Der hundefreundliche Garten: Do’s und Dont’s

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Hunde gehören zu den beliebtesten Haustieren. Weit über 8 Millionen leben in deutschen Haushalten. Umso schöner, wenn Hund und Halter einen Garten haben, in dem sie gemeinsam Zeit verbringen, spielen und sich beschäftigen können. Mit den folgenden Tipps wird der Garten zu einem Wohlfühlort für den Hund und auch für seine Halter.

Was bietet ein Garten für Hunde?

Ein Garten hat viele Vorteile:
• Der Garten kann kurze „Pipirunden“ mit dem Hund ersetzen und im Notfall schnellen Auslauf ermöglichen (Durchfall des Hundes, Krankheit des Halters).
• Welpen lernen mit weniger Aufwand die Stubenreinheit, da man nicht immer mit der Leine ins Freie gehen muss.
• Der Garten bietet sicheren Auslauf ohne Leine, auch für jagende, ängstliche oder noch nicht erzogene Hunde.
• Spielen und Toben kann im Freien mit viel Platz stattfinden, statt im Wohnzimmer.
Der Garten bietet viele Möglichkeiten für hundegerechte Beschäftigung.

Was ein Garten nicht kann:
• Den Gassigang komplett ersetzen, denn ein Hund braucht neuen Input und neue Gerüche.
• Als „Abstellplatz“ dienen, wo man den Hund längere Zeit sich selbst überlässt. Sonst können sich Verhaltensweisen wie Bellen am Gartenzaun festigen.

Tipps zur Gestaltung eines hundefreundlichen Gartens

Bei der Einrichtung des Gartens kann man oft mit wenig Aufwand erreichen, dass der Hund sich dort noch wohler fühlt und artgerechte Beschäftigung möglich ist.

Verschiedene Zonen schaffen
Eine größere Rasenfläche dient aktiven Hunden zum Spielen und Rennen. Eine Buddelecke kann buddelfreudige Hunde manchmal (aber nicht immer) vom „Umgraben“ anderer Gartenbereiche abhalten. Wer möchte, dass der Hund sein Geschäft nur in einer Kotecke (Hundetoilette) im Garten erledigt, kann das trainieren. Andere Gartenbereiche können zur Beschäftigung (zum Beispiel für Suchspiele, siehe unten) genutzt werden. Sollen Tabuzonen für den Hund eingerichtet werden, sollten diese für den Hund unzugänglich gemacht werden.

Schatten und Orte der Entspannung schaffen
Ein Hund ruht jeden Tag bis zu 20 Stunden. Verbringt man viel Zeit im Garten, sollte der Hund dort Ruheplätze haben. Damit der Hund im Garten seinen Lieblingsplatz findet, können die folgenden Tipps helfen:
Schatten schaffen kann man mit Bäumen oder großen Sträuchern, einer dicht bewachsenen Pergola, Spalieren, Sonnenschirmen, hohen Sichtschutzwänden oder natürlich auch mit Markisen, Sonnensegeln und ähnlichem.
• Eine Hundehütte mag nicht jeder Hund, sie kann jedoch Schatten spenden und einen geschützten Rückzugsort bieten.
Kuschelige Liegeplätze kann man mit speziellen Outdoor-Hundedecken und -kissen schaffen oder an geschützte, trockene Stellen tagsüber ein normales Hundekörbchen stellen.

Was man meiden sollte
Bei der Gartengestaltung ja nach Hund besser keine zerbrechlichen Dekorationen, einen perfekten Zierrasen oder hübsche Blumenbeete planen. Vor allem bei Welpen, Junghunden und sehr tobefreudigen Hunden setzt man besser auf eine robuste Gestaltung, zum Beispiel mit Hochbeeten.

Auslastung, Beschäftigung und Spiel

Das Schönste am Garten ist für Hund und Halter oft, dass man tolle Möglichkeiten zum Spielen und zur Beschäftigung hat, die einen großen Mehrwert des Gartens ausmachen.

Welche Beschäftigungen gibt es?
• Agility (wie im Hundesport) oder einfacheres „Spaß-Agility“ mit selbstgebauten Hindernissen
• Verschiedene Suchspiele mit Leckerli, Spielzeug oder Dummy
• Fortgeschrittene Nasenarbeit wie ZOS (Zielobjektsuche) oder Fährtenarbeit
• Apportieren mit Spielzeug oder Futterbeutel
• Fortgeschrittenes Apportieren beim Dummytraining
• Longieren mit dem Hund
• Trickdogging (Hundetricks einüben) und Dogdance (mehrere Tricks als Choreographie zur Musik)

