Allein bei totem Herrchen

0
693

Schon geübt in schneller Hilfeleistung und erfahren im Umgang  mit den Behörden in Eisleben, konnte das Netzwerk-Team nach den 3 Hunden des Herrn W. (s. WUFF 10/03) nun auch den kleinen Mischling „Rocky“ in Sicherheit bringen, dessen Herrchen bereits einige Tage tot in seiner Wohnung gelegen hatte.
Sonntagabend. Spät klingelt noch das Telefon. Die Vorsitzende eines Tierschutzvereines in Eisleben berichtet von einem schrecklichen Zwischenfall und bittet um Hilfe.

Hund neben totem Herrchen
Ein Mitglied ihres Vereins hatte kurz zuvor beobachtet, wie aus dem gegenüberliegenden Haus ein Bewohner von Feuerwehr und Polizei geborgen wurde, der wohl schon einige Tage tot in seiner Wohnung gelegen hatte. Der „Hundefänger“ der Stadt holte den kleinen Mischling des Toten dort heraus und brachte ihn in seiner Pension unter. Wegen früherer „hundlicher Todesfälle“ in Eisleben, und da Rocky sich beim Abtransport gewehrt haben soll, fürchtete man um sein Leben und wandte sich an WUFF.

Hilfe in der Nacht
Ein Anruf bei Familie Hellmann vom „Tierschutzverein Südharz e.V.“, der wesentlich an der Rettung der 3 Hunde des Herrn W. aus übelster Haltung beteiligt war (siehe WUFF 10/03 und 11/03). –  Und sofort lief mitten in der Nacht die Hilfe an.

In Sicherheit!
Innerhalb weniger Tage gelang es, den kleinen Mischling in einer guten Pflegestelle unterzubringen, wo er in einem beheizten Zimmer leben darf. Vorher hatte er 3 Nächte bei dem „Hundefänger“ in einem Außenzwinger verbringen müssen, was ihm eine Erkältung eingebracht zu haben schien, denn er hustete ein wenig.

Einsamer Tod
Noch eine Woche zuvor hatten die „Südharzer“ dieses Haus aufgesucht, um nach 2 Welpen bei ein paar jungen Leuten in der oberen Etage zu schauen. Der nun Verstorbene hatte ihnen damals die Haustür geöffnet, und dabei war man ins Gespräch gekommen und auch in der Wohnung gewesen. Nichts hatte auf den schnellen und einsamen Tod hingedeutet. Rocky machte einen gut genährten und gepflegten Eindruck, sein Herrchen, obwohl sozial benachteiligt, kümmerte sich rührend um seinen Vierbeiner.
Dann starb der Mann in seiner Wohnung. Warum nur hat keiner nachgeschaut, zumal der Hund gebellt und hinter dem Fenster der Erdgeschosswohnung auf und ab gesprungen sein soll? Niemand hatte etwas bemerkt, obwohl man ihn nicht mehr draußen sah und sich aufs Klingeln niemand meldete.

„Freigekauft“!
Ein trauriges Detail: Rocky musste für 74 Euro – von den Tierschützern mühselig auch aus ihren privaten Taschen „zusammengekratzt“ – „freigekauft“ werden, um offiziell in Pflege genommen werden zu dürfen. Schön wäre es, wenn Rocky eine richtige Familie fände, wobei aber eine endgültige Abgabe erst nach Klärung der Erbangelegenheiten erfolgen kann.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT