„Air Chihuahua“: Luftbrücke für Chihuahuas

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Über 60.000 Chihuahuas sollen in Los Angeles leben – Folge des durch Paris Hilton, Britney Spears und andere Promis ausgelösten Hypes. Doch mittlerweile werden die Tiere zu Hunderten ausgesetzt, die Tierheime der Stadt können die Hunde nicht mehr unterbringen. Eine US-Tierschutzorganisation hat daher vor einem Jahr eine Luftbrücke zwischen Los Angeles und anderen Städten in den USA eingerichtet. Nun wurde dieser Rettungsdienst, genannt „Air Chihuahua“, auf Kanada ausgeweitet.

Mehr als 60.000 Chihuahuas sollen nach Schätzungen in Los Angeles leben. Viele von ihnen führen ein wahres Luxusleben. Die Hündchen sind überall in Cafés und Bars zu sehen, wo sie von den stolzen Besitzern wie Babys verhätschelt werden. Der Chihuahua-Boom wurde durch Filme wie „Natürlich blond“ und „Beverly Hills ­Chihuahua“ angeheizt. Auch Jugendidole wie Party­girl Paris Hilton oder Pop­sängerin Britney Spears haben den Kult um das Hündchen befördert, indem sie Chihuahuas zum Teil ihres Outfits machten, wie Madeline Bernstein von der Tierschutzorganisation ­„Society for the Prevention of Cruelty to ­Animals Los Angeles“ (spcaLA) sagt.

Das Problem aber sei, dass ­Chihuahuas nun mal keine Accessoires seien, ­sondern eben ganz normale Hunde. „Sie machen Häufchen, ­pinkeln, und man sollte auf sie aufpassen. Aber die jungen Mädchen wünschen sie sich so, wie sie sich eine schöne Handtasche wünschen – und dann werden sie ihrer überdrüssig“, schildert Madeline Bernstein die Gründe, warum so viele der Schoßhündchen letztlich auf der Straße landen.

Für 40.000 Dollar 58 Chihuahuas nach Kanada
Die spcaLA sammelt Chihuahuas in den Tierheimen ein und vermittelt sie an neue Besitzer mit mehr Geduld und Tierliebe in anderen Teilen der USA. Im Rahmen der Aktion „Air Chihuahua“ werden die Hunde schon seit einem Jahr in die US-Bundesstaaten Colorado, Florida und Texas ausgeflogen, wo die obdachlosen Vierbeiner bei neuen Besitzern unterkommen. Kürzlich ging nun erstmals auch ein Chihuahua-Flieger ins Ausland, nach Edmonton in Kanada – diese jüngste Rettungs­aktion für 58 Schoßhündchen kostete 40.000 Dollar (knapp 30.000 Euro).

Ermöglicht wurde diese Luftbrücke nach Edmonton in der Provinz Alberta durch die kanadische Unternehmerin Jan Folk. Die Tierheime in Südkalifor­nien seien schlichtweg überlastet, sagt sie. Wenn die Chihuahuas aber keine neuen Besitzer fänden, sähen die Heime letztendlich keine andere Möglichkeit, als die Tiere einzuschläfern. In Edmonton gebe es eine große Hilfsbereitschaft, sagt Folk. Die Nachfrage sei so groß, dass die ausgesetzten Hunde weggingen wie warme Semmeln. Schon vor der Ankunft von „Air Chihuahua“ in der kanadischen Stadt hätten Menschen vor dem Auffang-Tierheim Schlange gestanden, um den Schoßhündchen ein neues Zuhause zu bieten, berichtet Folk stolz.

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