Bettwanzenspürhunde – Wenns kreucht und fleucht …

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Die Hundenase ist ein unentbehrlicher Helfer des Menschen. Man kennt Spürhunde für die Suche nach Menschen, nach Drogen, Sprengstoff, Schimmelpilzen und vielem anderen mehr. Doch kaum bekannt ist ein neuer Einsatzbereich für die hundliche Nase: Die Suche nach Bettwanzen, die weltweit auf dem Vormarsch sein sollen.

Jeder weiß, dass die Nase eines Hundes mehr wahrnehmen kann als wir uns vorstellen können. Seit Jahrzehnten werden Hunde daher zum Aufspüren verschiedenster Dinge ausgebildet und genutzt. Bekannte Beispiele sind Drogen-, Sprengstoff- oder auch Zigarettenspürhunde, die den Behörden unbezahlbare Dienste leisten. Im privaten Bereich kennt man Personenspürhunde, Schimmelspürhunde und Hunde, die als Freizeitsport Feuerzeuge, Büroklammern und ­ähnliches suchen.

Seit kurzem hört man nun auch von Bettwanzenspürhunden. Um zu verstehen, warum auch im Bereich Schädlingsbekämpfung der Hund dem Menschen seine Nase gewinnbringend zur Verfügung stellen kann, muss man wissen, warum Bettwanzen ein ­Problem sein können.

Versteckte Blutsauger
Bettwanzen sind nur 3 bis 5 Millimeter groß und schaffen es doch immer wieder, Wohnungen, Hotels oder – wie zuletzt in New York – ganze Wohnblöcke unbewohnbar zu machen. 2010 und 2011 galt die Bettwanze, auch Bed Bug genannt, als geheimes Wappentier von New York. Die Verbreitung findet über das Reise­gepäck statt, in das die Blut­sauger schlüpfen und sich dann einfach dort wieder einnisten, wo der Koffer abgestellt wird. Und da Bettwanzen kein Hygieneproblem sind, können sie einem in den besten Häusern be­gegnen.

Das wirklich Schwierige an der Geschichte ist, dass Bettwanzen wahre Meister des Versteckens sind. Tagsüber verkriechen Sie sich tief in den Ritzen der Betten, der ­Fußleisten oder sogar hinter den Tapeten. Erst wenn es ruhig und dunkel ist, ­kommen sie hervor und saugen Blut. Da der eigentliche Biss schmerzlos ist, bemerkt der Mensch erst am ­nächsten Tag das Ergebnis. Dabei können die Reaktionen von kleinen Rötungen bis zu heftigsten ­allergischen Reaktionen gehen.

Wenn in einer Wohnung typische Kotspuren oder sogar Tiere gesehen werden, ist es meist zu spät. Denn je größer die Population, desto schwieriger die Bekämpfung. Bettwanzen­bekämpfung gehört daher in die Hände eines erfahrenen Schädlingsbekämpfers. Handelsübliche Pestizide oder Hausmittel sind weitgehend wirkungslos. Und auch ein Fach­betrieb muss häufig mehrfach Gift ausbringen, bis wirklich alle Blutsauger ­vernichtet sind.

Bettwanzen auf dem Vormarsch
Dementsprechend liegt es auf der Hand, dass der Einsatz eines gut ausgebildeten Spürhundes hilfreich ist. Denn gerade im Sommer ist es nicht immer leicht, zwischen Bettwanzen­bissen und anderen Stichen zu unterscheiden. Die Hundenase spürt die Verstecke der Insekten dort auf, wo der Mensch stundenlang Möbel auseinanderbauen müsste, um sie finden zu können. Der Hund erspart also viel Arbeit und ist dabei schneller und häufig auch zuverlässiger als das menschliche Auge.

Die Schädlinge sind weltweit auf dem Vormarsch. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch immer mehr Hundeführer in diesem Bereich ein Geschäftsmodell erkennen. Es wäre auch tatsächlich wünschenswert, wenn es mehr gute Bettwanzen­spürhunde in Europa gäbe. Leider ist es aber auch in diesem Bereich der Suchhundeausbildung so wie in allen anderen Bereichen: die Ausbildungsqualität der Hunde variiert stark. So zeigten In den USA überprüfte Hunde höchst unterschiedliche Leistungen. Die Trefferquote variierte von nur 20% bis zu bewundernswerten 98%. Die höchste Fehlerquote lag neben dem Nicht-Finden bei Fehlanzeigen, bei denen keine Bettwanzen vor­handen waren.

Professionelle Ausbildung
Vielfach unterschätzen die Hunde­führer den langen Weg von den ersten erfolgreichen Trainingssuchen bis zum einsatzfähigen Spürhund. Gerade weil die Nase des Hundes so empfindlich ist, gehört der Umgang mit dem Geruchsträger in professionelle Hände. Zu schnell lernt der Hund bspw. einen falschen Geruch und versagt dann im Realeinsatz, in dem er ähnliche Gerüche anzeigt, aber eben nicht den Geruch der Bettwanze. Zudem wird bei der Bettwanzensuche dem Hund höchste Leistungsfähigkeit abgefordert. Bettwanzensuche ist Höchstleistungssport, selbst für eine Hundenase. Denn die Aufgabe lautet, in einem Raum tief versteckte, kleine Insekten zu finden, die für den Menschen praktisch nicht zu sehen sind. Dazu muss der Hund sich sicher auf verschiedensten Untergründen bewegen, Nebengeräusche und andere Ablenkungen ausblenden und sich nicht frustrieren lassen.

Und wie bei jeder Suchhundeausbildung gilt auch hier, dass nicht nur der Hund gut ausgebildet werden muss, sondern auch der Hundeführer. Vor Ort muss man nämlich als Team agieren. Und zusätzlich zu den not­wendigen Kenntnissen über z. B. Raumeinteilung, Thermik und Führtechnik, kommen in dieser Ausbildungssparte noch dringend erforderliche Kenntnisse über die Biologie der Bettwanzen sowie Bekämpfungsmethoden hinzu. Fehlen diese, riskiert man, dass der Hund gefährdet wird oder man zur Verschleppung der Bettwanzen beiträgt. Ein fehlerhaft oder schlecht ausgebildeter Hund schadet hier mehr als dass er hilft.

Qualität vor Quantität
Ein erfolgreich eingesetzter Hund trägt jedoch dazu bei, dass den Betroffenen ein langer Leidensweg erspart wird und dass zudem durch die frühzeitige Erkennung und somit der besseren Bekämpfungschancen der Verbreitung der Bettwanzen in Europa entgegengetreten werden kann. Denn auch hier ist es wie in vielen verschiedenen Bereichen, dass trotz des Einsatzes von High-Tech die Nase des Hundes ein unschlagbares Hilfsmittel ist.

Der Einsatz von Bettwanzenspürhunden hat hierzulande noch lange nicht die wünschenswerte Akzeptanz erreicht. Ob sie erreicht wird, hängt also von der Qualität und dem Erfolg der sich im Einsatz befindlichen Teams ab. Was wir brauchen sind daher gut ausgebildete Hunde mit umsichtigen Hundeführern, um die neue Verwendung des Hundes als Bettwanzenspürhund zu fördern.

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