Heizungen - Holzöfen, Wärmepumpen, Fernwärme, Strom...

Brigie

Medium Knochen
Natürlich sind moderne Pelletsöfen und Holzvergaser davon nicht betroffen, im Gegenteil.
Ich finde das ein ur interessantes Thema. Das wäre doch schade wenn das im Corona Thread so untergeht.
Magst du uns ein bisschen über deine Heiz-Erfahrungen erzählen?

Ich hab als Kind Holzöfen erlebt, später Ölöfen, dann Grundwasser-Wärmepumpe, heute Fernwärme.
 

Cato

Super Knochen
Was in D so geplant ist, kann ich natürlich nicht wirklich beurteilen.
Ich hab ein wenig nachgelesen, es gibt offenbar Verwirrung.
Schlecht eingestellte, mit feuchtem Holz beheizte oder sehr alte Holzheizungsanlagen verursachen tatsächlich viel Feinstaub.
Ich könnte mir vorstellen, dass man da schön langsam auch einen Ausstieg plant, so wie bei Öl und Gas schon jetzt.

In Ö wird der Ausstieg aus Öl, Gas (und Kohle) jedenfalls gefördert, seit heuer sogar endlich in einer Höhe, die bewirkt, dass sich auch die einkommensschwachen Haushalte endlich einen Umstieg leisten können, wenn nämlich bis zu 100% der Kosten gefördert werden!

Bevorzugt soll der Umstieg erfolgen auf Fernwärme oder Wärmepumpe, aber ersteres gibt es nicht überall, und zweiteres macht bei schlecht isolierten Häusern wenig Sinn.

Bei einem älteren Haus ohne Vollwärmeschutz und mit womöglich noch 2-Scheiben Fenstern bleibt dann fast nur die Pelletsheizung.

Vielleicht werden die auch bald nur noch mit (Feinstaub) Filter eingebaut, das würde die Belastung natürlich noch weiter verringern.

Alles kann man natürlich noch kombinieren mit Solarthermie.
(Die alleine reicht vermutlich maximal für ein Passivhaus, kombiniert mit einer kleinen Luftwärmepumpe, die direkt die Wohnraumlüftung vorwärmt.)

Meine Erfahrungen? Als Kind hatten wir so eine Art Fernwärme, in der Siedlung gab es ein zentrales Heizhaus, das alle Gebäude versorgte.
Dann, das war grausam- eine kleine Wohnung mit einem Einzel-Ölofen. Der Gestank! Entweder war es zu heiß, oder zu kalt…
Da habe ich dann eine Gasetagenheizung einbauen lassen, das muss irgendwann in den 90ern gewesen sein.
Danach noch mal Gaszentralheizung, dann ein neues Haus mit Erdwärmepumpe, und jetzt ein zwar neuerer, aber doch sehr mühsamer, weil täglich händisch zu befüllender Holzvergaser - da kommt noch eine Luftwärmepumpe dazu. Betrieben wird die natürlich nur mit Ökostrom, hier in Niederösterreich gar nicht so unrealistisch- der Versorgungsgrad des Bundeslandes beträgt immerhin schon 92 %, und steigt weiter.
 

Brigie

Medium Knochen
Ja Öl war am unangenehmsten, der Gestank wenn auch nur ein Tropfen daneben ging beim Einfüllen...

Die Holz-Kohlenöfen waren auch nicht so meins. Ich war nie gut im Anzünden, das ist wohl eine eigene Begabung. Und das Holzhacken und Kohlentragen hab ich auch nicht so sehr geliebt.