Das sollte man in Bezug auf Spiel und Beschäftigung beachten
• Den Hund nicht überfordern. Qualität statt Quantität.
• Kopfarbeit und Nasenarbeit strengt den Hund an und lastet ihn oft besser aus, als körperliche Anstrengung.
• Die passende Beschäftigung je nach Talent und Interesse des Hundes auswählen.
• Achtung beim Werfen von Stöckchen: Hier besteht Verletzungsgefahr.
• Für alte Hunde eignen sich ruhigere Übungen, die Koordination und Fitness sanft trainieren.
• Auch Hundemuskeln brauchen Aufwärmung, vor allem vor wilden Rennspielen, Sprüngen und scharfen Richtungswechseln.
• Auf Sicherheit achten, zum Beispiel sollten Hindernisse nicht kippen oder einstürzen können.

Sommerliche Abkühlung, Wasser & Co.

• Hochsommerliche Hitze kann für Hunde anstrengend werden. Viele Hunde nehmen eine kleine Abkühlung oder Erfrischung sehr gerne an.
• Abkühlung und Erfrischung im Sommer
• Immer einen gefüllten Wassernapf anbieten, gern auch draußen.
• Kühlmatten und Kühlhalsbänder (diese mag aber nicht jeder Hund) sorgen für Abkühlung.
• Mit Wasser gefüllte Wannen oder robuste Hundeplanschbecken laden zum Toben und Planschen ein.
• Wasserschlauch und spezielles Spielzeug, das sich daran anschließen lässt.
• Anstrengende Aktivitäten sollte man morgens oder am späteren Abend einplanen.

Ein Teich für den Hund?
Badet der Hund gerne? Dann ist ein eigener Teich eine tolle Möglichkeit. Dabei sollte man beachten:
• Teichfolie kann durch die Krallen des Hundes beschädigt werden. Besser: Eine Teichwanne.
• Wasserpflanzen, Teichtechnik und Deko können in Mitleidenschaft gezogen werden.
• Freier Zugang zum Teich ist nicht für alle Hunde geeignet (aus Sicherheitsgründen oder weil der Hund nicht ständig baden soll).

Dürfen Hunde Eis essen?
Ja, sie dürfen. Allerdings enthält unser Speiseeis zu viel Zucker. Besser ist spezielles Hundeeis, das man auch selbst machen kann. Damit es magenverträglich ist, sollte der Hund es langsam schlecken. Das lässt sich zum Beispiel erreichen, indem man es in Becher oder hohle Kautschuk-Spielzeuge (z.B. Kong) füllt.
Eis-Rezepte für Hunde: Ein Dosenfutter (Nassfutter) einfrieren, zermuste Banane mit Quark oder Joghurt mischen. Auch Leberwurst, pürierte gekochte Karotten, geriebener Apfel und anderes lässt sich dazumischen.

Der sichere Hundegarten

Der heimische Garten soll ein Ort zum Wohlfühlen, Spielen und Ausruhen sein. Gefahrenquellen für den Hund sollte man daher so weit wie möglich meiden. Das gilt besonders bei Welpen, da sie mit fast allem spielen und gerne auf Pflanzen herumkauen.

Der Gartenzaun
Ein Zaun sollte den gesamten Garten umschließen, hoch genug sein und keine Lücken haben. Bellt der Hund am Zaun, kann ein Sichtschutz helfen.

So vermeidet man Gefahrenquellen im Garten
• Vor allem bei neugierigen Welpen: Kabel (zum Beispiel von Gartenleuchten) und Werkzeug mit scharfen Kanten sichern
• Dünger ist schädlich für Hunde. Den Hund nach dem Düngen nicht in den Garten lassen und Rasen gut wässern. Dünger sicher aufbewahren.
• Pflanzenschutzmittel, Schneckenkorn u.ä. sind tabu.
• Komposthaufen sichern (viele kompostierbare Abfälle sind für Hunde schädlich, zum Beispiel Kaffeesatz).

Giftige Pflanzen und Früchte
• Giftige Bäume und Sträucher: Eibe, Holunder, Robinie, Goldregen und mehr.
• Giftige Heckenpflanzen: Unter anderem Thuja, Kirschlorbeer, Buchsbaum.
• Giftige Zierpflanzen: Tulpengewächse (Tulpe, Krokus, Narzisse), Oleander, Rhododendron, Engelstrompete, Eisenhut und mehr.
• Giftige Früchte bzw. unverträglich sind unter anderem vergorenes Fallobst, rohe Hülsenfrüchte, rohe Kartoffeln, Zwiebel, Weintrauben, Kerne von Steinobst.

Mehr zum Thema hundefreundlicher Garten: https://www.garten.schule/hundefreundlicher-garten/

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