Allessa – Ein neuer Stern am Schlagerhimmel

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Allessa ist der Shootingstar in der internationalen Schlagerszene und erobert derzeit ihr Publikum im Sturm. Ihre Balladen versprühen Leidenschaft pur, ihre flotten Schlager animieren zum Tanzen. Sie ist eine Künstlerin, die es versteht, mit ihren Liedern tief in die Herzen ihrer Fans einzudringen. Doch trotz ihres großen Erfolges bleibt die sympathische Österreicherin mit beiden Füßen am Boden, studiert Tiermedizin und verbringt jede freie Minute mit ihrer Hündin Puppi.

"Dein Herz, mein Schatz, denkt manchmal nur an dich …" ist ein moderner Schlager, ein Hit, der es bis auf Platz 1 der österreichischen und deutschen Airplay-Charts brachte und damit zum meistgespielten Schlager des Landes wurde. Er läuft im Radio, ist immer wieder zu hören und entwickelt sich zum Ohrwurm. Die Stimme hinter diesem Lied, sie gehört einer Grazerin: Allessa. „Mit zwei L im Namen", wie sie stets gerne betont. „L wie Liebe, Lust und Leidenschaft. Man kann nie genug L‘s im Leben haben", sagt Allessa und lächelt dabei geheimnisvoll. Die ausgesprochen attraktive Frau mit der markanten Stimme ist allerdings keine wirkliche Newcomerin in der Musikszene. Sie startete ihre Karriere in den späten 1990er Jahren mit der Girl-Group „C-Bra", machte sich aber bald auf in Richtung Solo-Karriere.

A new star is born
Allessa hat alles, was eine erfolgreiche Sängerin braucht: eine einzigartige Stimme, die Liebe zur Musik, das musikalische Feingefühl, und mit ihrem Charme und ihrer Herzlichkeit geht sie auf alle Menschen zu. Sie ist eine Frau, die den Süden im Blut hat, in der Mitte des Kontinents lebt, aber auch familiär nordische Wurzeln vorweisen kann. „Mütterlicherseits kommt meine Familie aus Hamburg, durch die Familie des Vaters gibt’s eine Verbindung nach Italien, und auch etwas ungarisches Blut fließt in mir. Diese Gen-Melange spüre ich vor allem dann, wenn die Sehnsucht nach dem Meer immer größer wird", lacht sie, und ergänzt: „Ob an der Nordsee oder am Adria­strand, eine Brise Meeresluft in der Nase und mir geht es gut. Oder ­stundenlang mit meinen Hunden ­barfuß den Strand entlangwandern und Muscheln sammeln. Nichts ­entspannt mich mehr".

Doch während sie von ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung erzählt, wird Allessa sehr nachdenklich: „Jetzt begleitet mich leider nur noch Puppi, meine dreijährige Galgohündin. Denn erst vor ein paar Tagen ist Marie, meine entzückende Mopsdame nach langjähriger Krankheit über Nacht friedlich in ihrem Körbchen eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht." Allessa wischt sich die Tränen aus den Augen und erinnert sich: „Marie habe ich vor zehn Jahren von einer Freundin übernommen, die sie aus einer ­tschechischen Tötungsstation gerettet und nach Österreich gebracht hat. Das Hündchen hatte damals extreme Verhaltensstörungen, und meine Freundin kam einfach nicht klar mit dem Hund. Daher hab‘ ich mich um den kleinen Mops gekümmert und es ist mir auch mit viel Liebe und Geduld gelungen, aus Marie einen völlig normalen Hund zu machen. Vor ungefähr drei Jahren ereilte uns allerdings ein ­furchtbarer Schicksalsschlag. Marie bekam schwere, rassebedingte ­Wirbelprobleme, konnte nicht mehr richtig gehen und hätte operiert ­werden müssen. Doch für eine OP war ihr kleines Herz einfach zu schwach und sie hätte eingeschläfert werden sollen. Ich habe daraufhin den Tierarzt gewechselt. Der hat Marie medikamentös so gut eingestellt, dass sie keine Schmerzen mehr hatte und ich konnte mich guten Gewissens entscheiden, ihr noch einen liebevollen Lebensabend zu schenken. Ich habe keine Sekunde bereut, denn Marie war bis zu ihrem Tod der fröhlichste, liebevollste und lustigste Hund, den ich je hatte. Und sie hat mich gerade am Beginn meiner Karriere auf Schritt und Tritt begleitet."

