Cathy, wo bist du?

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Wenn der Hund für immer wegläuft …

Eigentlich habe ich das traurige Erlebnis mit unserer Cathy ganz gut verdrängen können. Aber seit dem Artikel im WUFF ist alles wieder da! Nun erzähle ich Euch unsere Geschichte:
Noch heute krampft sich mein Magen zusammen, wenn ich nur daran denke. Traurigkeit, Selbstvorwürfe ­– ein Mischmasch an Gefühlen kommt in mir hoch, könnte weinen, unseren Verlust hinausschreien in die Welt.

Es war an einem schönen Sonntag-Nachmittag. Wie jeden Sonntag ging ich mit meiner Mutter und ihrer süßen Hündin Cathy spazieren, mit dabei auch meine alte Boxerhündin Kyra und meine alte Omi Sally. Vor lauter Stolz diskutierten wir darüber, wie toll sich unsere Cathy entwickelt hat, wo sie doch von einer Tötungsstation im Ausland kam und total schreckhaft war. Aber mit viel Liebe und Geduld entwickelte sie sich zu einer liebevollen, aber schon etwas zurückhaltenden Hündin. Sie wurde bei uns kastriert, ihre Zähne wurden gerichtet und ihr Blutohr operiert. Sie hat alles tapfer über sich ergehen lassen!

Und nun kam dieser Tag, der alles zunichte machte! Sonntag, 13. Juni 2014. Wir gingen gerade in der Anlage des Spitals in Knittelfeld spazieren, natürlich angeleint. Links und rechts meine alten Hundedamen (die mittlerweile auch verstorben sind) und in der Mitte voller Stolz unsere Cathy. Zu spät bemerkte ich, dass ca. 10 Meter entfernt ein Hund unangeleint mit seiner Halterin spazieren ging. Die fremde Hündin witterte sofort unsere Hunde und galoppierte aggressiv auf uns zu. In diesem Moment erkannte ich die Hündin, sehr groß und schwer, zu den Menschen total lieb, aber kleine Hunde zählten nicht zu ihren Freunden. Meine Mutter zog im letzten Moment noch die kleine Cathy hoch, und der große Hund schnappte unten durch ins Leere. Ich ließ meine alten Damen von der Leine, die Sally-Omi lief davon. Meine alte Boxer-Hündin nahm den Kampf auf – aber keine Chance. Sie lag sofort unten und die große schwere Hündin oben drauf. Da sprang ich dazwischen und versuchte die große herunter zu würgen – was mir auch gelang. Die Halter von der großen Hündin kamen nach einiger Zeit dazu und leinten diese an. Eigentlich traurig, dass sich nicht einmal die eigenen Halter eingreifen trauen. Endlich hatte sich alles beruhigt, die anderen Hundehalter entschuldigten sich mehrmals, meine beiden Hündinnen waren neben mir.

Meine Mutter stand ein paar Meter weiter weg und die kleine Cathy war noch auf ihrem Arm. Ich bemerkte nicht, wie die Kleine aus ihrem Geschirr herausschlüpfen konnte. Sie ließ sich einfach ­­heruntergleiten und meine Mutter, starr vor Schreck, konnte nicht reagieren – auch ich nicht. Ich stand wie angewurzelt da, mit zitternden Knien. Die kleine Cathy lief ein paar Meter und dann stand sie, mit großen Augen starrte sie uns an. Diesen Ausdruck werde ich niemals vergessen: Angst, Hilflosigkeit, Flucht – einfach ihr ganzes trauriges früheres Leben spiegelte sich in ihren Augen wider. Und dann habe ich alles falsch gemacht, was nur falsch zu machen war.

Ich schrie in Panik ihren Namen und lief auf sie zu. In dem Moment drehte sie um und lief, als wäre der Teufel hinter ihr her – und ich hinten nach! Sie lief nach Hause, drehte sich um, sah mich und lief weiter. Sie lief genau die Gassirunde, die meine Mutter immer mit ihr ging. Die vielen Menschen, die ihr entgegenkamen machten sie nervös, und auf einmal bog sie ab, ab in die Stadt, wo sie noch nie war. Und von da weg hab ich sie nie mehr gesehen. Dabei hatte ich mir nur gewünscht, dass sie in einen Garten läuft und in Sicherheit war.

Wir suchten jeden Tag, jede Tageszeit, gingen jedem noch so kleinen Hinweis nach, Flugblätter, Tageszeitung, Radio, Facebook, Spürhunde, hoher Finderlohn usw. Wir haben alles versucht unsere Cathy wieder zu finden. Nun sind schon ein paar Jahre vergangen, und unsere Suche wird jährlich aufgefrischt! Hiermit möchte ich auch allen danken, die mitgeholfen haben, vor allem meiner Schwester Bianca Seidl, die nichts unversucht gelassen hat, unsere Cathy wieder zu finden.

Mittlerweile hat meine Mutter wieder eine kleine, ältere Hündin namens Kessy vom Verein „Freiheit für Tiere“ bei sich aufgenommen. Eine süße und entzückende Maus. Aber es vergeht kein Tag, an dem wir nicht an Cathy denken!

Die Hoffnung stirbt zuletzt! Falls eine liebe Familie unsere Cathy bei sich aufgenommen hat, wir nehmen sie Euch nicht weg. Wir würden uns sogar an den anfallenden Kosten beteiligen! Wir möchten nur endlich Gewissheit haben. Bitte helfen Sie uns, falls Sie Cathy gesehen haben. Und falls sie in einem Tierheim ist, kommen wir sofort, um sie zu holen!
Chip-Nr.: 900320001676706 (Kontakt über die WUFF-Redaktion)

Pdf zu diesem Artikel: vermisst_cathy

 

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