Die Sache mit dem (Hunde)Hass

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Hass per se ist eine nicht unkomplizierte Angelegenheit, er (der Hass) ist weit verbreitet, wenig verstanden und in modernen Gesellschaften recht gefährlich.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass Gefühle einen bestimmten evolutionsbiologischen Nutzen haben. Angst zum Beispiel habe demnach in der menschlichen Frühzeit einen Fluchtreflex ausgelöst, der uns vor bestimmten Gefahren bewahrte. Hass dagegen mobilisierte die Kampfbereitschaft gegen Feinde. Im Gegensatz zum Evolutionsbiologen betonen Historiker und Ethnologen, dass Angst und Hass sowie Emotionen im Allgemeinen vor allem kulturell bedingt sind. Das heißt: Zu unterschiedlichen Zeiten kann Hass sich ganz unterschiedlich geäußert haben. Uffa Jensen, seines Zeichens Emotionsforscher, meint, dass heute auch eine gewisse Lust am Hassen eine Rolle spielt, das »Dampf ablassen« ist damit gemeint. Die Philosophin Judith Butler beschreibt zum Beispiel den sogenannten »Hate-Speech« als Abwehrreaktion. Eine diffuse Angst als Auslöser, die Befriedigung liegt in der Abwertung des Einen als Aufwertung des Anderen. Der Hass ist dann keine Reaktion auf eine konkrete Situation mehr, sondern eine Art abstrakter, flottierender Hass als Reaktion auf eine oft nur eingebildete Bedrohung.

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Rosa Hackl
Rosa Hackl ist mit Hunden aufgewachsen und vor 20 Jahren auf den Dogo Argentino gekommen. Beruflich bereist sie die Weltgeschichte, privat treibt sie sich mit ihren Hunden in den Wäldern herum. Sie schreibt über Hunde seit sie auf Facebook die Seite DOGnews gegründet hat und engagiert sich aus Überzeugung gegen Rasselisten, denn Rasselisten sind doof, auch beim Hund.

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