Die Viererbande auf dem Weg ins Glück

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Mittlerweile vier Mischlinge sind es, die zum Rudel von Familie Kogler aus Innsbruck gehören, und die zusammen sicher um die 20 Rassen vereinen. Da ist zunächst Nino, schon seit 8 Jahren dabei, nachdem ihn ein Freund der Familie in Süditalien auf einer Autobahnraststätte gefunden hatte. Nino war damals etwa 4 Wochen alt und hatte keine Überlebenschance. Bei Familie Kogler entwickelte er sich zu einem braven unkomplizierten Hund.

Cora aus dem Tierheim
Die nächste im Rudel ist Cora, eine Schäfer-Rottweilerhündin,  herzensgut, aber sehr ängstlich. Im Alter von 1 Jahren holte man sie vor etwa vier Jahren aus dem Tierheim. Ein langer Leidensweg im Drogenmilieu ließ sie überängstlich werden und es dauert 2 Wochen, bis sie sich überhaupt einmal anfassen ließ. Heute ist sie eine temperamentvolle und sehr verschmuste Hündin, die zwar gerne mit Jedem Ball spielt, sich aber von Menschen, die sie nicht kennt, nicht streicheln läßt.

Lux, der Mopsmischling
Vor etwas mehr als drei Jahren kam dann schließlich Lux dazu, der damals schon 6 Jahre alt war und sicher den schwierigsten Lebensweg hinter sich hatte. Auf Zypern geboren, lebte er dort 3 Jahre als Straßenhund frei und ungebunden. Dann griff man ihn auf und brachte ihn zusammen mit anderen Straßenhunden nach Innsbruck ins Tierheim. Alle Straßenhunde fanden ein neues dauerhaftes Zuhause, nur Lux, der kleine graue unscheinbare Mopsmischling nicht. Er war nämlich ziemlich aggressiv und bissig und wurde mehrmals gleich wieder ins Tierheim zurückgebracht. Er muß auf Zypern einiges  an schlechten Erfahrungen mit Menschen mitgemacht haben – die alte schwere Fußverletzung, sowie Narben am Kopf und die abgehackte Rute sprechen für sich …

Anfangs war es schwer
So lebte Lux drei Jahre im Tierheim, bevor er bei Familie Kogler ein neues Zuhause fand.  Koglers wußten genau, worauf man sich einließ, aber sie hatten Zeit und Platz und wollten dem Hund helfen. Es war wirklich schwer für Lux: Waschmaschine, Radio, Fernseher – alles veranlaßte ihn zu einem verängstigten Marathonlauf durch die Wohnung. Er kannte nichts und fürchtete sich vor allem, sogar vorm Streicheln. Beim Spazierengehen ging (und geht er heute manchmal noch immer) auf alles und jeden los. Warum der kleine Rüde sich aber anstandslos und vom ersten Moment an in die Hundegemeinschaft mit Cora und Nino eingefügt hatte, ist kein Wunder: In seinen ersten drei Lebensjahren als Straßenhund auf Zypern hat Lux natürlich ein gutes und gesundes Rudelverhalten gelernt. Und obwohl er andere Rüden nicht mag, hat Rudelmitglied Nino bei Lux Narrenfreiheit.

Brauchte Zeit
Lux hat nie etwas zerstört, weder im Haus noch im Garten, hat sich ganz in die Familie integriert – er hat nur Zeit benötigt, Vertrauen zu gewinnen. Nach einem Jahr begann er sogar Streicheleinheiten zu genießen und jetzt dürfen ihn auch schon andere Menschen, die er bereits länger kennt, streicheln. Das große Vertrauen eines etwa 9 Jahre alten Hundes, der 3 Jahre auf der Straße und 3 im Tierheim verbracht hat. Frauchen Doris Kogler: „Obwohl wir alle drei Hunde zu unterschiedlichen Zeiten bekommen haben, sind sie eine richtig eingeschworene Bande, sehr lieb, geduldig und rücksichtsvoll miteinander. Unser Lux wird sicher immer schwierig bleiben. Wenn er aggressiv ist, hebe ich ihn halt auf, damit nichts passiert, aber ist – wie auch Cora und Nino – einfach glücklich und hat an seinem Glück fest mitgearbeitet.“

Nach sechs Jahren Tierheim!
Damit nicht genug, gibt’s seit einem Jahr nun auch Rolf, der die Viererbande komplettiert. Mit Rolf haben die Koglers einem alten zehnjährigen Leonbergermischling eine Familie geschenkt, der bereits 6 (sechs!) Jahre lang im Tierheim Innsbruck leben mußte. Doris und Tom Kogler wußten, auf was sie sich einlassen. Es war eine überlegte Entscheidung, denn bei einem alten Hund muß man doch auch mit Tierarztkosten rechnen und auch das Eingewöhnen in das Rudel würde Zeit und Nerven erfordern. Und so war es auch. Doris Kogler: „Ich will nicht verschweigen, daß die ersten Wochen schon schwierig waren, denn Lux ist sehr dominant und es brauchte eine Weile, um Rolf, den Neuen, zu akzeptieren. Rolf ist aber sehr gutmütig mit anderen Hunden und so ist letztlich Lux, der Graue aus Zypern, Boss geblieben“.

Eingewöhnung geklappt
Inzwischen haben sich alle aneinander gewöhnt und sogar Gemeinsamkeiten entdeckt, wie etwa die lautgebende Begrüßung von Inlineskatern, die am Zaun vorbeiskaten, oder den gemeinsamen Versuch, Vögel zu jagen. Cora, die „Henne im Korb“, hat ihre ursprüngliche Eifersucht gegenüber Rolf bald verloren und hat nun endlich einen in der Größe ebenbürtigen Spielpartner, da sie den beiden kleineren doch oft zu wild war.
Doris Kogler über ihre große Familie und die ersten Wochen der Eingewöhnung des Innsbrucker Tierheimlings: „Mein Mann und ich haben die ersten vier Wochen sehr schlecht und nur bei Licht geschlafen, da wir ja nicht wußten, wie die Hunde mit dem Neuen auskommen würden. Aber jetzt haben wir große Freude, wenn wir sehen, wie glücklich die vier sind. Und ein bißchen stolz sind wir auch, daß uns das gelungen ist.“

Hundespleen
Doris läßt es sich aber nicht nehmen, auch einen Kommentar zur derzeitigen Hundehysterie abzugeben: „Lux ist ziemlich aggressiv mit fremden Menschen, und auch Rolf weiß nach 6 Jahren Tierheim nichts mehr mit Menschen anzufangen – wer will´s ihm verübeln? Aber das Auskommen seiner Hunde mit anderen Tieren liegt immer am Hundehalter und wenn ich bemerke, daß sich jemand fürchtet, wechsle ich auch gerne die Straßenseite – jeder hat das Recht auf seine eigenen Gefühle.
Meist gehe ich zweimal Gassi mit jeweils zwei Hunden, denn kräftemäßig halte ich mit vier Hunden natürlich nicht mit. Ich hatte noch nie Probleme mit Nachbarn oder Passanten und man akzeptiert meinen Mann und mich trotz unseres Hundespleens“.

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