Zugfahren mit Hund

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Gewusst wie:

Wer mit der Bahn in den Urlaub fährt und dabei gerne seinen Vierbeiner mitnehmen möchte, muss beim Zugfahren mit Hund einiges beachten, denn anders als für die meisten Menschen bedeutet das Reisen im Zug für Hunde oft Stress. Auf diesen sollte Ihr vierbeiniger Begleiter in jedem Fall vorbereitet werden, um die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten.

Um einen Hund auf das Zugfahren richtig vorzubereiten, trainieren Sie ihn für die Reise rechtzeitig. Ungewohnte Umgebungen wie wacklige Waggons, überlaufene Bahnhöfe sowie Tunneldurchfahrten sind für Ihren Hund ungewohnt und können Stressreaktionen auslösen. Fangen Sie dabei langsam an und besuchen Sie mit Ihrem Vierbeiner ein paar Mal einen Bahnhof, verweilen dort kurz auf dem Bahnsteig und gehen anschließend wieder nach Hause. Daraufhin gehen Sie einen Schritt weiter und fahren gemeinsam eine kurze Strecke mit dem Zug und üben das Ein- und Aussteigen.

Belohnen Sie Ihren Hund
Je öfter Sie diese Prozedur wiederholen, desto sicherer wird Ihr Hund in der ungewohnten Umgebung. Fördern Sie das Wohlbefinden weiter, indem Sie Ihren Hund im Zug mit Leckerlis belohnen, wenn er die Situation meistert. Üben Sie jedoch keinen Zwang aus. Sobald sich also ernsthafte Anzeichen von Stress zeigen, sollten Sie Ihren Hund aus der Situation herausholen. Um derartige Situationen zu vermeiden, ist es empfehlenswert, zunächst außerhalb der Hauptverkehrszeiten in vergleichsweise leeren Zügen zu üben. Zur Vorbereitung auf die Reise gehört bei großen Hunden im Übrigen auch die Gewöhnung an den Maulkorb.

Werfen Sie ein Auge auf die Transportbedingungen
Die gute Nachricht zuerst: Hierzulande sind Bahnreisen mit Hund grundsätzlich problemlos möglich. Allerdings unterscheiden die Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn zwischen kleinen und großen Hunden, was gleich mehrere Konsequenzen hat, die Sie beachten sollten. Kleine Hunde, die nicht größer sind als eine Hauskatze, dürfen ohne Leine und Maulkorb in einer geschlossenen Transportbox mitgenommen werden, ohne dass ein Aufpreis fällig wird. In Österreich müssen alle Hunde mit Maulkorb und Leine gesichert sein. Ausnahme: Assistenzhunde benötigen keinen Maulkorb. Hunde, die nicht in einem Transportbehälter als Handgepäck transportiert werden, kosten einheitlich 2 Euro (bis 98 Km/Tarifstrecke), darüber 10% des Vollpreises.

Nutzen Sie Sondertickets
Anders sieht es bei der Dt. Bahn bei größeren Hunden aus. Dort müssen Sie für Ihren Vierbeiner ein Ticket zum halben Fahrpreis lösen. Interessant gestaltet sich die Situation bei Sondertickets wie den Länder-Tickets der Bahn. Im Rahmen dieser Tickets gilt ein Hund als Erwachsener und fährt dementsprechend ebenso günstig mit. Wenn Sie mit mehreren Personen reisen, können Sie sich diese Sondertickets zunutze machen. Ein weiterer Vorteil der Sondertickets besteht darin, dass Sie damit auch den Fahrschein für Ihren Hund online buchen können. Im Normalfall müssen Sie das Ticket für Ihren Vierbeiner hingegen am Fahrkartenautomat oder am Schalter kaufen.

