Die 10 besten Outdoor-Beschäftigungs-Tipps für Ihren Hund

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Inspiriert durch die ersten Sonnenstrahlen und die milden Temperaturen wird es Zeit, dem Winterschlaf adieu zu sagen. Das gilt auch für unsere vierbeinigen Freunde – eine perfekte Gelegenheit für Outdoor-Aktivitäten. Abgesehen von den täglichen Spaziergehrunden sollten Hunde auch geistig immer wieder gefordert und gefördert werden. Hier finden Sie die 10 besten Beschäftigungs-Tipps, die Sie ohne großen Aufwand im Garten oder beim Spaziergang anwenden können.

Wie machen Sie aus Ihrem Couchpotato einen Denksportler? Ganz einfach, Sie motivieren ihn dazu. Bedenken Sie bei all den angeführten Beschäftigungsmöglichkeiten, dass sowohl Sie als auch Ihr Hund Spaß an den gemeinsamen Aktivitäten haben sollen. Im Folgenden die 10 besten Beschäftigungs-Tipps für draußen.

Tipps für den Garten

Tipp 1: Hürdensprung
Diese Aufgabe zielt nicht darauf ab, Hunde über möglichst hohe Hürden springen zu lassen, sondern sie erst einmal mit den Hindernissen vertraut zu machen. Je niedriger Sie also anfangen, desto schneller wird Ihr Hund mit der Übung vertraut. Um eine Hürde zu errichten, bedarf es keiner Agility-Ausrüstung, sondern gefragt ist lediglich etwas Kreativität. So können zusammengerollte Decken, Blumenkisten oder Holzscheite ganz einfach als Hindernisse umfunktioniert werden. Die Hürdenhöhe bzw. die Größe des verwendeten Gegenstandes sollte an die Größe des Hundes angepasst werden. Für größere Rassen kann auch ein Besenstiel zwischen zwei Gartenstühlen befestigt werden.

Bei erstmaliger Ausführung der Übung laufen Sie mit Ihrem angeleinten Hund auf die Hürde zu. Geben Sie ein begeistertes „Hopp“ (oder auch „Spring“) als Kommando, während er über das Hindernis hinwegspringt. Wichtig ist, dass die Barriere am Anfang leicht zu überwinden ist. Zögert Ihr Hund dennoch vor dem Sprung oder will er seitlich aus­weichen, versuchen Sie die Übung auf dem Boden zu wiederholen. Legen Sie die Stange ins Gras und laufen ein paar Mal mit ihm darüber hinweg.

Achtung: Hunde unter 12 Monaten sollten aufgrund ihrer Gelenke noch nicht zu hohen Sprüngen animiert werden!

Tipp 2: Vom Laufbrett zur Wippe
Für viele Hunde ist der Boden unter ihren Pfoten von großer Bedeutung – nicht geläufige Untergrundarten werden gemieden. Bei dieser Übung gewöhnen Sie Ihren Vierbeiner daran, über einen fremdartigen Boden – ein Holzbrett – zu laufen. Dieses sollte nicht zu breit sein, damit Ihr Hund auch wirklich darüber „balancieren“ muss – die Länge ist Ihnen überlassen. Zu Beginn des Trainings sollte dieses Brett ebenerdig mit dem Boden aufliegen. Um Ihren Hund an den fremden Gegenstand zu gewöhnen, lassen Sie ihn vorerst daran schnuppern. Danach können Sie ihn angeleint über das Brett führen. Geht er zuerst daneben vorbei, nehmen Sie die Leine etwas kürzer. Selbstverständlich können Sie für diese Übung auch Hilfestellungen wie den gezielten Einsatz von Leckerlis verwenden – weisen Sie Ihrem Schützling mit dem Leckerli vor der Nase den Weg über das Holzbrett. Das Ziel bei dieser Übung ist, dass der Hund irgendwann frei nach ­Hörzeichen (von Ihnen frei wählbar) über das Brett balanciert. Sobald er das bravourös meistert, können Sie das Brett zu einer Wippe umbauen, indem Sie ein Rohr darunter befestigen.