So auch im Sommer 2007, als die attraktive Grazerin erstmals in der Schlagerszene auftauchte und innerhalb kürzester Zeit klar war, dass da jemand ist, der Talent besitzt und den es zu beobachten gilt. Eine neue, eine gute Stimme, die sich in ihrer ­eigenen Art in den Songs des modernen Schlagers behauptete. Das Interesse an der jungen Frau mit den langen brünetten Haaren wuchs. Allessa war schnell Teil der Musikszene und hatte auf Anhieb erste Erfolge. Airplay-Chartergebnisse führten zu zahl­reichen TV-Sendungen, zu unzähligen Interviews und natürlich zu klaren Antworten auf die Frage: Wer bist Du eigentlich, Allessa?

Das Mädchen aus Raaba bei Graz
„Der Klassenkasperl, der war ich zwar, ich habe gerne gesungen, doch da war niemand, der mir zugehört hat, außer meine Hunde vielleicht," lacht Allessa und setzt fort: „Ich hatte ­nämlich schon immer Hunde, so­lange ich denken kann. Ansonsten war es bei uns daheim immer sehr ruhig. Lesen, sich mit sich selbst beschäftigen, in meinem Zimmer konnte ich das Ticken der Uhr an der Wand hören; also mit Singen war da nicht viel los. Aber ­vielleicht war es gerade das, was in mir die Sehnsucht nach stimmlichem Ausdruck geweckt hat", erzählt sie, die ursprünglich nie daran gedacht hat, von der Steiermark weg zu ziehen. Dort, nicht weit von ihrem Elternhaus, gab es einen Reitstall, und in einer der Koppeln, da scharrte Pedro, der Vollblut-Fuchs, mit seinen Hufen. Das Pferd wurde ihr bester Freund. „Pedro war ein Schulpferd und auf seine Art einzigartig. Wie um­sichtig er vor allem mit Kindern umging, das war unglaublich".

Pedro gehörte zum Reitstall und als Lohn für ihre Pflege durfte Allessa auf ihm reiten. Allessa und Pedro wuchsen zusammen. „Mit ihm wirst du nicht viel erreichen", prophezeite man ihr am Pferdehof, aber wie auch später immer wieder in ihrem Leben, machten genau solche Situationen Allessa stark und die Erfolge, die sie und Pedro später bei Wettkämpfen erreichten, straften alle Lügen. „Er war ein Schulpferd, für Wettbewerbe quasi abgeschrieben, aber mit Willen, Ausdauer und Tatkraft erreicht man eben viel", sagt sie und erinnert sich auch heute noch an diese Zeit zurück. Sie sparte Geld, um den Fuchs zu kaufen, schleppte Pizzen durch die Gegend, wusch Geschirr ab, hatte ihr Ziel vor Augen, und das Sparbuch mit dem Geld für Pedro füllte sich be­ständig. Das Leben, es verläuft wie ein ­Groschenroman? Manchmal schon: denn der Wallach fiel eines Tages tot um. Plötzlich. Es war das erste dramatische Trennungserlebnis für Allessa und dafür ausschlaggebend, dass sie nach Wien ging, ihre Umgebung zu verändern und um Veterinärmedizin zu studieren.

Im Studentenheim fühlte sie sich allerdings nur bedingt wohl. Wären da nicht zwei Studienkolleginnen ­gewesen, die in der Ausbildung zu Musicalsängerinnen standen, hätte sie bald wieder ihre Koffer gepackt. Aber so nahmen die Dinge ihren Lauf. Durch die Gesangsproben der Kolleginnen sprang der Virus über. Jetzt gab es niemanden mehr, der sie lesen ­schickte, wenn sie zu singen begann. Zu dritt wurde die erste Girl-Band „C-Bra" gegründet. In einem Karaoke-Lokal traf das Trio auf einen Produzenten. Der wiederum wollte in „C-Bra" Potenzial entdecken, es kam zum ersten Plattenvertrag und es entstand die erste Single. Das war 1998. Das Trio war emsig und machte sich schnell einen Namen. Doch drei junge Damen im Zebrastall? ­Funktioniert das?

