Die 10 besten ­Urlaubs- und Sommertipps für den Hund

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Der Sommer und somit die Urlaubszeit steht vor der Tür. Ob Sie eine Reise anstreben oder die ­heißen Monate zuhause ­verbringen, auf alle Fälle ist eines klar: In dieser Zeit gibt es rund um den Hund ­vieles zu beachten. Von den Einreisebestimmungen in der EU bis hin zu Sonnenbränden – Tipps und Tricks, wie Sie mit Ihrem Hund am besten über den Sommer kommen, finden Sie hier.

Todesfalle Auto
Den Hund bei glühend heißen Temperaturen im Auto zu verwahren, muss unbedingt vermieden werden. Selbst wenn Sie im Schatten parken und das Fenster einen Spalt öffnen, ist das noch kein Garant für Abkühlung. Pkws heizen sich sehr schnell auf, und daher sollte Ihr Vierbeiner auch nicht einmal für wenige Minuten, die Sie zum Einkaufen nutzen, im Auto warten. Denn aus wenigen Minuten kann oft mehr werden, durch das Treffen von Bekannten oder bei längeren Warte­schlangen. Das Auto der Besitzer wurde schon für manche Hunde zur Todesfalle. Die Gefahr wird vor allem in der Übergangszeit unterschätzt, wenn durch den Wind die Außentemperatur auf den Menschen etwas kühler wirkt und dennoch die Sonne scheint.

Bei Sonnenstich für Abkühlung sorgen
Worunter nicht nur Menschen, ­sondern auch Hunde leiden können, ist der sogenannte Sonnenstich. Tiere leiden eher unter Hitze und suchen normalerweise instinktiv so bald wie möglich den Schatten auf. Doch sie sind auch dafür bekannt, es ihren ­Haltern immer recht machen zu ­wollen, so unterdrücken sie ­manches Mal ihren Instinkt und harren so ­länger in prekären Situationen aus (wie z.B. bei über 30 Grad neben dem Rad herzulaufen). Um einen Sonnenstich zu vermeiden, müssen Sie einiges beachten. Ihr Hund sollte an heißen Tagen weder in der prallen Sonne angebunden noch zu sportlichen Aktivitäten genötigt werden. Falls diese Situation doch einmal eintreffen sollte, ist schnelles Handeln gefordert. Erste Anzeichen für eine Überhitzung des Organismus ist Ermattung, ein Taumeln des Hundes sowie eine Reaktionslosigkeit auf Ihr Rufen. Ihr Vierbeiner muss so schnell wie möglich gekühlt werden – mit kühlem Wasser abbrausen oder in eine Wanne stellen, auch mit nassen Tüchern abdecken kann helfen. Wichtig ist, dass die Wassertemperatur nicht eiskalt ist, denn dieser Temperaturunterschied kann zu einem Schock führen. Der Tierarzt sollte unbedingt verständigt werden.

Helle Felltypen besonders anfällig
Durch hohe Sonneneinstrahlung kann es auch bei Hunden zu einem Sonnenbrand kommen. Besonders gefährdet sind helle Felltypen wie z.B. Dalmatiner oder Bullterrier. ­Lichtes Fell oder gar sehr ausge­dünnte Stellen wie an der Schnauze oder an den Ohren sind besonders stark betroffen. Dem können Sie entgegen­wirken, indem Sie die kleineren Stellen mit Sonnencreme eincremen. Der Lichtschutzfaktor sollte dabei mindestens 15 betragen, wenn nicht mehr. Da Hunde zum Ab­schlecken von Cremes neigen, sollte bei langem Sonnenaufenthalt auch ­regelmäßig nachgetragen werden. Falls es doch zu einer Rötung kommt, muss die betroffene Stelle gekühlt und danach mit einer fetthaltigen Salbe behandelt werden. Denn durch die Austrocknung der Haut entsteht ein Juckreiz, dem die Tiere ansonsten nachgeben – was Entzündungen und nässende Stellen nach sich zieht. In diesem Fall sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Der einzig wirkliche Schutz vor Sonnenbrand besteht aber darin, Ihren Hund nicht allzu lang der direkten Sonneneinstrahlung aus­zusetzen.

