WUFF & digitales Hospital

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Hintergrund
Worum geht’s?
Ich möchte Sie durch meinen Blog, den Sie auch online lesen können, an den vielen, oft spannenden, freud-, aber manchmal auch leidvollen, stets aber authentischen Erfahrungen teilhaben lassen. Der Blog hat ein Open End, weil auch WUFF mit Ihnen als Leserin und Leser, vielleicht auch als (hoffentlich aktiver) Online-Rezipient, vulgo „User“, weitergehen wird (www.wuff.eu).
Schreiben Sie mir, fragen Sie mich! Ihre Reaktionen auf meinen Blog – so wie auch auf alle Artikel in WUFF – sind jederzeit willkommen und werden ggf. auch publiziert (jedoch nicht ohne Ihr Einverständnis). Und wenn Sie irgendetwas wissen wollen, das mit WUFF zu tun hat, fragen Sie mich einfach! (mosser@wuff.eu)
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und einen tieferen Einblick in das, was WUFF ausmacht.
Ihr Hans Mosser

Der Blog des Herausgebers

Was hat das 1992 eröffnete weltweit erste volldigitale Krankenhaus mit WUFF zu tun? Die Antwort lesen Sie im folgenden Blogbeitrag des WUFF Herausgebers.

Es ist Februar 1996, wir produzieren gerade unsere dritte WUFF-Ausgabe. Die Texte zwar auf einem Computer, Bilder aber waren damals ganz normale Fotos – noch keine Rede von jpgs oder anderen digitalen Bildformaten. Auch der Druck war noch völlig analog organisiert, heute kaum mehr vorstellbar. Das heißt, mein Arbeitsumfeld bei WUFF war so, wie es bei allen Magazinen eben der Zeit entsprechend war.

Andererseits aber lebte ich bereits seit Ende der 1980er Jahre zugleich in einer digitalen Welt. Das muss ich jetzt natürlich kurz erklären. Wie Sie ja aus früheren Blogs wissen, war ich um 1990/91 gerade mit meiner Ausbildung zum Facharzt für Radiologie fertig geworden. Da bekam ich die unglaubliche Chance, in der Planung der Röntgenabteilung eines komplett neuen 1000 Betten-Krankenhauses, das 1992 in Wien eröffnen sollte, als Oberarzt und Stellvertreter meines damaligen Chefs mitzuarbeiten. Eine meiner Hauptaufgaben war daher zunächst die Beschäftigung mit den gerade aufkommenden digitalen Methoden in der Radiologie. Es gab vereinzelt erste Ansätze, die normalen Röntgenfilme durch digitale Methoden zu ersetzen. Es gab aber weltweit kein einziges Krankenhaus, das voll digital geplant und ausgestattet war. Der Röntgenfilm war ja quasi das materialisierte Paradigma meines Berufes als Röntgenologe.

Die Frage war nun, sollte ein neues Krankenhaus sich von diesem Medium Röntgenfilm verabschieden, das sich im Anschluss an die Entdeckung Conrad Wilhelm Röntgens im Jahre 1895 als zentrale Untersuchungsmethode in der Medizin etabliert hatte? Sollte ein neues Krankenhaus vielmehr auf digitale Methoden wie Speicherfolien, digitale Detektoren und dgl. setzen? Waren diese Methoden in der diagnostischen Genauigkeit überhaupt medizinisch dem Röntgenfilm vergleichbar? Was, wenn sich herausstellen sollte, dass die Zeit für das digitale Krankenhaus noch nicht reif war? Was aber andererseits, wenn wir ein neues Krankenhaus mit „altmodischen“ Methoden ausrüsten, während sich dann vielleicht rasch herausstellen würde, dass das digitale Krankenhaus seinen Siegeszug antreten würde?

Weltweit erstes digitales Krankenhaus
Um die Geschichte abzukürzen: 1992 wurde das Wiener Donauspital als weltweit erstes volldigitales Krankenhaus eröffnet – und die nicht risikolose Entscheidung meines damaligen Chefs war richtig gewesen (wie man heute sieht). Für mich war das eine spannende Zeit. Da wir ja auch wissenschaftlich viel zu dem Thema publizierten und ich bspw. in einer aufwändigen Studie weltweit erstmals die Vorteile der neuen digitalen Methoden nachweisen konnte (Mosser 1995), war ich bald ein gefragter Experte. Man lud mich überallhin zu Vorträgen und Diskussionen ein, vom kalifornischen San Diego, Chicago und New York bis nach Bagdad (der Irakkrieg begann erst ein Jahr danach), von Stockholm über Berlin und zahlreiche andere europäische Städte bis Neapel. Sogar vom Pentagon in Washington wurde ich eingeladen, über „onlineradiology“ zu referieren, kurz danach über dasselbe Thema vom chinesischen Gesundheitsminister nach Peking. Überall war man an unseren wissenschaftlichen Ergebnissen des volldigitalen Krankenhauses interessiert.

