Akita und American Akita – Kennen Sie den?

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Diese seltene Rasse wurde – spätestens nach dem Bekanntwerden des treuen Akitas Hachiko aus dem gleichnamigen Film – für viele Menschen ein Begriff. Die wahre Begebenheit erzählt von einem japanischen Hund namens Hachiko, der neun Jahre lang nach dem Tod seines Herrchens täglich vor dem Bahnhof gewartet hat, in der Hoffnung, der Mann kehre doch noch nach Hause zurück. ­Akitas genießen von jeher in Japan größte Wertschätzung. Sie gelten als Glücksbringer und Symbol der Treue, dem Denkmäler gesetzt werden. In Tokio erinnern 12 lebensgroße in Bronze gegossene Akitas an die einmaligen Leistungen, die der Nationalhund Japans erbracht hat. Doch was steckt wirklich hinter dem Hund mit dem Bärengesicht und dem kuscheligen Fell?

Im hohen Norden Japans wurden Skelette von Hunden gefunden, die auf das Jahr 5.000 v. Chr. schließen lassen. Damals kamen die ersten Einwanderer mit ihren Hunden nach Japan, welche sich mit den Urhunden Japans vermischten und die Vorläufer aller japanischen Hunde­rassen entstehen ließen. Der Akita zählt zu den ältesten Hunderassen weltweit. Daher gibt es über ihre Herkunft unterschiedliche Forschungs­ergebnisse und Interpretationen. Beim Akita finden sich biologische Anteile von chinesischen Wölfen. Es handelt sich um eine Hunderasse, die genetisch kaum mit anderen untersuchten Hunderassen verwandt ist und daher als „altertümliche Hunderasse" gilt. Der Name leitet sich von der heutigen japanischen Stadtgemeinde Akita ab. Die Zusätze Inu und Ken, die früher zum Rassenamen gehörten, bedeuten japanisch Hund.

Um das Jahr 1600 n.Chr. wurden die Akitas gezielt gezüchtet und in Hundekämpfen eingesetzt. Die öffentlichen Showkämpfe verlangten nach großen und scharfen Hunden. Den „Odate Inu", wie er damals genannt wurde, kreuzte man mit dem Tosa, dem Mastiff und anderen europäischen Hunderassen. Außerdem war der Akita lange Zeit der Gefährte der Samurais. Er stand neben den Altären der Ahnen und begleitete den obersten Feldherrn zur Truppenbesichtigung und Bärenjagd. Diese besonderen Hunde hatten eigene Wärter, die mit ihnen eine ­eigene „Sprache" sprechen mussten und strenge Regeln befolgten, z. B. welche Halsbänder zu welchem Anlass getragen werden sollten.

1931 ernannte Kaiser Hirohito den Akita zum japanischen Kulturgut, um damit auch dessen hohe Stellung zu bestätigen und diese Rasse zu erhalten. Der Export war bis 1945 sogar verboten. Der Zweite Weltkrieg brachte den alten japanischen Hund beinahe zum Aussterben. Wer in Zeiten der Lebensmittelknappheit Hunde fütterte, galt als Verräter. Hunde wurden ihres Fleisches und der Felle wegen damals auch geschlachtet. Nur wenige Akitas haben diese für Mensch und Hunde schweren Zeiten überlebt.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten die ersten Akitas mit amerikanischen Soldaten ins Ausland. In den USA hat sich diese Rasse ohne japanischen Einfluss weiterentwickelt und wird dort als American Akita geführt. Japan erkannte diese Rasselinie allerdings nicht an, sodass es zu keinem Austausch kam und sich die beiden Linien auseinander entwickelten. 1996 wurde dieser Situation durch eine Rasseteilung der FCI Rechnung getragen. Seit dem Jahr 2000 gibt es die zwei getrennten Rassen. Wesentliche Unterschiede des American Akitas zum japanischen Akita sind die Größe, der stärkere Knochenbau und die vielen erlaubten Fellfarben einschließlich schwarzer Maske und Pinto (gescheckt).

Muskulös und widerstandsfähig
In seinen Ursprüngen war der Akita, ein japanischer Spitz, eine eher kleine bis mittelgroße Hunderasse. Jetzt besitzt er einen muskulösen Körper, eine widerstandsfähige Konstitution und ein erhabenes Erscheinungsbild. Rüden werden bis zu 70 Zentimeter groß und auch die Hündinnen messen eine stattliche Höhe von 65 Zentimetern. Das Gewicht liegt bei den männlichen Akitas bei ca. 40 kg, bei den weiblichen Tieren bei ca. 35 kg. Seine Statur ist kräftig und muskulös. Er hat eine breite Stirn mit einer typischen Stirnfurche. Die Ohren sind klein, dreieckig, eher dick, aufrecht, nach vorne geneigt. Die Rute wird fest eingerollt auf dem Rücken getragen. In der Regel liegt die Lebenserwartung zwischen 10 und 14 Jahren. Sein rauhaariges Fell ist mit einer weichen, dichten Unterwolle versehen und bietet ihm einen guten Schutz bei extremer Kälte. Zweimal im Jahr wechselt er sein Haarkleid und dann sollte auch sein dichtes Fell mittels Bürsten von den losen Haaren befreit werden. Der Akita wurde ursprünglich in den Farben schwarz, rot bis rotbraun, weiß und brindle (gestromt), mit oder ohne Abzeichen, gezüchtet. Heute wird in Japan nur noch rot, weiß und brindle gezüchtet, in Amerika sind besonders Schwarzmasken und Pinto-Zeichnung (gescheckt) sehr beliebt.