Veränderte Nahrungsaufnahme
Weniger Bewegung bedeutet, dass nicht mehr so viel Energie verbraucht wird. Damit sinkt der ­Kalorienbedarf Ihres Vierbeiners und kleinere Futter­portionen sind angebracht. Die ­kleineren Mengen können von Ihrem Hund leichter verdaut werden und verhindern eine Gewichtszunahme über den Sommer. Ihrem ­natürlichen Instinkt folgend trinken Hunde während der heißen Sommertage auch mehr Wasser – die vermehrte Aufnahme von Flüssigkeit hat einen sättigenden Effekt, da der Magen „scheinbar“ gefüllt ist. Daher sollten Hundehalter auch keine Bedenken haben, wenn ihr Vierbeiner einmal streikt und eine Futterration auslässt – Appetitlosigkeit muss in diesem Fall nicht immer gleich mit einer Krankheit gleichgesetzt werden.

Wenn das Meer ruft
Viele Hunde sind ganz verrückt nach Wasser. Auch im Urlaub lieben sie es, am Strand im Sand zu toben oder im Meerwasser zu baden. Einige Hunde­halter haben aber den Irrglauben, dass ihre Vierbeiner kein Wasser mehr brauchen, da sie sowieso im Meer genügend Flüssigkeit haben. Doch das Trinken von Salzwasser ist schädlich für den Hund. Längerfristig führt es zur Austrocknung des Körpers und zu starkem Durchfall des Tieres. Also auch beim Strandurlaub reichlich Trinkwasser für den Hund mitführen und somit verhindern, dass er das Meerwasser trinkt. An ­Hundestränden werden auch sogenannte „Hunde­duschen“ eingerichtet, damit Sie Ihren Vierbeiner nach dem Bad vom Salzwasser befreien können. Das Salzwasser bildet ansonsten Salzkrusten auf der Haut des Tieres, worauf viele Hunde sehr empfindlich reagieren.

Der perfekte Schnappschuss
Um ein ansehnliches Urlaubsfoto von Ihrem Liebling zustandezubringen, sollte auf das ­Bauchgefühl ­vertraut werden. Der Hund ­sollte nicht ­„verunstaltet“ werden, indem Sie ihn mit einer Vielzahl von ­Accessoires „schmücken“. Sonnenbrillen, Blumen­ketten, Strohhüte und Cocktailgläser tragen nicht zum Wohlgefühl des ­Tieres bei, und diese ­Atmosphäre überträgt sich dann auf das Foto. Auch auf die Fellfarbe sollte ­während der Fotosession achtgegeben werden. Weiße Hunde wirken am besten im Schatten, während man bei ­komplett schwarzem Fell gegebenen­falls einen Aufhellblitz ­verwenden kann. ­Andernfalls können Sie die Belichtung im Nachhinein am PC ­bearbeiten. Wenn Ihr Hund direkt in die ­Kamera blicken soll, versuchen Sie es am ­besten mit einem kleinen Trick: Halten Sie sein Lieblingsspielzeug direkt über das Objektiv! Das lenkt seine Aufmerksamkeit genau auf Sie. ­Ansonsten ist Geduld gefragt: Kommandos wie „Bleib still stehen!“ oder „Schau zu mir!“ werden bei Ihrem Vierbeiner nicht fruchten – aber durch die Digitalfotografie können Sie ja ohnehin unzählige Fotoversuche starten.

