Die Welpenmafia

0
912

Das Millionen­geschäft der Welpenmafia, Teil 2

Nach Waffen- und Drogenhandel ist das lukrativste ­Geschäft in Europa der Tierhandel. Eine ­bedeutende Rolle spielt hierbei der Handel mit Welpen. Denn ­mittlerweile sind es nicht mehr nur ein paar Händler, die mal schnell einen Schwung Welpen aus ­Osteuropa nach Deutschland oder Österreich schmuggeln. Es geht um organisiertes Verbrechen in großem ­Rahmen, skrupel­los verdiente Gewinne in mehrstelliger Millionen­­höhe, ­begleitet von ebenso immensem Leid.

Als die deutsche Polizei Anfang Mai den Kombi bei einer Verkehrskontrolle nahe Erlangen stoppte, ahnten die Polizisten nicht, was sie im Kofferraum des 59-jährigen Fahrers finden würden. Mit 42 Welpen verschiedenster Rassen war der tschechische Tierarzt unterwegs nach Belgien. Eingepfercht auf engstem Raum hatten die Welpen weder Wasser noch Futter. Papiere oder Impfpässe hatte der Mann für die teilweise erst vier bis fünf Wochen alten Welpen nicht. Die Polizei beschlagnahmte die Hunde und brachte sie in das Tierheim Nürnberg.

Für Birgitt Thiesmann von der Stiftung „Vier Pfoten“ ist der Mann kein ­Neuling. Bereits 2013 war er der deutschen Polizei mit 78 Welpen im Kofferraum ins Netz gegangen. „Die Händler sind über ganz Europa verstreut“, erzählt ­Thiesmann, Expertin für Welpenschmuggel. Nach jahrelangen Recherchen kennt sie die Vorgehensweise. Die Händler kaufen bei Vermehrern, die an bestimmten Treffpunkten die Welpen abliefern und pro Tier meist 20 bis 80 Euro bar auf die Hand bekommen. Für einen Händler sind 100 Welpen pro Woche keine Seltenheit.

Sie wollen diesen Artikel weiterlesen? Bitte loggen Sie sich ein, oder wählen eine der unten angebotenen Optionen :

LOGIN



Jetzt für WUFF-Online-Abo oder Tagespass registrieren und diesen Artikel weiterlesen!

Keine Kommentare