Die geheime Fracht der Moskitos

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Dirofilaria nun auch in Österreich angekommen

Bis vor kurzem galt eine Infektion mit dem Parasiten ­Dirofilaria repens (Hautwurm) in Österreich als klassische Reisekrankheit von zudem nicht allzugroßer medizinischer Bedeutung. Stechmücken aus dem Ausland übertrugen den Parasiten auf Hunde, aber auch auf Menschen. ­Jüngste Forschungsergebnisse der Vetmeduni Vienna zeigen ­erstmals, dass der Parasit in Österreich eingeführt wurde und sich nun bei uns etablieren konnte. In Stechmücken alias Gelsen aus dem Burgenland fanden die Forscher die Larven des Parasiten. Die infizierten Stechmücken sind möglicherweise über Ost- und Südeuropa nach Österreich eingewandert.

Der Parasit Dirofilaria repens ist ein Fadenwurm, der in erster Linie das Unterhautgewebe von Hunden befällt und dort Hautknoten, Schwellungen und Juckreiz verursacht. Neben Hunden können auch Katzen, Füchse, Wölfe und Marder von einer ­Infektion betroffen sein. „Beim Menschen ­wurden in Österreich seit dem Jahr 2000 rund 16 Fälle von humaner Dirofilariose dokumentiert, die Dunkelziffer liegt aber in jedem Fall darüber“, so die Forscherin Katja Silbermayr. Der Mensch ist jedoch ein sogenannter Fehlwirt, d.h. in ihm pflanzt sich der Parasit nicht fort und stellt damit keine große Gefahr dar.

Silbermayr ist Tierärztin und forscht an parasitären Hauterkrankungen. Sie betont: „Die sogenannte kutane Diro­filariose ist in unseren Breiten auch bei Tierärztinnen und Tierärzten noch recht unbekannt. Daher möchten wir mit unserer Arbeit mehr Bewusstsein unter Medizinern schaffen. Knoten der Haut müssen nicht unbedingt Tumore sein, sondern können auch auf eine Diro­filariose hindeuten. Nur über die richtige Behandlung oder Prophylaxe kann die Verbreitung des Parasiten eingebremst werden.“

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Dr. Hans Mosser
Der Arzt und Theologe Mag. Dr. Hans Mosser ist Mitbegründer und Herausgeber von WUFF und arbeitet im Hauptberuf als leitender Arzt und ­Professor in einem Universitätsklinikum.

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