Das hat er noch nie getan! Der Hundebiss im deutschen Zivilrecht

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Jährlich ereignen sich in Deutschland zehntausende Beißvorfälle mit Hunden, durch welche es zu Körperverletzungen, Sachbeschädigungen oder Verletzungen an anderen Tieren kommt. Für diese Schäden haftet grundsätzlich der ­Tierhalter verschuldensunabhängig gemäß § 833 S. 1 BGB. Die Haftung ohne Verschulden setzt dabei voraus, dass sich die spezifische Tiergefahr des ­Hundes, also die Unberechenbarkeit ­seines natürlichen Verhaltens, ver­­wirklicht hat. Verletzungen durch ­Hundebisse sind daher grundsätzlich der spezifischen Tiergefahr zuzu­­rechnen.

Der Gesetzgeber unterscheidet bei den Haustieren zwischen »Nutztieren« und »Luxustieren«. Als Nutztiere gelten dabei Tiere, die dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters dienen. Das gilt zum Beispiel für den Hütehund des Schäfers, den Jagdhund des Försters, einen Blindenführhund oder einen Polizeidiensthund. Hier sieht das Gesetz in § 833 S. 2 BGB keine Gefährdungshaftung vor, sondern eine Verschuldenshaftung, wobei das Verschulden des Tierhalters vermutet wird. Die Ersatzpflicht gegenüber einer geschädigten Person tritt demnach nicht ein, wenn der Schaden durch ein solches Nutztier verursacht wird, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Hundes die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beachtet hat oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden wäre.

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Susan Beaucamp
Seit 1990 als Rechtsanwältin bundesweit tätig und auf das „Tierrecht“ spezialisiert. Die Hundehalterin Susan Beaucamp begleiten aktuell zwei Hündinnen aus dem Tierschutz, Pina und Zoé. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind die massiv zunehmenden Ordnungsverfügungen gegenüber Hundehaltern im Bereich der jeweiligen Landeshundegesetze. Darüber hinaus erstellt und prüft sie Kaufverträge zwischen Züchtern und Welpenkäufern und berät bei gewährleistungsrechtlichen Ansprüchen. Auch Strafverfahren nach Hundebissverletzungen und Tierarztregresse betreut sie. www.kanzlei-sbeaucamp.de

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