Als rassetypische Erkrankungen ­werden öfter entzündliche Hautkrankheiten wie Sebadenitis oder Pemphigus foliaceus genannt. Beides sind Autoimmunkrankheiten, die sich durch Veränderungen auf der Haut des Hundes äußern. Sonst gelten ­Akitas als sehr robuste Hunde, die ­selten krank werden.

Ein eigenwilliger Hund mit starker Persönlichkeit
Mutig, würdevoll und treu – so wird der Akita gerne beschrieben. Als echter Asiate ist er sehr sensibel und mit europäischen Rassen kaum vergleichbar. Zu seiner Familie und guten Freunden ist der Akita liebevoll, sehr tolerant und geduldig. Aufgrund seines starken Charakters ist er ein stressresistenter Hund, den so schnell nichts erschüttern kann und der seine Menschen über alles liebt. Daher ist ein direkter Familienanschluss für den Hund sehr wichtig. Nicht umsonst ist der Akita das Sinnbild der Treue. Fremden gegenüber ist er erst einmal skeptisch und vorsichtig.

Da der Akita ein sehr eigenständiger Hund sein kann, ist es wichtig, mit der Erziehung früh zu beginnen. Mit viel Konsequenz und Geduld wird bei dieser intelligenten Rasse am meisten erreicht. Bei Druck schaltet der Akita allerdings völlig auf stur, denn reines „Gehorchen" ist ihm fremd, sagen Akita-Freunde. Wenn er einmal beschlossen habe, nicht mehr mitzumachen, ginge bei ihm nichts mehr, weder mit Gewalt noch mit Leckereien.

Fremden Hunden gegenüber ist diese Rasse oft überlegen und zeigt das durch ein starkes Imponier­gehabe. Trifft er auf Artgenossen, die ebenfalls nicht ihr Gesicht verlieren möchten, kann es schon mal heikel werden. Konflikten weicht er nicht aus und stellt sich auch gerne brenzligen Situationen. Der Akita braucht eine hohe Individualdistanz und viele Akitas spielen nicht mehr gerne mit anderen Hunden, wenn sie dem Welpen- und Junghundealter entwachsen sind. Deshalb ist es besonders wichtig, dass diese Hunde gut und früh genug so­zialisiert werden, um viele Artgenossen von klein auf kennenzulernen.

Der Akita ist ein selbstbewusster und souveräner Hund, der durch seine Vergangenheit einen starken Jagd- und Schutztrieb besitzt. In wildreichen Waldgebieten ist er deshalb besser an der Leine zu führen. Konsequentes Training ist hier von großer Bedeutung. Akitas begeistern durch ihre Ursprünglichkeit und ihr Temperament. Sie sind anhänglich, aber nicht unbedingt die Schmusebären, denen sie sehr ähnlich sehen.

Der japanische Riese ist ein vielseitig einsetzbarer Hund, aber kein Leistungs­sportler. Sportliche Wettbewerbe, die mit der immer gleichen Routine ablaufen, werden ihm schnell zu langweilig. In der ­Jagdausbildung, aber auch im Rettungs- oder Lawinen­einsatz ist er gerne ge­sehen. Generell ist der Akita also ein sportlicher Hund, der viel Auslauf benötigt und auch im Winter gerne längere Wanderungen unternimmt. Beschäftigung und Training sind ebenso von großer Wichtigkeit, damit keine Unterforderung aufkommt.

Akita oder American Akita?
Obwohl der japanische und der amerikanische Akita den gleichen Ursprung haben, hat sich die Zucht, wie schon erwähnt, in verschiedene ­Richtungen entwickelt. In den USA wird auch ­heute noch der kräftige, knochen­starke, ruhige Akita gezüchtet. In Japan begann man in den 1960er Jahren, den Akita zu einer kleineren, zierlicheren und drahtigeren Variante zu züchten. In Österreich und Deutschland bemühen sich Züchter beide Linien zu erhalten.

Der japanische Nationalhund ist eine starke Persönlichkeit und sollte zu Leuten, denen es bewusst ist, konsequent und liebevoll mit ihm umzugehen. Jemand, der die Eigenständigkeit eines Hundes liebt, findet in dem Akita einen tollen Begleiter.


RASSEKLUBS

– Österreichischer Club für nordische Hunde und Schlittenhunde
 http://www.oecnhs.info/index.php

– Verein für Akita und American Akita Deutschland
 http://www.akita.de

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