Wo geht die Reise hin?
In nicht jeder Unterkunft sind Hunde erlaubt oder erwünscht. Die meisten Hotels schreiben diese Information bereits auf ihre Homepage. Doch das „Durchsuchen“ aller favorisierten Unterkünfte nach der Zusatzinformation „Hunde erlaubt“ kann die Urlaubsstimmung trüben. Um diesen Zeitaufwand zu minimieren, gibt es mittlerweile Internetplattformen, in denen finden Sie europaweit Unterkünfte, die Sie mit Ihrem Vierbeiner bewohnen dürfen. Am Urlaubsort selbst gibt es weitere Verbote rund um den Hund zu beachten. So entsteht momentan ein Trend in vielen Restaurants, Hunde generell zu verbieten. Auch separate Hundestrände werden ­gekennzeichnet, da auf anderen das Mitführen des Hundes verboten ist. In der Nebensaison wird hier aber meist ein Auge zugedrückt.

Prophylaxe gegen ­Mittelmeerkrankheiten
Mittelmeerkrankheiten gelten als Überbegriff für eine Vielzahl an Krankheitsbildern, die im Mittelmeerraum und oftmals auch in den Tropen auftreten. Unbehandelt können ­einige dieser Krankheiten für den Hund tödlich sein. Die bekannteste Mittelmeerkrankheit ist Leishmaniose – ein Infekt, der durch die Sandmücke auf den Hund übertragen wird. Die Infektionsrate ist bei Hunden vor allem im spanischen und italienischen Raum sehr hoch: In Andalusien sind bis zu 42% der Hunde infiziert und in ­Sizilien bis zu 60%. (Infos über diese und andere Mittelmeerkrankheiten sowie Schutzmöglichkeiten siehe ab S. 46)

Unterschiedliche Reisebestimmungen
Jedes Land hatte früher seine eigenen Bestimmungen, was die Einreise mit Tieren betraf. Innerhalb der EU ­wurde jedoch eine einheitliche Regelung beschlossen. So müssen der ­Richtlinie von 2003 zufolge alle Haustiere elektronisch gekennzeichnet sein. Für den Chip gibt es zwei ­verschiedene Normen: ISO-Norm 11784 oder 11785. Seit 2011 wird generell nur mehr unter Beachtung dieser Norm gekennzeichnet. Falls Ihr Tier noch einen anderen Chip besitzt, müssen Sie für ein entsprechendes Lesegerät sorgen. Des Weiteren muss bei Reisen in der EU auch der blaue ­Heimtierausweis mitgeführt werden, in dem eine ­gültige Tollwutimpfung ­eingetragen sein muss. Die Erst­impfung des ­Hundes muss dabei mindestens 21 Tage vor Grenzübertritt ausgestellt worden sein.

Doch auch innerhalb der EU gibt es Ausnahmen: Für vier Länder – Großbritannien, Finnland, Malta und Irland – ist eine Behandlung gegen Bandwürmer vorgeschrieben. Der größte „Normausreißer“ ist Dänemark. Dieses Land hat im Juli 2010 ein eigenes Gesetz für die Einführung und ­Haltung von Hunden erlassen. Demnach sind 13 Hunderassen verboten, die nach dem 17. März 2010 angeschafft wurden. Dieses Verbot betrifft nicht nur dänische Staatsbürger, sondern auch Touristen. Die Durchführung des Gesetzes wird streng kontrolliert, Ausnahmen werden keine gemacht. Reist man dennoch mit einem der Listenhunde ein, kann das bis zur Tötung des Tieres führen. Betroffene Rassen sind unter anderem: Pitbull Terrier; Tosa Inu; Amerikanischer ­Staffordshire Terrier; Fila ­Brasileiro; Dogo ­Argentino; ­Amerikanische ­Bulldogge; ­Kaukasischer ­Ovtcharka und sechs weitere. (Anm. der Re­daktion: Wir raten grundsätzlich davon ab, als Hunde­halter Dänemark zu bereisen, da es jeden Hund treffen kann. Es wurden in der Vergangenheit bereits Mischlinge mit „verdächtigem Aussehen“ in Dänemark per behördlicher Anordnung getötet.)

