach zu leben, der vor nichts Essbarem halt macht, doch Kosmetika? Desinfektionsmittel? Diese großzügige Erweiterung der Speiseliste war mir neu.

Ich packte die gefräßige Beagle-Dame ins Auto und informierte den Tierarzt meines Vertrauens über unser baldiges Erscheinen. Kurze Zeit nach Verabreichung eines Brech-Mittels kam der ­Inhalt meiner Handtasche in einheit­licher Konsistenz wieder zum Vorschein. Mit Ausnahme der 50 Kaugummis. Diese waren völlig unversehrt; auf ­keinem einzigen befand sich eine Biss-Spur. Mein von Übelkeit noch sichtlich gezeichnetes Beaglechen schmiegte sich an mich und war für jede Streicheleinheit dankbar. Das war nicht immer so.

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