In der Arbeit, in den Gruppenräumen, hab ich immer gesagt wir haben da eine Niedrigenergieheizung mit 15 Heizkörpern - die Klienten und Betreuer :cool:
Da mussten wir oft die Heizung abschalten und Fenster aufreißen weils zu warm wurde 🤭
 

Cato

Super Knochen
Anzünden tu ich den Ofen gerne, das macht Spaß! Aber das ist auch das Einzige, was wirklich Spaß macht🙈
Das mehrfache Hantieren mit den Holzscheitern, das finde ich nicht so toll. Man wird ja auch nicht jünger….
Zuerst den Baum fällen, dann zerteilen, dann abtransportieren. Dann zwischenlagern.
Dann alles spalten, aufschlichten, 2 Jahre trocknen lassen, wieder in die Hand nehmen, mit der Säge kürzer schneiden, noch mal aufschlichten, unter Dach weitertrocknen lassen, von dort holen (schon wieder in die Hand nehmen), ins Haus bringen, wieder, dieses Mal irgendwo in der Nähe des Ofens, aufschlichten. Und dann noch ein letztes Mal in die Hand nehmen, rein in den Ofen. Halt, noch nicht ganz fertig: einmal geht noch, die Asche muss ja auch raus.

Die echten Waldviertler, die lieben das. Hier heizen sehr viele mit Holz. So viele Arbeitsstunden insgesamt - nur für die Heizung.

Wenn ich da an die Erdwärmepumpe denke: die haben wir 1 x richtig eingestellt.
Dann 10 Jahre lang nimmer angeschaut, leicht übertrieben dargestellt.
Tatsächlich muss man sie weder an- noch ausschalten. Alle paar Jahre mal ein wenig Soleflüssigkeit nachfüllen.
Service braucht sie eigentlich keinen. Putzen muss man auch nichts.
Im Sommer haben wir die Kühlfunktion aktiviert.
Aber abgesehen davon - nichts.

Daher kommt hier auch wieder eine Wärmepumpe. Wenn uns langweilig ist, machen wir Holz. Wenn es sehr kalt ist, werden wir auch mit Holz heizen, ein paar Tage im Jahr. Aber müssen tun wir nicht.
 

Brigie

Medium Knochen
Eigenes Holz zu verheizen ist sicher die ökologischste Art der Heizung. Ist zwar sehr viel Arbeit, aber hauptsächlich umweltfreundliche Muskelenergie.
Und da man dann genau weiß von wo das Holz kommt, kann man die Asche auch zur Düngung verwenden.

Hier in der Stadt hab ich Fernwärme.
Und die ist aber auch okolögisch sinnvoll, denn einerseits wird der Müll der in der Stadt anfällt verbrannt und die thermische Energie für Strom und Wärme genutzt, statt dass der Müll nur in Deponien abgelagert wird; und andererseits werden die Abgase die bei jeder Verbrennung entstehen, effizient gefiltert. Bei privater Heizung würden da wesentlich mehr Abgase aus den Rauchfängen kommen.
Wien Energie versorgt 350.000 Haushalte mit Wärme und Warmwasser. Und fast 7000 Großkunden wie Krankenhäuser, Museen, Einkaufszentren, Bahnhöfe....
 
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angie52

Super Knochen
In meinem alten Elternhaus - derzeit unbewohnt - habe ich immer noch die alte Öl-Zentralheizung. Lasse sie jährlich warten und lasse das auch so, solange sie funktioniert, weil ich der Meinung bin, dass alte Dinge - solange es geht - gewartet und repariert werden sollten, bevor man sie wegschmeißt. Ist meiner Meinung auch ein Beitrag zur Umweltfreundlichkeit.

Nur wird das wahrscheinlich in naher Zukunft so sein, dass ich mir da Gedanken machen muss, zumal ich jetzt potentielle Mieter für das Haus habe, die natürlich eine funktionierende Heizung brauchen.

Gibt es da diesbezüglich Ratschläge, wie man eine Umstellung - und auf was - möglichst kostengünstig und möglichst rasch dann bewerkstelligen kann?
 

Cato

Super Knochen
Also eine (noch dazu alte!) Ölheizung gehört in jedem Fall ausgetauscht. Da ist der Unterschied schon wirklich eindeutig, das ist nicht so wie bei manchen Elektrogeräten, wo es sehr fraglich ist, ob eine geringe Stromersparnis den Aufwand der Produktion rechtfertigt.