Flugreisen mit Hund
Wenn Sie mit Ihrem Vierbeiner eine Flugreise ins Auge fassen, müssen Sie neben einer Vielzahl von Bestimmungen auch das Wohl Ihres Hundes berücksichtigen. Sobald Sie die Reise planen, sollten Sie sich eine ent­sprechende Transportbox zulegen. Zwar gibt es von den Fluggesellschaften auch Boxenverleihe, doch eine eigene Transportkiste ist dieser vorzuziehen. Ihr Hund sollte schon im Vorhinein an diese Situation herangeführt werden. Gewöhnen Sie ihn an die Box, indem Sie diese offen in Ihrem Wohnraum stehen lassen – den Hund vielleicht darin füttern oder sie mit seiner Lieblingsdecke ausstatten, damit er es sich darin bequem machen kann. Falls diese Eingewöhnungsphase nicht gelingt und Ihr Liebling allgemein vorsichtiger und ängstlicher auf Veränderungen reagiert, besteht noch die Möglichkeit, ihn vor der Abreise zu sedieren. Tierärzte verschreiben dazu verschiedene Beruhigungsmittel, doch damit ist Vorsicht geboten. Falls Ihr Hund bei der Abreise bereits aufgeregt ist und Sie erst dann die Tabletten geben, kann das seine Aufregung noch zusätzlich verstärken. Daher einen ruhigen Moment abwarten! Außerdem sollte nie ein neues Beruhigungsmittel zum ersten Mal probiert werden, wenn der Tag der Reise ansteht. Ihr Hund wird dann in den Frachtraum gebracht und im Fall des Auftretens einer späteren allergischen Reaktion gegen das Medikament kann nicht mehr geholfen werden. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Flugbox auf die IATA (International Air Transport Association)-Bestimmung. Die Größe der Box muss ausreichen, dass sich Ihr Vierbeiner während des Fluges vollkommen aufrichten und drehen kann.

Je nach dem Gewicht des Tieres transportieren Fluggesellschaften es im Passagierraum oder im Frachtraum. Oftmals gilt die 8-kg-Marke: Ein Hund, der mit seiner Transportbox über acht Kilogramm wiegt, muss im Frachtraum untergebracht werden. Die meisten Airlines bitten um eine Anmeldung des Hundes bei der Buchung – das liegt daran, dass bei einem Flugzeug, in dem Tiere transportiert werden, ein klimatisierter und beleuchteter Bereich im Frachtraum vorgeschrieben ist und dieser nicht bei jedem Flugzeugmodell vorhanden ist. Der Preis für die Mitführung von Hunden wird nach „Übergepäck“ bestimmt. Auf allen Europa- und Langstreckenflügen wird der Tarif nach dem Gewichtskonzept der jeweiligen Fluggesellschaft berechnet. Für Flüge nach bzw. innerhalb Nordamerikas gibt es andere Bestimmungen, die bei den Airlines hinterfragt werden müssen.

Ein wichtiger Tipp kann noch sein, bei Flugbestimmungen hartnäckig zu sein – versuchen Sie Ihren Liebling so lange wie möglich bei sich behalten zu dürfen. Ihn bereits drei Stunden vor dem eigenen Check-in abgeben zu müssen, ist weder für Sie noch für ihn angenehm.

Bei Flugreisen außerhalb der EU sollte beachtet werden, dass der Hund stundenlang in einer Transportbox aus­harren muss und in einem Frachtraum verstaut wird. Wer das ­seinem Liebling nicht zumuten will, sollte bei Freunden oder Verwandten nachfragen, ob sie während ihrer Abwesenheit für den Hund sorgen könnten, oder auch eine seriöse und zuvor selbst begutachtete Hundepension ins Auge fassen.

Fazit
Beachten Sie diese Tipps sowie die zahlreichen weiteren Informationen, die Sie jeden Monat in WUFF erhalten, so steht einem glücklichen Urlaub mit Ihrem Vierbeiner nichts mehr im Wege.

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