Bewegung mit dem Hund – aber richtig

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Das milde Frühlingswetter macht Lust auf Bewegung an der frischen Luft. Wie schön, wenn man dies gemeinsam mit dem Hund ausleben kann. Die Tierschutzombudsstelle Wien warnt jedoch davor, die Vierbeiner zu überfordern. „Was wir Menschen als wohltuende Auslastung empfinden, kann für den Hund enormen Stress bedeuten und im schlimmsten Fall sogar zu (lebens-) bedrohlichen Situationen führen, in denen nicht nur das Tier selbst, sondern auch andere VerkehrsteilnehmerInnen gefährdet werden“, sagt Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW).

Im Fahrradanhänger lässt sich der Hund sicher transportieren. (Foto: Conny Hagen)

Hund am Fahrrad
Laut Straßenverkehrsordnung ist das Halten an der Leine während der Fahrt wie auch das Anhängen von Tieren an Fahrzeugen, um sie mitlaufen zu lassen, verboten (§ 99 Abs 3 lit f). Das gilt für Straßen und Radwege, die für die Öffentlichkeit zugängig sind. Übertretungen können mit Geldstrafen bis zu 726 Euro bestraft werden. „Aus Tierschutzsicht ist das Mitlaufen am Rad extrem heikel“, so Persy. „Für die meisten Hunde ist diese Art der Bewegung ungeeignet oder sogar schädlich.“ Letzteres gilt in jedem Fall für Welpen, Junghunde und Senioren sowie übergewichtige, kurzbeinige, kurznasige oder schwer gebaute Tiere. Und auch bei von Alter, Rasse und Körperbau her vermeintlich „geeigneten“ Hunden gilt: „Durch die schnelle Fortbewegung „fliegt“ die Landschaft und alles, was sich sonst noch bewegt, am Hund vorbei“, so Persy. „Da der Hund keine Möglichkeit hat, sich in Ruhe mit den Reizen auseinanderzusetzen, kommt es zu Reizüberflutung, geistiger Überforderung und Stress.“

Ein ausführlicher Artikel über das Fahrradfahren mit Hund ist in der WUFF 2/2020 erschienen: Hund & Fahrrad – Was man wissen sollte

Joggen mit Hund
Der gemeinsame Lauf durch Wald oder Park ist ausschließlich mit ausgewachsenen und gesunden Hunden möglich (Ausnahmen siehe oben). Folgendes sollte dabei beachtet werden:
• Temperatur: Da Hunde nicht schwitzen und ihre Körpertemperatur über das Hecheln regulieren, darf nie bei zu warmen Temperaturen gejoggt werden. Schon um 20 Grad Celsius kann der Lauf fürs Tier lebensbedrohlich werden!
• Route und Tempo: Die Laufstrecke sollte möglichst nicht über Asphalt oder steinigen Untergrund führen, da dies sehr belastend für die Pfotenballen und Gelenke des Hundes ist. Auch sollten die Routen nicht zu lang sein. Mehrere Pausen, in denen der Hund die Gegend erkunden kann, sollten zur gemeinsamen Joggingrunde unbedingt dazugehören.
• Ausrüstung: Flexileinen, Haltis oder die Sicherung am Halsband sind absolut ungeeignet fürs Joggen. Besser sind ein gut sitzendes Brustgeschirr und spezielle Joggingleinen. Gut trainierte Hunde können – sofern erlaubt – auch ohne Leine mitlaufen. In Wien ist in diesem Fall ein passender Maulkorb, mit dem der Hund gut hecheln und auch Wasser aufnehmen kann, unbedingt notwendig.

Beim gemeinsamen Wandern nicht auf Pausen vergessen! (Foto © Wolfgang Eckert by Pixabay)

Gemeinsam wandern
Eine gemeinsame Wanderung kann Hund und HalterIn großen Spaß bereiten, wenn diese flexibel an den tierischen Begleiter angepasst wird.

• Route und Tempo: Die Marschroute sowie die -geschwindigkeit müssen auf den Hund abgestimmt werden. Pausen sind unbedingt notwendig.
• Ausrüstung: Bei anspruchsvolleren Wanderungen ein Erste-Hilfe-Kit für den Hund mitnehmen. Bitte keine Hunderucksäcke verwenden, in denen der Hund seine Sachen selbst tragen muss!
• Jause: Wasser muss in ausreichender Menge für Hund und HalterIn vorhanden sein. Eventuell proteinreiche Snacks für den Hund einpacken.
• Achtung bei Bergtouren: Sonneneinstrahlung bedingt bei Hunden je nach Felldichte/-farbe ebenso erhöhte Sonnenbrandgefahr wie bei Menschen, und die Höhenluft ist für die Hundelunge ebenso gewöhnungsbedürftig.

Grundsätzlich sollten sich HundehalterInnen bei allen Aktivitäten fragen, ob diese wirklich für ihr Tier geeignet sind. „Hunde sind gerne für jeden Spaß zu haben und möchten ihrem Menschen gefallen. So passiert es leider immer wieder, dass lebensbedrohliche Überforderung übersehen wird, da Hunde ihrem Menschen nicht sagen können, wenn es ihnen zu viel wird“, so Persy. „Daher gilt: Von einem schönen Spaziergang, dem gemeinsamen Spielen oder einer sinnvollen Beschäftigung profitieren die meisten Hunde wesentlich mehr als von totaler körperlicher Verausgabung.“

Text: Tierschutzombudsstelle Wien

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Martina Bartl
Martina Bartl ist erfahrene Hunde- und Pferdehalterin und seit rund 15 Jahren Journalistin. Sie hat sich auf die Fachgebiete Pferde & Reiten und auf Hunde spezialisiert.

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