Das WUFF-Mischlingschampion-Paar MIRA & AIKA

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MIRA der Breitensporthund
Als feststand, wir bekommen einen Hund – was schon immer mein Traum war – suchten wir in allen möglichen Zeitungen nach Hundeanzeigen. Als wir dann lasen „7 Wochen alte Mischlingswelpen zu vergeben”, fuhren meine Mutter und ich zur angegebenen Adresse. Die 8 kleinen Welpen hätten wir am liebsten alle gehabt, jeder hat anders ausgesehen. Nach einigem Suchen haben wir uns dann für Mira entschlossen. So fuhren wir mit unserer Neuerwerbung nach Hause. Dem Aussehen nach ist Mira eine Mischung aus Terrier und Rauhhaardackel.

Faustdick hinter den Ohren
Geboren wurde Mira im April 1995. Schon im August gingen wir das erste Mal mit ihr auf den Hundeplatz, den ÖGV Felixdorf. Seit diesem Tag haben Mira und ich die Begeisterung für Hundesport nicht mehr ablegen können. Wir machten zunächst gemeinsam den Welpenkurs. Mira war kein braver Welpe, sie hatte es faustdick hinter den Ohren. Klar – sind doch die Rassen ihrer Eltern berühmt für ihre Schlauheit und Dickköpfigkeit. Deshalb pausierten wir auch ein Jahr, bevor wir den Anfängerkurs besuchten. Da klappte dann aber die Verständigung einwandfrei und so ist es bis heute. Im Juni 1997 legten wir zum ersten Mal die BGH 1 ab, noch dazu mit 93 Punkten („Sehr gut”)! Im September desselben Jahres stellten wir auf die Motivationsmethode um, und trainierten zusätzlich noch Breitensport, eine ganz tolle Sache!

Knapp vorbei an der Medaille
Im Mai 1998 begann unser erstes Cup-Jahr im Breitensport. Der Cup war mit zweimal dem 2., einmal dem 5. und einmal dem 6. Platz sehr erfolgreich, was insgesamt den 4. Platz bedeutete, also knapp vorbei an der Medaille. Im selben Jahr machten wir nochmals die BGH 1, diesmal mit 94 Punkten. Im November 1998 erreichten wir bei einem C1-Turnier in Traiskirchen den 5. Platz.
Auch 1999 konnte uns nicht bremsen. Im Juli 1997 bestanden wir die BGH 2 mit 79 Punkten und beim Breitensport Cup erreichten wir in der Gesamtwertung den 3. Platz und somit einen Pokal. Mira ist heuer im April 5 Jahre alt geworden und wir trainieren eifrig Fährte für die FH 1 und FH 2. Auch den Breitensport Cup machen wir wieder mit. Diesmal haben wir Konkurrenz aus dem eigenen Rudel, denn ich starte im BS-Cup auch mit meinem Groenendael-Rüden „Konem v. d. Waldfeenhöhe”. Unser Rudel besteht insgesamt aus Mira, Konem und Aika.

Rasse oder Mischling: Gleich gut für Hundesport
Mira und mir macht der Hundesport wahnsinnigen Spass. Er ist unser Leben. Ich bin immer wieder von neuem von meiner Mira überrascht. An ihrem Beispiel kann man sehen, dass nicht nur Rassehunde erfolgreich sein können, sondern auch Mischlinge. Damit will ich mich nicht gegen Rassehunde aussprechen, wo ich ja selbst auch einen reinrassigen Hund habe. Aber ich will zeigen, dass man mit jedem Hund Hundesport betreiben kann, egal welche Rasse oder Mischling. Und schliesslich: Ich bin für aktiven Hundesport, denn Hundesport macht allen Spass!