Weitere Transportbedingungen beachten
Beachten Sie, dass größere Hunde während der Fahrt angeleint sein und einen Maulkorb tragen müssen. Andernfalls können die Zugbegleiter Ihren Hund aus dem Zug verweisen. Da der Platz in vielen Zügen beengt ist, sollten Sie für Ihren Hund nach Möglichkeit einen Sitzplatz reservieren, auch wenn dies offiziell nicht möglich ist. Somit vermeiden Sie Stress und gewährleisten, dass Ihr Hund nicht mit dem Platz unter dem Sitz vorlieb nehmen muss. Sofern die Bahnreise mit Hund in einem Nachtzug vonstatten geht, lohnt sich die Buchung eines Familienabteils, in dem Hunde für eine Pauschale von 30 Euro auf Langstrecken mitgenommen werden können und ausreichend Platz haben (Dt. Bahn).

Der Tag der großen Reise
Bevor Sie die große Reise antreten, sollten Sie Ihrem Hund die Möglichkeit geben, sich noch einmal zu bewegen und sein Geschäft zu erledigen. Ein langer Spaziergang oder eine Runde Joggen im Park sind optimal, um Ihren Hund ein wenig auszupowern. Vermeiden Sie aber Ballspiele oder sonstige wilde Aktivitäten, da dies Ihren Vierbeiner vor der Reise zu sehr aufregt. Darüber hinaus sollten Sie auch auf die Fütterung kurz vor der Reise verzichten.

Suchen Sie sich ein ruhiges Plätzchen
Damit sich Ihr Hund im Zug wohlfühlt, ist es wichtig, dass Sie sich eine möglichst ruhige Ecke suchen, die wenig besetzt und auch nicht allzu stark durch ein- und aussteigende Fahrgäste frequentiert wird. Optimal zum Zugfahren mit Hund ist ein eigenes Abteil, was aber nicht jeder Zug bietet. Da Bahnreisen mit Hund oft viele Stunden dauern, ist es ebenso wichtig, darauf zu achten, dass sich Ihr Reisebegleiter auch über längere Zeit im Zug wohlfühlt.

Hundeexpertin Rita Kampmann rät im Holidu Magazin (http://www.holidu.de/magazin/zugfahren-mit-hund), den Hund vor permanenten Blicken und streichelnden fremden Händen zu schützen. Dazu bietet es sich an, seine Lieblingsdecke und ein nach Möglichkeit nicht riechendes Kauspielzeug mitzunehmen. Kauen beschäftigt und baut Stress ab. Ein ausreichender Wasservorrat ist indes Pflicht.

Bewahren Sie immer die Ruhe
Da sich Ihr Hund an Ihnen und Ihrem Verhalten orientiert, sollten auch Sie im Rahmen nicht hektisch agieren. Auch wenn Ihr Liebling ruhig scheint, kann es nicht schaden, ihm gut zuzureden und ihn ein wenig zu kraulen. Wird Ihr Hund beispielsweise aufgrund von Lärm nervös, wechseln Sie langsam den Platz und holen ihn so zumindest zeitweise aus der Situation heraus. Ruhig bleiben sollten Sie selbst dann, wenn Ihr Hund aus Angst uriniert oder Kot absetzt. Schimpfen wäre in dieser Situation nämlich äußerst kontraproduktiv, da dies noch mehr Stress provoziert. Halten Sie für einen solchen Fall immer ein paar Reinigungsutensilien bereit.

Entspannung nach der Reise
Da das Zugfahren mit Hund natürlich auch anstrengend ist, sollten Sie sich und Ihrem Hund nach der Ankunft am Zielort die Möglichkeit zur Entspannung geben. Durch das lange Ruhighalten im Zug hat Ihr Vierbeiner Energie gesammelt, die er nun verständlicherweise loswerden möchte. Machen Sie, wenn möglich, einen längeren Spaziergang. Positiver Nebeneffekt: Dabei bekommt nicht nur Ihr Hund einen freien Kopf, sondern auch Sie. Nutzen Sie beim Zugfahren mit Hund auch längere Umsteigezeiten, um für ein wenig Bewegung und damit Stressabbau zu sorgen.

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