Conan, der geächtete Rettungshund

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Conan ist ein 5-jähriger American Staffordshire Terrier und lebt bei seiner Familie im Ortskreis Ostalbkreis, Baden-Württemberg/Deutschland. Conan wurde bereits vom Welpenalter an auf alle möglichen Umwelteinflüsse geprägt und für die später erfolgende Begleithunde- und Rettungshundeprüfung vorbereitet.

Vorbildliche Ausbildung
Mit zwölf Monaten hat Conan dann beim SV die Begleithundeprüfung mit besten Bewertungen bestanden. Ein Monat später wurde er auf Hüftgelenksdysplasie (HD) und Patellaluxation (PL) überprüft und beides mit „frei“ befundet. Mit jugendlichen 14 Monaten hat Conan die Rettungshunde-Eignungsprüfung bestanden. Im Alter von zwei Jahren machte er beim DHV eine Verhaltensüberprüfung und bestand mit Auszeichnung. Gleich danach absolvierte er die Rettungshundeprüfung des Deutschen Roten Kreuzes. WUFF hat in der Ausgabe 3/98 Conan vorgestellt. WUFF-Herausgeber Dr. Hans Mosser schrieb seinerzeit einleitend zum Artikel folgende weitsichtigen Worte: „Ein Beitrag und Argument gegen die Unvernunft einiger Gemeindepolitiker in Deutschland (aber auch, um Anfängen in Österreich zu wehren), die für große Hunde oder auch Vierbeiner sogenannter Kampfhunderassen, höhere Hundesteuern einheben oder sie gar aus dem Gemeindegebiet verbannen wollen!“

Lebensretter kontra Kampfhund
Im Mai 1997 wurde Conan beim 1. Internationalen WUFF Kampfhundesymposium im Rahmen einer Rettungshundevorführung präsentiert und zeigte mit Bravour sein Können. Conan ist also ausgebildet, um Menschenleben zu retten. Er hat ein gutes Sozialverhalten und sucht auch in Anwesenheit von anderen Rüden zielstrebig nach verschütteten Lawinenopfern, oder unter eingestürzten Häusern nach lebendig begrabenen Menschen.

Lebensberechtigung entzogen
Seit dem Hamburger Beißunfall im Juni 2000, bei dem ein Junge von zwei Hunden getötet wurde, sieht nun alles anders aus. Rettungshund Conan hat jetzt keine Lebensberechtigung mehr. Seine Besitzer, die ihn vorbildlich als Rettungshund ausgebildet haben, um dem Menschen zu dienen, werden plötzlich fast als Kriminelle abgestempelt, da ihr Rettungshund wahrscheinlich der falschen Rasse angehört.

Der Rassenwahn beginnt
Man will keine Kampfhunde in der Gemeinde. Rettungshunde werden wohl geduldet, wenn sie der richtigen Rasse angehören. Conans Familie hat noch dazu das Pech, neben einer Schule zu wohnen. Sie trauen sich mit dem Hund tagsüber kaum noch aus dem Haus, um nicht angepöbelt zu werden. Wie weit wird Deutschlands Rassenwahn noch gehen? Die Ausmerzung bestimmter Rassen hat bereits begonnen. Konsequenterweise müssten zumindest Individuen, für die man noch irgendeine Verwendung hat, verschont werden …

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