Aika das Zwergerl vom ÖGV Felixdorf
Aika hat schon als kleiner Welpe sehr viel erlebt. Schon im Alter von 5 Wochen wurde sie von ihrer Mutterhündin und den Wurfgeschwistern weggeholt. Bei ihren ersten Besitzern lebte sie dann genau eine Woche. Denn als beim Tierarzt festgestellt wurde, dass sie eine Hündin war, musste sie weg, denn man wollte nur Rüden. Ein Freund meines Vaters hat sie dann in unseren Sportverein mitgebracht. Mein Vater hat Hunde auch immer gern gehabt und sie deshalb nach Hause mitgebracht.
Sie war damals wirklich eine Handvoll süsser Hund. Ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen und so blieb sie bei uns. Unser Ersthund Mira war zunächst ganz begeistert von der neuen Spielkameradin. Die beiden konnten stundenlang miteinander herumspielen. Aber nur bis zu dem Tag, an dem Mira scheinträchtig wurde. Sie hat Aika nicht als Baby akzeptiert und sie ständig unterworfen, ihr immer gezeigt, wer stärker ist. Nach Miras Kastration war das dann vorbei und so ist Aika ein ganz normaler, süßer kleiner Hund geworden.

Ungeschliffener Diamant
Aika wurde im April 1997 geboren. Nach ihrem Aussehen dürfte sie ein Mischling aus Zwergspitz und Chihuahua sein. Auch mit ihr habe ich den Welpenkurs besucht. Dann habe ich aber mit ihr nicht mehr weitergearbeitet, weil ich für beide Hunde nicht genug Zeit hatte und Mira mir zum Arbeiten wichtiger war. So blieb dann Aika immer zuhause bei meinem Vater. Aika ist nicht unbedingt „mein” Hund. Sie hat immer mehr meinem Vater und meiner Mutter gehört. Mein Vater ist aber leider im Juli vorigen Jahres gestorben und so bin ich jetzt Aikas Bezugsperson. Seit kurzem trainiere ich mit ihr Agility. Es macht mir unheimlichen Spass, denn es ist schon etwas anderes, mit einem so kleinen Hund zu arbeiten – ich hätte mir das nie vorstellen können. Mira ist ja doch ein gutes Stück grösser und mit ihr wurde auch von Anfang an gearbeitet. Aika hingegen ist wie ein ungeschliffener Diamant. Sie reagiert sehr gut auf die Körpersprache und die Geräte sind auch kein Problem. Aika zischt durch die Tunnel ohne jegliche Angst und springt über jedes Hindernis. Es ist wunderschön mit anzusehen.

Spass mit Agility
Am 20. 11. 1999 haben wir dann bewiesen, was wir können. Und zwar bei einem vereinsinternen Agility-Turnier. Ich bin mit Aika in der 1. Gruppe gestartet, da ich noch nicht so oft mit ihr trainiert hatte, auch weil sie zwischendurch läufig war. Wir haben beim Turnier sehr gut zusammengearbeitet und auf Anhieb den 2. Platz erreicht. Heuer haben wir auch schon in unserer vereinseigenen Agility-Halle trainiert. Wenn ich dann wieder mehr Zeit habe, steht einem ausgiebigeren Training absolut nichts mehr im Wege und ich habe vor, schon bald die A1 mit ihr zu machen und auch ein paar Turniere, die bei uns in der Nähe stattfinden.

Zwerghund nicht ernstgenommen?
Ich halte sehr viel von der Arbeit mit Zwerghunden, denn das sehe ich als besondere Herausforderung an. Niemand würde einem so kleinen Hund so viel zutrauen! Man glaubt gar nicht, zu welchen Leistungen diese Zwergerl im Stande sind. Ich habe schon oft den Ausspruch gehört „Das soll ein Hund sein?”. Von dieser Aussage halte ich überhaupt nichts. Auch sind die Meinungen, dass es „ja nicht so schwer sein kann, so einen Hund zu erziehen“ oder „da mache ich mich ja lächerlich, wenn ich mit so einem kleinen Hund auf den Hundeplatz gehe“ für falsch. Denn kleine Hunde haben einen sehr starken Charakter und sind wahnsinnig selbstbewusst – auf der anderen Seite sind sie aber auch sehr sensibel. Es ist oft schwerer, einen kleinen Hund auszubilden, als einen großen. Dafür braucht man eine eigene Hand!

Hundesport richtig betreiben
Hochachtung an alle, die mit Zwerghunden Erfolge erzielen. Ich bewundere diese Hundeführer. Ich möchte mit meiner Vorstellung von Aika auch sagen, dass auch kleine Hunde beschäftigt gehören. Man kann mit ihnen ohne weiteres Hundesport betreiben! Es sind nämlich sehr aktive Hunde, die geistig gefordert werden wollen. Und noch etwas: Hundesport macht allen Spass, solange er richtig betrieben wird!

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