Das Engerl vom Heldenplatz

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Einen schönen Montag Nachmittag fuhren meine Mutter und ich auf den Wiener Heldenplatz. Da dieser als beliebter Hundetreffpunkt im Stadtzentrum bekannt ist, hofften wir, dort Hundefreunde zu finden, bei denen wir uns über Hunde erkundigen könnten. Wir planten nämlich, Anfang März 1999 einen Welpen zu uns zu nehmen. Spät am Abend kam eine Frau, die uns erzählte, dass eine Freundin von ihr einen acht Monate alten Hund zu vergeben hätte. Da wir uns näher dafür interessierten, rief sie bei dieser Dame an, die auch versprach, sofort auf den Heldenplatz zu kommen. Während wir auf sie warteten, erfuhren wir, daß dieser Hund Penny heisst und eine 16 Monate alte Malinois-Bracken-Mischlingshündin ist.

Hundliches Herz & menschliche Seele
Als die Dame mit der heißerwarteten Penny endlich gekommen war, ließ sie die Hündin aus. Sogleich lief Penny eine viertel Stunde lang wild herum, so schnell, dass man sie kaum sehen konnte. Als sie sich dann beruhigt hatte, begann sie mit mir zu spielen. Sofort waren die Hündin und ich ein Herz und eine Seele.
Während wir beide spielten, unterhielt sich meine Mama mit der Dame, die sich als Frau Maier vorgestellt hatte. Mama fand heraus, dass Penny ausgesetzt worden war und bereits bei 5 verschiedenen Besitzern war. Wir wären nun die sechsten!
Als wir dann gemeinsam eine kleine Runde spazieren gingen, stellte sich heraus, dass Penny auch schon „Sitz“ und „Platz“ beherrschte. Bevor wir uns wieder verabschiedeten, notierte sich Mama die Telefonnummer von Frau Maier und versprach, dass wir uns melden werden.

Hierher gehöre ich
Zuhause besprachen meine Eltern, dass mein Vater und mein Bruder Mathias sich Penny am nächsten Mittwoch Vormittag anschauen sollten, da dies ein Feiertag war. Endlich kam der Mittwoch und schon nach zehn Minuten stand fest: Wir werden Penny bekommen. Wir planten, sie am Freitag zu holen. Da wir aber vorher noch das nötige Zubehör kaufen wollten, holten wir Penny am Donnerstag ab. In unserer Wohnung dürfte sie aber dann sofort gespürt haben, dass sie hierher gehört, denn sie wollte nicht mehr weg. So telefonierten meine Mama und Frau Maier und beschlossen, dass Penny schon heute, und nicht erst am Freitag, bei uns bleiben könne.

Mittlerweile hat sich Penny sehr gut eingewöhnt und ist der bravste Hund, den es gibt. Sie bleibt sogar bis zu sechs Stunden alleine. Sie ist sehr wild und verspielt, doch es gibt nichts, was sie mehr liebt, als zu Hause in ihrem Körbchen zu liegen und zu schlafen. Sie ist sehr gutmütig. Ein paar Mal haben wir uns auch schon mit einer ihrer Vorbesitzerinnen getroffen. Doch eine Frage wird unserer Familie wohl ewig ein Rätsel bleiben: Warum setzt man einen so braven und gutmütigen Hund aus?

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