Tipp 3: Hütchenspiel
Es gibt verschiedene Varianten ­dieses Such- bzw. Schnüffelspiels. Im ­Grunde genommen geht es darum, dass Ihr Hund ein verstecktes Leckerli erschnüffeln muss. Doch bei dieser Variante ist das Hauptziel nicht das Finden des Leckerlis, sondern der Findungsprozess. Selbst wenn Ihre Fellnase das Leckerli richtig geortet hat, soll sie den Blumentopf/den Becher/den Eimer etc. nicht umwerfen, sondern einfach nur eine Pfote darauf legen.

Fangen Sie zunächst mit einem Tonblumentopf an. Sie können Ihrem Hund das erste Suchen erleichtern, indem Sie den Tontopf innen mit dem Leckerli einreiben und dann vor seinen Augen das Leckerli mit dem Tontopf zudecken. Danach gibt man das Kommando „Such“; der Hund bekommt erst die Belohnung, wenn er seine Pfote auf den Tontopf legt. Dieser Prozess kann beschleunigt werden, indem Sie ihm anfangs auf die Sprünge helfen – stupst er nur mit der Nase gegen den Topf, so geben Sie das Kommando „Pfote“, um Ihrem Vierbeiner verständlich zu machen, was von ihm erwartet wird. Danach führen Sie seine angebotene Pfote auf den Blumentopf. Und erst darauf­folgend bekommt er das erschnüffelte Leckerli. Diesen Vorgang wiederholen Sie einige Male. Sobald Ihr ­Vierbeiner diese Übung beherrscht, fügen Sie weitere Blumentöpfe hinzu und verwandeln somit die Suche nach ­Leckerlis in ein kniffeliges Rätsel.

Achtung: Verliert Ihr Hund das Interesse, heben Sie den richtigen Blumen­topf schnell hoch und setzen ihn gleich wieder ab, damit er das Leckerli sieht.

Tipp 4: Reifensprung
Ihr Hund wird hier dazu angeleitet, keine Hürde zu überspringen, sondern durch einen Reifen (z. B. Hula-Hoop-Reifen) zu springen. Es klingt zwar ähnlich, da das Kommando auch hier wieder „Hopp“ heißt, doch durch etwas HINDURCHZUSPRINGEN und über etwas HINWEGZUSPRINGEN ist für einen Hund ein großer Unterschied. Für diese Übung halten Sie den Reifen am Boden fest, sagen Sie „Hopp!“ und locken Ihren Hund mit einem Leckerli in der anderen Hand hindurch. Ängstigt sich Ihr Vierbeiner vor dem Durchgang, können Sie ihn mit der Leine hindurchführen. Sobald Ihr Hund freudig durch den Reifen spaziert, können Sie ihn bereits ein Stückchen vom Boden abheben – nicht zu viel! Steigern Sie diese Höhe, denn ab einem gewissen Abstand zum Boden wird Ihrem Hund nichts anderes übrig bleiben als zu springen. Vergessen Sie niemals das Kommando „Hopp“, sobald er den Trick ausführen soll.

Achtung: Hunde haben den Dreh, durch einen Reifen zu springen, meistens sehr schnell heraus. Um Langeweile zu verhindern, erhöhen Sie am besten den Schwierigkeitsgrad (kleine Reifen; große Reifen; zwei Reifen …); selbst mit Ihren Armen können Sie jederzeit einen Kreis simulieren.

Tipp 5: Slalom
Der Slalom-Lauf ist durch die Agilitysportart bekannt geworden. Ihr Hund muss zwischen aufgestellten Stangen durchlaufen. Teure Trainings­ausrüstung ist auch hierfür nicht nötig. Sie können als Slalomstangen einfache Bambusstangen aus dem Baumarkt oder Kunststoffstangen (für Pflanzen) verwenden und in die Erde stecken. Die Stangen sollten im Abstand von 50-65 Zentimetern aufgestellt werden. Auch hier gewinnt, wer langsam beginnt – verwenden Sie zunächst nur zwei Stangen. Geben Sie Ihrem Hund daraufhin ein Kommando (z.b. „Slalom“) und führen ihn zwischen den beiden Stangen durch – Belohnung nicht vergessen! Danach vermehren Sie die Stangenanzahl beliebig. Locken Sie ihn mit einem Leckerli hindurch, führen Sie ihn am Halsband oder der Kurzleine oder leiten Sie ihn einfach mit Ihrer Hand durch die Stangen.
Achtung: Hütehunde begreifen diese Übung zumeist rascher als andere Rassen. Verzweifeln Sie daher nicht, falls Ihr Liebling mehrere Wochen für das Einüben benötigt.

Tipps für den ­Spaziergang

Tipp 6: Naturparcours
Bei einem Spaziergang haben Sie selten Stöcke, Reifen, etc. bei der Hand, dennoch können Sie für Ihren Vierbeiner einen Hindernisparcours gestalten. Meistens finden sich in der freien Natur genügend Anreize. Als Slalom eignet sich schon eine Reihe von Bäumen. Um den Balanceakt zu üben, lassen Sie Ihren Hund über einen umgestürzten Baum gehen. Wurzeln, Baumstümpfe, größere Gesteins­brocken oder Äste eignen sich besonders gut als Hindernisse für einen kleinen Hürdenlauf.

Tipp 7: Dummytraining
Das Dummytraining wurde ursprünglich für Retrieverrassen entwickelt, da sie gezüchtet ­wurden, um Niederwild zu jagen bzw. zu apportieren und diese Eigenschaften rassetypisch auch heute noch mitbringen. Das bedeutet aber nicht, dass das Dummytraining nicht auch für andere Rassen gut geeignet ist, denn Apportieren macht sehr vielen Hunden Spaß.

Statt der angeschossenen oder toten Jagdbeute wird bei ­diesem Hundesport ein sogenanntes ­„Dummy“ verwendet (also eine Attrappe). Beim Dummytraining gibt es drei Schlagwörter: Markieren, Suchen, Einweisen. Beim Markieren soll der Hund genau beobachten, wo das Dummy hinfliegt, und seine Route nachkalkulieren, so dass er es auf dem schnellsten Weg wiederfindet. Beim Suchen hat er nicht gesehen, wo das Dummy hingeworfen wurde, und soll durch seinen Geruchssinn die Beute aufspüren. Auch Einweisen kann eine Art des Dummytrainings sein, hier ist der Hund weniger ­selbständig, sondern er wird von seinem Führer auf die Stelle hin­gewiesen – sprich durch Handzeichen oder Kommandos wird die Richtung des Dummys vorgegeben. Vor allem geht es aber auch darum, dass Ihr Hund Ihnen das Dummy wieder bringt – egal, ob er es selbständig erschnüffelt oder Sie ihn anleiten.

Tipp 8: Zielobjektsuche für ­Anfänger
Die Zielobjektsuche (oder kurz: ZOS) ist eine Aktivität zum Auffinden eines Gegenstandes. Für das Basistraining benötigen Sie einen Clicker, einige Leckerlis und einen Gegenstand in der Größenordnung eines Kugelschreibers oder eines Feuerzeuges. Sie nehmen den Clicker und die Leckerlis in die rechte Hand und den Stift in Ihre linke. Als Hörzeichen geben Sie „Stift“ und „Go“ – Ihr Hund wird wahrscheinlich zu allererst von den Leckereien angezogen, dieses Verhalten ignorieren Sie am besten. Irgendwann wird er auch Ihrer anderen Hand Aufmerksamkeit schenken, und sobald er den Stift mit seiner Nase berührt, clickern Sie und geben ihm ein Leckerli. Beachten Sie bei der Gabe der Belohnung, dass Sie diese in Stiftnähe füttern, damit er mit der Belohnung den Gegenstand assoziiert. Diese Übung wiederholen Sie solange, bis der Hund jedes Mal bei Kommando den Stift anstupst. Ihr Hund darf bei ZOS den Gegenstand nie hochnehmen oder bringen.

