Blue – ein Hund mit Ringelschwänzchen

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Diese WUFF-Serie ist Ihnen gewidmet. Erzählen Sie anderen ­WUFF-Lesern, wie Sie auf den Hund gekommen sind … Stellen Sie sich vor, sagen Sie, was Sie denken, erzählen Sie über Ihren Hund, so wie in dieser Ausgabe Brigitta Marschal aus Wien über Blue, ihren Airedale mit Ringelschwänzchen.

Zehn Jahre ist es her, als wir unseren Welsh Terrier Ares über die Regenbogenbrücke gehen lassen mussten. Er war unser zweiter Hund gewesen, nach unserem Zwergschnauzer Sancho. Der Schmerz war so groß, wir beschlossen – kein Hund mehr, nicht irgendwann wieder diesen Schmerz ertragen müssen.

Zwei Jahre später – unsere Oma war sehr krank – stornierten wir unseren bereits gebuchten Griechenland-Urlaub, um bei ihr daheim zu bleiben. Für meinen Mann, einen „leidenschaftlichen Nichtflieger", war dies DIE Gelegenheit: „Wenn wir ohnehin nicht fliegen, dann wäre doch ein Hund wieder schön." Und damit die Gewissheit, die nächsten 15 Jahre in kein Flugzeug mehr einsteigen zu müssen. Nur mehr Urlaub mit dem eigenen Auto!

Airedale Terrier mit Ringelschwänzchen

Gesagt, getan – es sollte wieder ein Welsh Terrier sein, aber etwas größer wäre schon schöner. Also, ein Airedale Terrier. Zu diesem Zeitpunkt ­wurden Gott sei dank keine Ruten mehr ku­piert, woraufhin der Göttergatte mein­te, ein Airedale mit einer langen Rute würde sicher komisch aussehen. Der Zufall wollte es, dass in einem Zwinger in der Steiermark noch ein Baby zu haben war, da der ­geplante Besitzer kurzfristig vor Abgabe der Welpen abgesprungen war. Wir wollten uns den Winzling nur mal ansehen. Von Mitnehmen noch keine Rede!

Am Abend des gleichen Tages ­fuhren wir bei strömendem Regen und Gewitter wieder nach Hause, ­Herrchen am Steuer, Frauchen auf dem Rücksitz. In ihren Armen ein das Unwetter friedlich verschlafen­des kleines ­Hundebaby, kurz genannt Blue. Mit einem unkupierten Schwänzchen, das eingeringelt ist – also quasi ein Hund mit Ringelschwänzchen!

Vierbeiniger Clown

Vor nunmehr bald acht Jahren zog der kleine Airedale bei uns ein. Was dann folgte waren Geschichten wie Omas gefressene Ohrringe, die unter natürlichen Umständen wieder ans Tageslicht kamen (allerdings nicht mehr verwendbar, weil total verbogen), zerfetzte Küchenrollen, ein umge­worfenes Mehlfass und der­gleichen mehr. Nicht umsonst sagt man, der Airedale sei ein Clown, der seine ­Menschen unbedingt zum Lachen bringen will. Es gelingt ihm tatsächlich auch jeden Tag aufs Neue.

Natürlich gab es auch Momente, die weniger zum Lachen waren, wie bspw. eine beinahe geschluckte Radiobatterie oder ein „Ich lauf schon mal vor ins Feld und komme sicher nicht mehr zurück, da könnt ihr rufen, solange ihr wollt" – aber nach 3 Jahren mit erzieherischen Höhen und Tiefen, viel Liebe und Konsequenz und den besten Hundetrainerinnen, Ulli und Susi, war auch diese Hürde geschafft.

Blue immer dabei

Unser Blue ist bei jedem Urlaub dabei, ob am See oder im Wellnesshotel. Ob im Restaurant oder beim Heurigen, er ist einfach absolut alltagstauglich. Und überall ist er der Liebling; brav, freundlich, kinderlieb, geduldig, mit Artgenossen und Katzen verträglich, lässt sich streicheln, folgt aufs Wort (und wenn mal nicht, dann eben aufs zweite).

Wir lieben unseren „kleinen Racker" über alles, egal ob langes, kurzes oder geringeltes Schwänzchen – solche Äußerlichkeiten spielen nicht die geringste Rolle! Er lebt uns täglich so viele Dinge vor, von denen wir ­Menschen uns einiges abschauen können. Bescheidenheit, unein­geschränkte Liebe, Treue, ­Loyalität, Zufriedenheit, Geduld, und – dass Äußerlichkeiten eben nicht das ­Wichtigste im Leben sind. Wir ­möchten ihn nicht mehr missen und hoffen, ihn noch viele gemeinsame Jahre zu haben. Blue, wir lieben dich sehr!

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