Buchtipps WUFF 1/2018

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Mensch, Bobby!
Unterwegs mit einem neugierigen Hund
Der Autor gibt gern zu: Bobby hört nicht – oder nur, wann er will: ein Anarchist auf vier Beinen und durch den Terrier-Anteil auch ein Sturkopf. Dieses Buch ist also einmal KEIN Hunde-Rat­geber. Es beginnt aktuell mit einer Reise im Frühsommer 2017, nach Venedig (sehr hunde-unfreundlich, zu viele Menschen und Maulkorbzwang …) und Korsika (sehr hundefreundlich, wie ganz Frankreich). Bobby, heute etwa neun, stoppte 2004 ­einen Wagen auf Sardinien und suchte ein Zuhause, ausgesetzt und abgemagert. Es hat geklappt … Seine „Weltkarte“ gleich vorn im Buch zeigt, wo er überall war: Bremen und die Bretagne, Kroatien und Korsika sind nur einige Stationen. Als Journalist und Fotograf berichtete Werner Gartung viele Jahre lang aus Afrika, auch das scheint öfter durch und verleiht dem Buch eine besondere Würze.

Werner Gartung nimmt die Leserinnen und Leser auch mit auf die Radreise entlang des Neckar im heißen Sommer 2015, in seine Heimatstadt Bremen, nach Tirol, Nürnberg und in die Pfalz … mit viel Witz und Informationen. „Mensch, Bobby!“ zeigt auch, was man mit 68 Jahren noch so alles machen kann – mit einem Hund, der auch langsam im Rentenalter ist. Informationen über hundefreundliche Unterkünfte und gute Orte für eine Stärkung stehen am Schluss der Reisekapitel – alles getestet vom Autor und Bobby.

 

Altsein ist auch nur ein Teil vom Ganzen
Eine Hundegeschichte, die Herzen und Augen öffnet
Zwölfeinhalb Jahre ist Grassy, als der Autor ihn im Internet entdeckt. Dieser – auf Menschenjahre umgerechnet etwa genauso alt wie Grassy – beschließt sofort, dem Hund das zu geben, was er auch hat: einen erträglichen, geruhsamen Lebensabend. Natürlich kommen da Zweifel vom Kopf her. Aber der Bauch ist eindeutig. Und der hat wieder Recht. Die „spätpubertäre Risikobereitschaft“, wie der Autor sein Verhalten nennt, wird reich belohnt. Grassy dreht den Spieß schnell um und schenkt Freude ohne Ende.

Hunde und Menschen verbindet im Alter besonders viel: Lebenserfahrung, manchmal sogar Weisheit, ein geringer gewordener Bewegungsdrang, der geduldige Genuss des Nichtstuns, das Bedürfnis regelmäßiger Handlungsabläufe. Es geht nicht mehr um das große Ziel; eher ums Wachsen, ums ­gemeinsame Erleben und Entdecken dessen, was noch möglich ist. Ein heiteres Buch voller Klugheit. Es zeigt, wie man zufrieden älter wird und ­warum Hunde und Menschen im Herbst des Lebens erst recht zusammengehören.

Herzensräuber
Ein Roman
Ein Laden voller vergessener Bücher, eine zweite Chance und ein Vierbeiner mit einer ganz besonderen Gabe …

Tobias’ Buchantiquariat läuft nicht besonders gut, noch dazu hat er gerade eine schmerzliche Trennung hinter sich. Als er im Urlaub einen liebenswerten spanischen Straßenhund aufliest, beschließt er kurzerhand, ihn mit nach Heidelberg zu nehmen. Wie sich herausstellt, hat Zola die Gabe, für jeden Menschen die richtigen Bücher zu finden – denn in jedem „Herzensräuber“ erschnuppert er die Gefühle, die die bisherigen Leser darin hinterlassen haben. So bringt er nicht nur Tobias’ Geschäft auf Vordermann, sondern nach und nach auch dessen chaotisches Liebesleben …

Dieses Buch zu lesen ist die schönste Art, sich sein Herz stehlen zu lassen.

 

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