Ist die Verknüpfung zu dem Gegenstand erfolgreich hergestellt, beginnt die eigentliche Auslastungsübung für Ihren Vierbeiner: Die Such- und ­Spürarbeit nach dem versteckten Gegenstand. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich dabei sehr gut variieren: Entweder trainieren Sie mit Ihrem Vierbeiner verschiedene Gegenstände und die dazugehörigen Kommandos ein oder Sie verstecken den Stift ­beispielsweise hinter einem Baum oder anderen Hindernissen und ­lassen ihn danach suchen. Die ­Meisterstufe bei diesem Training zeichnet sich dadurch aus, dass Ihr Vierbeiner den erschnüffelten Gegenstand mit PLATZ verweist.

Tipp 9: Wasserratten
Es gibt Hunde, die spielen und apportieren gerne im Wasser. Dieses Potenzial sollten Sie nutzen, da im Wasser Gelenke entlastet und Muskeln aufgebaut werden. Neben dem Klassiker des Apportierens gibt es noch andere Möglichkeiten, Ihren Hund im Wasser zu beschäftigen. Schwimmfähiges Spielmaterial ist beim Apportieren einem Holzstock vorzuziehen, da sich von diesem Splitter ablösen und Verletzungen hervorrufen können. Neben dem Apportieren im Wasser können Sie auch Treibgut ins Spiel bringen. Dabei werfen Sie Leckerlis ins Wasser, aber lassen Ihren Hund nicht gleich hinterherlaufen, sondern geben erst das Kommando, wenn die Leckerlis weggetrieben sind. Selbst Tauchspiele sind möglich – hierfür gibt es Bälle oder Spielsteine im Handel, welche so schwer sind, dass sie untertauchen und nicht wieder an die Oberfläche gelangen. Für welches Wasserspiel Sie sich auch entscheiden, ein gemeinsamer Badeausflug mit Ihrem vierbeinigen Freund ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert.

Tipp 10: Mantrailing für Anfänger
Jeder Mensch hat seinen eigenen Geruch – ob er geht, steht oder schläft. Hunde nehmen diesen Geruch besonders gut wahr und können Menschen daran erkennen und unterscheiden. Sie brauchen nur einen Gegenstand der Person (z.B. ein Kleidungsstück) und nehmen davon die Duftstoffe auf, die sie für ihre Suche benötigen. Mit Mantrailing werden auch Spürhunde trainiert, um die Witterung von verschütteten oder vermissten Personen aufzunehmen. In diesem Artikel wird aber nur eine vereinfachte Form des Mantrailings vorgestellt.

Ihr Hund soll bei dieser Übung nach Ihnen suchen. Dafür benötigen Sie beim Spaziergang noch eine zweite Person, die Ihren Hund ablenkt und mit ihm ein Stück zurückgeht, während Sie sich in etwas Entfernung verstecken. Ab einer gewissen Distanz wird Ihr Hund nach Ihnen Ausschau halten und feststellen, dass Sie nicht mehr vor Ort sind. Genau in diesem Augenblick soll Ihr Begleiter ihm ein von Ihnen getragenes Kleidungsstück vor die Schnauze halten. Für diese Übung ist es wichtig, dass der Hund mit dem Kommando „Such“ bereits Erfahrungen gesammelt hat. Wenn man ihn also am Kleidungsstück schnuppern lässt, das Kommando „Such“ gibt und ihn von der Leine lässt, sollte er Sie erschnuppern können. Wichtig ist dabei, dass Sie am Anfang nicht zu weite Abstände ausprobieren und dass Sie Ihren Hund sofort belohnen, wenn er Sie auf­gespürt hat.

Egal welche Übung Sie für sich und Ihren Vierbeiner in Erwägung ­ziehen, lassen Sie sich Zeit beim Üben und seien Sie mit Spaß an der Sache. Durch positive Verstärkung freut sich Ihr Hund mit Ihren Erfolgen mit, also vergessen Sie nicht, ihn ausreichend nach jedem Fortschritt zu loben und zu belohnen. Viel Erfolg beim ­Probieren!

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