Allessa hielt es nicht lange bei „C-Bra", sie packte wieder ihre Koffer und heuerte bei einer Cover-Band an. Das war der harte Weg. Kreuz und quer durch Europa tingeln. Hitparade rauf und runter singen. Auf Hochzeiten ebenso wie bei Zeltfesten oder Geburtstagen. „Die beste Möglichkeit zu lernen", sagt sie, und der in ihr innewohnende Ehrgeiz trieb sie zu Höchstleistungen. „Als ich in die Band eingestiegen bin, wollten mir die Jungs erklären, dass ich nie und nimmer Songs von Anastacia drauf hätte. Zwei Monate später waren die Herren ruhig", erzählt sie, und dann der Nachsatz: „Ich kann es nicht leiden, wenn jemand das sagt".

Alt werden in der Cover-Band, das war allerdings nicht das Ziel, „in so einer Band fehlte die Möglichkeit zur persönlichen Entwicklung, und die stand bei mir immer an allererster Stelle. Es machte einfach keinen Sinn, ewig als Anastacia-Klon durch die Gegend zu tingeln", grinst Allessa und stellt dabei liebevoll ihre dreijährige Galgohündin vor, die sich an dieser Stelle bellend zu Wort meldet: „Ja, und das ist übrigens meine Puppi, sie mag ja so gar nicht, wenn sie nicht im Mittelpunkt steht. Puppi habe ich vor drei Jahren von einer Tierschutzorganisation übernommen, die sich um in Not geratene Windhunde kümmert und die sie nach Österreich gebracht hat. Sie wurde früher in Spanien für Rennen eingesetzt und als sie nicht mehr die gewünschten Erfolge einbrachte, hat man sie ausgemustert und wollte sie töten – wie viele ihrer Leidensgenossen auch. Dabei ist Puppi die Gutmütigkeit in Person und gut Freund mit der ganzen Welt. Sie hat sich auch auf Anhieb mit Marie verstanden. Puppi hat überhaupt keine Berührungsängste, ist dankbar für jede Streicheleinheit und begleitet mich – bis vor kurzem noch gemeinsam mit meiner Marie – auf Schritt und Tritt durchs Leben, das nicht immer ganz so einfach war," gesteht die jetzt mit Erfolg gekrönte Schlagerkönigin ­nachdenklich.

Cover-Band war gestern – Allessa ist heute
Es war der Sommer 2007, in dem sie als Allessa erste erfolgreiche Spuren im Musikgeschäft hinterließ. Doch dann war irgendwie Sendepause. Allessa, die Frau mit den fein geschnittenen Gesichtszügen, die musikalisch eine lange Reise hinter sich hatte und die einen tiefen Bezug zur Natur hat, deren Hunde sie immer begleiten, diese Allessa macht nun wieder auf sich aufmerksam. Daher ist heute die Frage legitim: Was war da damals los, Allessa? Und schnell wird klar, die Geschichte lässt sich nicht in zwei Sätzen erzählen, denn im ­Grunde läuft es darauf hinaus, dass sie in dieser Zeit einen Selbstfindungsweg gegangen ist.

„Ja, was war da los? Ich habe ­meine eigene Handschrift gesucht, war in dieser Situation an vertragliche Gegeben­heiten gebunden, wo ­Projekte an mich herangetragen ­wurden, in denen ich mich einfach nicht gesehen habe, und muss rück­blickend sagen, dass diese Zeit für mich sehr wichtig war". Im Klartext heißt das: Allessa ist bei sich selbst angekommen. Für sie gilt heute künstlerisch und musikalisch das, zu dem sie persönlich auch steht, wobei ein großer Teil auch von ihr selbst kommt. Sie, die als Jugendliche einen Literatur­wettbewerb in Graz gewonnen hatte, kann sich nun auch den eigenen Texten widmen, beim Arrangement der Songs mitarbeiten, sich so präsentieren, wie sie ist. Als Mensch, als Sängerin, als Autorin und als Frau.

„Der Weg war nicht einfach und ich musste lernen, mich auf meine ­Intuition zu verlassen, auf meine Gefühle zu hören und den Emotionen freien Lauf zu lassen. Mir und anderen klar zu machen, dass ich nichts mehr singe, das nicht zu mir passt, keine Dinge mehr anpacke, die ich nicht anpacken will. Die persönliche Entwicklung, die ich in den vergangenen Jahren durchgemacht habe, hat mich sehr gefestigt", erklärt Allessa, und am Ende dieser Phase der Selbstfindung steht nun ein neues Album.

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