Ich fuhr und flog also weit in der Weltgeschichte herum, mindestens einmal pro Monat war ich eine Woche unterwegs, und andererseits besuchten uns im Krankenhaus viele Delegationen aus aller Welt, um das volldigitale Krankenhaus im Betrieb zu besichtigen. Es war eine unglaublich spannende Zeit, die mich auch viel gelehrt hat. Ich war quasi wie ein Außenminister der digitalen Radiologie. Und ein so gefragter Redner zu sein war – bei aller meiner Bescheidenheit 😉 – natürlich eine Politur fürs Ego.

Mein damaliger Chef und einige von uns Oberärzten galten (und gelten) weltweit als die Pioniere des digitalen Radiologiezeitalters. Der große Gegensatz dazu war meine Arbeit bei WUFF, das wir frisch gegründet hatten. Da lief alles völlig konventionell ab, wie eingangs beschrieben. Sie werden nun nach dem, was ich vorhin über meine Arbeit im Spital schrieb, verstehen, dass mir das nicht ganz behagte. Das passte einfach nicht zusammen mit der Art und Weise, wie ich die Dinge sonst anpackte.

Auch WUFF muss digital werden!
Auch wenn das Internet damals gerade erst am Aufkommen war, so stand für mich rasch fest: WUFF muss nicht nur als gedruckte Version, sondern auch digital – im Internet – vorliegen. Anders konnte es nicht sein, wollte ich nicht eine gespaltene Persönlichkeit werden. Und so war es dann natürlich auch. Zwar kein Vergleich zur heutigen Website (wuff.eu) und schon gar nicht zu unserer brandneuen App (WUFF-Magazin) für Tablet und Smartphone. Aber WUFF wurde im März 1996, also vor über 20 Jahren, auch digital! Ich glaube, wir waren weltweit das erste Hundemagazin online. Natürlich war alles noch völlig statisch, aber immerhin.

Einmal im Monat fuhr unsere Layouterin mit einem digitalen Datenträger zu unserem Hoster, der das Ganze online stellte. Natürlich entwickelte sich alles dann Jahr für Jahr zunehmend weiter, gerade auch durch Anforderungen und Anregungen von Leserinnen und Lesern. Und seit mehreren Jahren haben wir sogar eine eigene Informatikerin, die WUFF betreut.

Auch die sozialen Medien waren von Anfang an ein Thema, Falls Sie WUFF auf Facebook noch nicht kennen, dann schauen Sie doch auch mal bei „facebook.com/wuffmagazin“ vorbei. Und wenn es Ihnen gefällt, dann „liken“ Sie uns bitte! Und wenn ich dann auf Facebook etwa am 26.9.2016 lese, was eine Userin geschrieben hat, dann weiß ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind: „Ich habe das Hundemagazin Wuff seit fast 20 Jahren abonniert. Gehört für mich zu den besten Hundezeitungen. Die Berichte sind immer sehr lehrreich und es kommt keine Hunderasse zu kurz. Besonders gefallen mir die Artikel von Sophie Strodtbeck, die sehr lehrreich, aber auch mit Humor geschrieben sind.“ Posten auch Sie Ihre Meinung zu WUFF!

Altmodisch?
Meine digitale Kinderstube habe ich Ihnen ja vorhin ausführlich geschildert und wie wir das digitale Zeitalter auch bei WUFF realisiert haben. Auch ich selbst lese, so wie andere WUFF-Freunde, WUFF gerne digital und nütze die vielen zusätzlichen Features. Trotzdem aber habe ich darüber hinaus immer auch gern das gedruckte neue WUFF selbst in der Hand. Ich habe darüber nachgedacht, warum das so ist, und finde nur einen einzigen Grund: Auch wenn ich WUFF aufgrund der vielen neuen Features in digitaler Form nicht mehr missen möchte, sei es online als http://www.wuff.eu oder als App Wuff-Magazin, so nehme ich trotzdem auch immer wieder die neue WUFF-Druckausgabe in die Hand und blättere darin. Wenn ich die unterschiedlichen Formen mit jeweils ein oder zwei Wörtern charakterisieren müsste, dann würde ich bei online und der App die Begriffe Nutzen und Spaß verwenden und beim gedruckten Magazin die Wörter Nutzen und Entspannung. Beim Druckmagazin komme ich irgendwie in einen Entspannungsmodus, während ich online eher immer im „action“-Modus bin. Aber vielleicht bin ich da ja altmodisch … Mich würde es natürlich interessieren, wie Sie das sehen. Schreiben Sie mir bitte (mosser@wuff.eu).

Das war‘s für dieses Mal, ich hoffe, es war für Sie interessant, auch wenn Sie Einblicke in mein Leben vor WUFF gewonnen haben. Aber das Leben ist eben nicht teilbar, sondern Leben gibt es immer nur ganz oder gar nicht. So wie wir WUFF Monat für Monat für Sie „machen“, ist es auch Teil unseres Lebens. Freuen Sie sich auf die nächste Ausgabe, ich habe wieder einiges zu erzählen …

zitierte Quelle: Mosser H, Pärtan G, Urban M et al., Conventional film-screen versus computed storage phosphor radiography. Simulated miliary lung disease in an anthropomorphic phantom. Investigative Radiology 1995;30(3):186-91.

Pdf zu diesem Artikel: blog_0317

 

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