CRUFTS – die größte Hundeausstellung der Welt

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Zum 123. Mal öffnete die Crufts ihre Tore in Birmingham. ­Hundeliebhaber, Züchter und Sportbegeisterte finden sich jedes Jahr in der NEC-Arena ein, um ihre Lieblinge der Öffentlichkeit zu präsentieren. Über 200 Rassen können bestaunt werden, während die Teilnehmer um die begehrteste Trophäe, den Preis „Best in Show“, kämpfen.

Vier Tage lang – vom 6. bis 9. März 2014 – fanden sich über 21.000 vierbeinige Teilnehmer und ihre Halter aus allen ­Nationen ein, um an der größten Hunde­ausstellung der Welt teilzunehmen. Die Juroren hatten die Qual der Wahl und mussten sich in jeder Kategorie für einen Hund entscheiden. Mit dem Titel „Best of Breed“ wird von jeder teilnehmenden Hunderasse der Hund geehrt, der den Ansprüchen der Juroren genügt. Dieses Jahr gewann unter anderem die Bernhardiner-Hündin Maddie mit ihrem Halter Tan Nagrecha den „Best of Breed“-Preis in ihrer Rasse.
 
Crufts-Juroren bewerten aber nicht nur die Schönheit der Tiere, sondern auch diverse andere Eigenschaften. Für die Aktiven gibt es Agility- und Dogdance-Wettbewerbe, aber auch Obedience findet im Wochenendprogramm seinen Platz. Unterschieden wird bei diesen Wettbewerben auch zwischen Groß- und Kleinrassen sowie dem Alter der Hunde. Der dreijährige Border Collie Pace mit seinem Halter Sam Chapman (18) gewann im Agility für Großrassen und Teilnehmer über 12 Jahren den Titel „YKC Agility dog of the year“.
 
Hundebesitzer im Shopping-Fieber
Seit 1891 wird die Crufts jährlich in Großbritannien veranstaltet, daher ist es kaum verwunderlich, dass die ­Messe den Grad an Berühmtheit erlangt hat, den sie heute hat. Ein eigener Crufts-Onlineshop wurde eingerichtet, in dem Fans T-Shirts, Jacken, Aufkleber, Tassen und sogar nachgemachte Rosetten kaufen ­können. Auch die Veranstaltung selbst, die sich über fünf Hallen und die eigentliche Arena – das Zentrum der „Best in Show“ – erstreckt, ist ein Shopping-Paradies für Hundehalter geworden. Über 400 Stände sind in den Hallen zu besichtigen, die sich mit speziellen Angeboten und Dienstleistungen für Hunde sowie für ihre Besitzer beschäftigen. Die Arena selbst wird zu einer Spielwelt umfunktioniert, mit Agility, Flyball, ­Dogdance und anderen Attraktionen. Die öffent­liche Veranstaltung ist für alle Besucher mit Ticket zugänglich, doch Vierbeiner, die nicht zu den Ausstellerhunden gehören, sind nicht erlaubt.

Besondere Freundschaften
Im Jahr 2004 wurde eine neue Preiskategorie eingeführt. „Friends for life“ ist für diejenigen Hundebesitzer gedacht, die ein schweres Schicksal hinter sich haben und deren vierbeinige Freunde sie im alltäglichen Leben unterstützen. Hunde, die sich als echte „Helden auf vier Pfoten“ erweisen. „Ich könnte nicht ohne sie leben! Bevor wir Molly hatten, war mein Leben hart und ich wusste nicht, wie ich damit klarkommen sollte. Aber sie hat mir eine neue Perspektive geboten, einen Grund weiterzumachen!“ Diese aufwühlenden Worte der diesjährigen Gewinnerin von „Friends for life“ Lucy Watts (20) bewegten die Zuschauer. Sie lebt seit Jahren im ­Rollstuhl und ihr Cocker Spaniel Molly hat ihr neue Kraft gegeben.

Auch Mischlinge finden ihren Platz
Wer gedacht hat, dass die Crufts sich nur auf Rassehunde ­spezialisiert, liegt falsch. Denn seit dem Jahr 2013 gibt es einen Wettbewerb für ­Mischlingshunde – SCRUFFTS. Auch bei dieser Hundeschau ­werden Unterkate­gorien bewertet, unter anderem „Golden Oldie Crossbreed“ – für Hunde über 8 Jahre oder ­„Prettiest ­Crossbreed“ – für den schönsten Mischling. ­Dieses Jahr gewann Sarah ­Singleton mit Wylie.

Es ist unglaublich, ein surrealer Moment …
Im großen Finale standen sich sieben verschiedene Rassen gegenüber, zwischen denen sich Juror Jack Bispham ­entscheiden musste. Nach einigen kritischen Blicken und unter euphorischem Applaus wurde die höchste Auszeichnung der Veranstaltung „Best in Show“ vergeben. Standard-Pudel Ricky ­(voller Name: Afterglow Maverick Sabre) und sein Halter Jason Lynn triumphierten vor den anderen und nahmen den heißbegehrten Preis entgegen. „Ricky hat ein Löwenherz. Ich bin so stolz auf ihn. Es ist unglaublich, ein surrealer Moment“, konnte Jason Lynn sein Glück kaum fassen. Der zweite Platz – „Best in Show reserve“ – ging an Sue Smith von Cambridgeshire, die mit ihrem Samojeden-Rüden Dan the Man überzeugte. Mit diesen zwei abschließenden Auszeichnungen endete die diesjährige Crufts. Doch auch ­nächstes Jahr wird die Veranstaltung wieder in der NEC Arena stattfinden, der Termin dafür steht schon fest: 5. bis 8. März 2015.

HINTERGRUND

Die Geschichte der Crufts

Die jährlich im März in Groß­britannien stattfindende Hundeausstellung Crufts ist nach ihrem Gründer Charles Cruft benannt. Cruft hätte eigentlich Juwelier werden sollen, doch zog es ihn zum Hundekuchenhersteller James Spratt. Es gelang ihm, die Firma zu einem Handelsriesen aufzubauen. Um den Umsatz zu steigern und Werbung für das Futter zu machen, begann er Ausstellungen zu organisieren. 1891 startete die erste „Crufts Greatest Dog Show“, wo alle Rasse­hunde eingeladen waren. Die Ausstellung gewann schnell an Beliebtheit: Von 2.000 Gästen bei der ersten Show steigerte man sich bis 1936 zu 10.000 ­Besuchern. Nach dem Tod von Charles Cruft übernahm der ­Britische Kennel Club die Organisation. 2012 wurden unabhängige tierärztliche Kontrollen für die „Best of Breed“ von 15 Rassen eingeführt, die sicherstellen ­sollten, dass keine Tiere mit übertriebenen Merkmalen (Qualzucht) ausgezeichnet werden.

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