WUFF erlesen – Buchvorstellung – Healthy Vegan Dogs – wie man Hunde gesund vegan ernährt

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Passend zum Artikel über fleischlose bzw. vegane Ernährung von Hunden stellen stellen wir in dieser Ausgabe ein Buch zum Thema vor. Auf die Frage, ob eine vegane Fütterung von Hunden gut ist oder nicht, gehen wir hier nicht weiter ein, da dies im vorhergehenden Artikel ausführlich behandelt wurde.

Es ist sehr gut und wichtig, dass wir unsere eigene Ernährung kritisch hinterfragen und uns gegebenenfalls dafür entscheiden, ohne tierische Produkte zu leben. Doch steht es uns zu, uns anvertrauten Tieren eine artgerechte Ernährung vorzuenthalten? Sollten wir nicht besser Kaninchen anstatt Hunde halten, wenn wir uns aus ethischen Gründen weigern, ­Hunde artgerecht mit einem angemessenen Fleischanteil zu füttern?

Blicken wir in dieses Buch mit dem interessanten Titel „Healthy Vegan Dogs". Es ist liebevoll gestaltet und ganz sicher gut gemeint. Die ­Autorin – Martina Hinterwallner – wirkt ­sympathisch und lebt natürlich vegan. Das Büchlein besteht ca. zur Hälfte aus Rezepten, und die verbleibenden 30 Seiten hat man in einer guten Stunde durch. Es wirkt ein wenig hausbacken und ohne klare Linie – fast so, als hätte die Autorin ihre Erlebnisse und Gedanken irgendwie niedergeschrieben. Seriöse Studien und konkrete Literaturangaben fehlen teilweise.

Man kann alles kritisch hinterfragen, aber man sollte bei den Tatsachen bleiben. So lesen wir zum Thema industrielles Trockenfutter: „Es kann leider durchaus sein, dass Straßenhunde und -katzen für unsere Haustiere im Futter landen." Nun wissen wir, dass dies gesetzlich verboten ist und die Kontrollen hier sehr streng sind. Außerdem können fleisch­basierte Trockenfutter laut diesem Buch sogar Flohhalsbänder, altes Fett aus ­Restaurants oder verdorbenes Supermarktfleisch enthalten. Auch diese Behauptungen werden nicht belegt.

Was zwar überhaupt nichts mit ­Hundeernährung zu tun hat, aber der Autorin offenbar am Herzen liegt, ist das Thema Reiß- und Zerrspiele, dem sie eine eigene Seite widmet. ­Martina Hinterwallner, die sich selbst als „Hundefreundin, Hunde­retterin und Hundekennerin" bezeichnet, nennt dies „gewaltvolle, aggressive Haltung Hunden gegenüber". Sehr gut hin­gegen finden wir, dass im Buch auf die Pelz-Problematik und das damit verbundene Tierleid ­hingewiesen wird. Zwar nur mit fünf Zeilen, aber auf dieses ­Thema kann man gar nicht oft genug aufmerksam machen.

Fazit: Enttäuschend
Unser Fazit: Alles in Allem ein ent­täuschendes Buch, das auf Panik­mache und Verbreitung von Halbwahrheiten zu setzen scheint. Eine bunte Mischung unter dem Motto „So denke ich". Sachlich-fachlich-wissenschaftlicher Anspruch? Fehl­anzeige! Auch sehr überrascht hat uns die aggressive Reaktion der Autorin auf Anfragen von WUFF oder auch auf kritische Amazon-Bewertungen. Sowohl im Schriftverkehr mit WUFF als auch in ihrer Antwort auf eine Amazon-Kritik reagiert sie mit „mein Anwalt ist darüber informiert" …

Martina Hinterwallner
60 Seiten, durchgehend farbig
Preis: 15,30 e (D) / 15,30 e (A) / 18,30 sFr
MH Verlag
ISBN: 978-3-9503841-0-9

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