Die Streuner der griechischen Insel Kefalonia: Hilfe vor Ort –

0
1923

Sommer, Sonne, Strand und Meer. Schattige Tavernen, endlose Strände, zauberhafte Buchten: eine Landschaft wie aus einem ­Bilderbuch. Doch wenn die Urlauber den Strand verlassen, erobern die Streunerhunde das Feld. Ausgehungert und mager ­durchsuchen sie den Müll nach Essbarem. Das Schicksal dieser Tiere ist ­vielen egal. Aber nicht den engagierten Menschen des Tierschutz­projektes Tierfreunde Kefalonia.

In Griechenland, gezeichnet durch die heftige Wirtschaftskrise, wissen die Menschen oft nicht, wie das Leben von einem Tag auf den anderen weitergehen soll. Immer dann, wenn es den Menschen schlecht geht, bleiben die Tiere noch viel mehr auf der Strecke. Viele Hundehalter können sich das Futter nicht mehr leisten und setzen ihre Vierbeiner vor die Tür. Die Tierheime vor Ort ­platzen aus allen Nähten. Allein bei der ­Auffangstation der Animal Rescue Kefalonia ist die Anzahl der Hunde innerhalb eines halben Jahres von 160 auf 230 gestiegen. 300.000 Streuner sollen in Griechenland auf sich selbst gestellt sein, und die Population steigt stetig an.

Kastration vor Ort
Jemand, der da nicht tatenlos zusehen kann, ist die Wienerin Claudia ­Stelatos. Sie lebt seit über 25 Jahren auf der Insel Kefalonia. Die Liebe brachte sie auf die griechische Insel, und die Liebe zu den herrenlosen Tieren bringt sie dann auch zu der Idee, einen ­Verein zu gründen. Gemeinsam mit der Österreicherin Eva Neubauer startet sie „Tierfreunde Kefalonia". Worum es geht, erklärt sie selbst: „Um den Straßenhunden und Streunerkatzen so effizient wie möglich helfen zu ­können, beruht der wichtigste Teil unserer Arbeit auf Kastrationen. Nur mit dieser Maßnahme ist es möglich, den Tieren nachhaltig zu helfen, indem der Bestand der Streunertiere auf humane Weise eingedämmt wird."

Doch um das Ziel – eine streunerfreie Zukunft auf Kefalonia – erreichen zu können, sind einige wichtige Vor­arbeiten notwendig. Dazu gehört der ­ständige Ausbau der Auffang­stationen, um Kastrationsprojekte überhaupt umsetzen und kranke, verletzte oder vergiftete Hunde und Katzen gesundpflegen zu können. Ein weiterer wichtiger Teil ihrer Arbeit setzt auf Aufklärung. Denn nur durch ein Umdenken der Bevölkerung vor Ort wird sich das Leben für die Tiere auf Kefalonia zum Besseren ändern können. Tiere einfach zu vergiften oder zu erschlagen, soll nicht mehr üblich sein dürfen.

Doch zusätzlich unterstützt der ­Verein Tierfreunde Kefalonia auch sozial schwache Hundehalter mit Futterspenden. Sie sollen durch die anhaltende Wirtschaftskrise nicht gezwungen sein, sich von ihren vierbeinigen Freunden zu trennen.

Wenig Futter, immer mehr Tiere
Die Auffangstationen sind durch den starken Regen ziemlich ­mitgenommen worden. Die Zwinger sind viel zu klein und auch die Futterkosten steigen immens an. „Es sind keine Futter­reserven mehr da. Die Händler haben auch kaum Futter. Eine Woche mussten wir jetzt auf Katzendosen warten. Reis wird erst übermorgen geliefert, somit müssen im Moment ­Teigwaren gekocht werden, die aber sehr teuer sind", so die Mitarbeiter der ­Auffangstation.

Wenig Futter, aber immer mehr Tiere, das ist der Alltag auf der griechischen Insel. Die Schicksale der Hunde reißen nicht ab. Entweder werden sie vergiftet oder einfach Steinklippen ­hinunter gestoßen. Die Tierschützer sind jederzeit in Alarmbereitschaft, um verletzte Tiere zu bergen und mit Hilfe der Gelder von „Tierfreunde Kefalonia" tierärztlich versorgen zu lassen.

Kastrationsprojekt
Nach der Kastration werden Streuner­hunde meist wieder in die freie ­Wildbahn entlassen. Doch kranke und ­verletzte Hunde müssen natürlich ­länger gepflegt und in Ausnahmefällen auch in Familien vermittelt werden. Die uneingeschränkte Vermehrung der Streuner ist besonders schlimm. In der Frühlingszeit werden wieder 100 Welpen geboren, ohne Chance auf eine sichere Zukunft. Sie sind stark unterernährt, krank und anderen Streunern hilflos ausge­liefert. Um hier endlich einen ­Riegel vor­zuschieben, müssten große Kastrations­aktionen stattfinden. Und genau das ­kostet Geld, das der Verein mühevoll ­zusammen zu bekommen versucht.

„Tierfreunde Kefalonia" ist ein kleiner Verein, der Großes tut und das vor Ort, wo es am meisten gebraucht wird. „Solange es so viele Streuner gibt, werde ich nicht aufhören", sagt Vereinsgründerin Claudia Stelatos.

WER HELFEN WILL!

Unterstützung durch Geld- und Sachspenden sowie Hilfe vor Ort

http://www.tierfreunde-kefalonia.at

■ Tierfreunde KefaloniaVolksbank Donau-Weinland
   IBAN: AT164482030980190000
   BIC: VSTOAT2102P

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT