BENJI – Der Unermüdliche

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Barbara Klaffenböck aus Stein an der Donau spielte schon lange mit dem Gedanken vierbeiniger Gesellschaft. Als eine Kundin mit einem ungeplanten Wurf ihrer Hündin in Nöte geraten war, zögerte sie nicht lange. Daß sie sich gerade für Benji entschied, verwundert sie allerdings noch heute: „Er hat mir eigentlich überhaupt nicht gefallen, weil er so dick und braun war. Seine beiden Brüder, ein grauer und ein schwarzer Welpe, waren viel schlanker und quietschlebendig. Doch dann legte sich der dicke braune plötzlich zu mir und wir waren verliebt.”

Vom Penner zum Renner
Daß Benji einen gemütlichen Eindruck vermittelte, kam Barbara gerade recht. „Er war der faulste Hund im Wurf und hat nur gepennt.” So hatte sie sich ihren Hund vorgestellt, einen, der gerne im Geschäft herumlag und sich ihrem Lebensrhythmus anpaßte. Doch es kam ganz anders. Nach einigen idyllischen Wochen trat eine erschreckende Wandlung ein. Aus dem dicken braunen Welpen wurde ein hyperaktiver kaum zu bändigender Hund, der nur eines im Sinn hatte: Laufen, Spielen, Unsinn machen. Im Geschäft stahl er die Lockenwickler aus den Laden und versteckte sie in seinem Korb und in den Morgen- und Abendstunden hielt er sein Frauchen mit seinem kaum zu stillenden Bewegungshunger auf Trab: „Zwei bis drei Stunden waren das mindeste. Mein Leben bestand nur noch aus Geschäft, Hund, Schlafen.”

Hundesitter gesucht
Schließlich kam Barbara der rettende Gedanke: Ein Hundesitter mußte her. Nach ein bißchen Werbung unter ihren Kundinnen fand sich schnell „Spaziergeh-Freundin” Astrid, die ihren Leihhund seit Jahren zur täglichen Runde an der Donaulände abholt. Doch wer da meint, Frauchen hätte jetzt mehr Zeit zum Faulenzen, der irrt gewaltig. „Benji unterscheidet sehr genau zwischen Geschäft und Freizeit. Liegt er tagsüber noch brav vor der Eingangstüre, ist es mit der Ruhe vorbei, sobald wir zu Hause sind. Da läuft nichts mit gemütlich in der Sonne liegen und relaxen, wenn Benji unermüdlich seine angesabberten Bälle heranschleppt.”

„Kopf-Ball“
Benji ist ein absoluter Ballfreak.  Die unerreichten Spielfavoriten sind der Glöckerl- und der Schnür’l-Ball. Letzterer  wurde einem ahnungslosen Schwimmer beinahe zum Verhängnis: „Bei einem unserer Spaziergänge an der Donau sprang Benji plötzlich ins Wasser und schwamm zielstrebig auf einen glatzköpfigen Mann zu, dessen Kopf er ganz offensichtlich mit einem Ball verwechselte. Als er bis auf einen Meter herangekommen war, drehte sich der Mann um und Schwimmer wie Hund waren wohl gleichermaßen überrascht, als sie sich so Aug um Aug gegenübersahen.”

Ein Hund nach meinem Geschmack
Was Benji dagegen überhaupt nicht mag, ist brav im Korb zu liegen oder frisiert zu werden. Ansonsten ist er relativ problemlos und für Barbara heute ein Hund nach ihrem Geschmack. „Was ich am meisten an ihm mag, das ist sein G’schau und daß er so aufmerksam ist. Und er kann sich wirklich freuen. Da ist er ganz irre und springt fast zwei Meter hoch. Ich mag Benji einfach so, wie er ist.”

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