Auf den Hund gekommen … Eine besondere Aufgabe

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Nach Hasen, Fischen, Vögeln und einer Ratte war Angelika Hopfer aus Graz vor rund einem Jahr auf den Hund gekommen. Der Hund ist ­vielmehr eine Hündin, nämlich Lea, ein Yorkshire Terrier.

Lea Twinny of Darlington ­hatte vom ersten Augenblick an einen ganz besonderen Platz in ­meinem Herzen. Ich bin mir bis heute nicht ganz sicher, wer sich für wen entschieden hat – ich mich für sie, oder sie sich für mich. Während bei meinem Besuch bei der Züchterin ihre Geschwister sich gemütlich in eine Ecke kuschelten, erkundete Klein-Lea die Umgebung, krabbelte auf ­meine Füße und probierte alles, was ihr unter die Nase kam. Ihre für Yorkshire Terrier typische aufgeschlossene und furchtlose Art fasziniert mich bis heute.

Nach ein paar weiteren Besuchen bei der Züchterin und vielen guten Tipps war es endlich soweit. Mittlerweile hatte meine Suche nach einem Hund schon ein Jahr gedauert und ich ­kannte viele Hundebücher auswendig. Hundebett, Spielsachen, Futter und Futternapf und vieles mehr warteten breits auf unser neues Familien­mitglied.

Aufgeregt kamen wir bei der Züch­terin an, die uns mit folgenden Worten vor dem Haus empfing: „Schön dass ihr da seid, eure ist die mit der eckigen Nase!“ Die Kleinen waren gerade im Garten unterwegs, und unser neuer Hund war schnell gefunden. Mit ihren 12 Wochen war Lea nicht viel größer als ihr Spielzeug, und trotzdem ver­änderte dieser Tag mein Leben.

Zuhause beschnüffelte unser ­schwarzes Fellknäuel zunächst neugierig alles, und schlief dann bald ein. Ich hielt mich an die Ratschläge von Hundebüchern, dass man in den ­ersten Wochen, in denen ein Welpe ins Haus kommt, möglichst viel Zeit im Garten (wenn vorhanden) verbringt, um dem Hund zu zeigen, wo er „darf“. Vielleicht sollte man das nicht so ernst nehmen wie ich, denn selbst nachdem wir gefühlte 200 Mal am Tag und auch in der Nacht mit Lea ­hinausliefen, verrichtete sie noch immer gerne ungestört ihr Geschäft in der Wohnung. Abgesehen davon war es eine wunderschöne Zeit, in der wir uns immer mehr aneinander ­gewöhnten. Sie schlief viel und war immer mit dabei. Beim Wandern saß sie ­gerne in der Tasche und genoss dann ge­mütlich auf der Hütte ihre Jause.

Anfangs war ich sehr skeptisch, was die Behauptung betrifft, Yorkies ­würden nicht haaren. Nach über einem Jahr muss ich aber sagen, dass sie stimmt. Hingegen war die Länge des Fells schon ein Problem für uns. Denn weil Lea am allerliebsten im Wald herumläuft und dabei alles mitnimmt, was sich in ihrem Fell verfängt, inklusive Harz der Bäume, stand die ­Entscheidung schon bald fest – die Haare müssen sehr viel kürzer werden. Mit dem neuen Kurzhaarschnitt fühlen wir beide uns nun viel wohler.

Langsam wurde es Herbst und bald bestätigte sich auch, dass Hunde dieser Größe wirklich einen Pullover brauchen. Nach einer kurzen Rücksprache mit meinem Tierarzt ­kaufte ich Lea ihren ersten Mantel. Sie war überglücklich, da sie bei kaltem ­Wetter ohne Frieren auf meinem Arm sitzen konnte. So stand auch ihrem nächsten großen Hobby nichts mehr entgegegen, dem Schlittenfahren.

Dann kam der Frühling: Zusammen genossen wir die Jahreszeit und Lea verbrachte Stunden lang in der Frühlings­sonne liegend. Ihr Tempera­ment verliert sie dabei allerdings nicht. Hat Frauchen nämlich gerade kein Auge auf sie, kann es schon vor­kommen, dass Lea mit dem Autoschlüssel aus der Handtasche vor­sichtig verschwindet. Allerdings – lange musste ich den Schlüssel nicht suchen. Ich ging schnurstracks zu ihrem Körbchen, und da lag er dann auch unter der Decke versteckt. Enttäuscht schaute mich Lea an, als ich ihr ihren „Schatz“ wieder wegnahm.

Bald zeigte Lea eine weitere Eigenschaft – sie apportiert perfekt jedes Spielzeug, das kleiner ist als sie. Bis heute ist das ihr Lieblingsspiel, das wir auch immer weiter ausbauen.

Bei den monatlichen Yorkie-Treffen mit der Züchterin sehen wir Ver­wandte (unter anderem Leas Mama und Papa) und Freunde von Lea. Beim ausgelassenen Spiel können sich ­Hunde und Besitzer entspannen.

Mein Leben lang hatte ich Hasen, Meerschweinchen, Fische, Vögel, einen Chinchilla und eine Ratte. Ein Hund ist jedoch eine ganz besonders schöne Aufgabe, und ich bekomme jeden Tag so viel mehr von meiner
Lea zurück als ich ihr geben kann.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei Leas Züchterin bedanken und natürlich bei allen, die sich so liebevoll um meine Kleine kümmern.

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