Am günstigsten wäre es für dich, wenn jemand aus deiner Familie dort wohnen würde, Hauptwohnsitz, und dann um die Förderung ansucht…..
(Ergänzung: auch die Mieter können um die Förderung ansuchen. Wenn sie wenig verdienen, siehe link ganz oben, bekommen sie sogar 100%)

Soll das Haus auch saniert werden oder nicht? Gibt es einen Energieausweis? Wie ist der Heizwärmebedarf?

Je nachdem, ob eine thermische Sanierung geplant ist oder nicht, entscheidet sich, welche Heizung sich eignet. Falls es keine Dämmung hat bisher und alte Fenster, dann wäre es schon gut, etwas zu machen. Da kann man wirklich extrem viel einsparen! Unser Haus zB, das wir jetzt demnächst sanieren, kommt von 400 auf 70 herunter (KWh pro qm und Jahr) - also fast 1/6. Wenn man sich das als Auto vorstellen würde: statt 40 Liter braucht es nur mehr 7 Liter…
 
Zuletzt bearbeitet:

Brigie

Medium Knochen
Die faszinierendste Möglichkeit der Heizung ist wohl die Tiefe Geothermie... geht leider nur dort wo die entsprechenden geologischen Voraussetzungen existieren.
Unter Wien liegt in 3000 m Tiefe das Aderklaaer Konglomerat, das in Zukunft Heizenergie liefern soll. Ein nahezu unerschöpfliches Reservoir, weil das Wasser in dieser Tiefe vom Erdkern beheizt wird. Es wird nicht einfach entnommen und verbraucht wie Grundwasser, sondern wird wenn es abgekühlt ist wieder zurückgepumpt und heizt sich dann wieder auf. Ein Kreislauf.


 

angie52

Super Knochen
Die Geothermie ist ganz bestimmt ein ganz großes Plus. Wird aber wahrscheinlich nur möglich sein, wenn man neu baut.
Wo man das in Wien nutzen will, ohne bestehende Bauten zu zerstören .....
Da wird's wahrscheinlich wieder großes Trara geben,
 

Brigie

Medium Knochen
Das Leitungsnetz besteht ja, der Fernwärmering um Wien, mit den Kraftwerksanlagen.


Die Pumpenanlage für Geothermie würde vermutlich in den bestehenden Anlagen in Transdanubien platziert werden.

Auch ein interessanter Link zur bisherigen und zukünftigen Nutzung von Thermalwasser:

 

Cato

Super Knochen
Die müssen, wenn ich das richtig verstehe, ja eigentlich nur tief genug nach unten bohren. Das braucht nicht viel Platz und geht auch im bereits bebauten Gebiet, irgendwo dazwischen halt.

Und dann, wie Brigie schreibt, muss nur noch das bereits bestehende Fernwärmenetz damit gespeist werden.
 

Cato

Super Knochen
Das Thema ist ja nun schneller als gehofft noch viel aktueller geworden🤨

Eva, hast du schon einen Plan für das Haus deiner Eltern?

Wir sind ja gerade am Sanieren. Demnächst kommt eine Luftwärmepumpe, die braucht natürlich Strom, und der ist ja leider auch viel teurer geworden.

Bei uns ab Oktober, bis September haben wir noch eine Preisbindung (6 Cent pro KWh der alte Preis!🙈).
Rechtzeitig zur Heizsaison wird es dann empfindlich teurer, mindestens 3 x so viel vermutlich.

Allerdings- wir haben insofern Glück, als wir parallel noch einen gut funktionierenden Stückgutkessel haben. Im letzten Winter unsere einzige Heizung, da musste man täglich nachlegen. Und ständig Holz schleppen, von der Scheune in den Keller, von dort in den Ofen….

Den können wir, solange wir noch fit sind, natürlich weiter verwenden, besonders eben im Winter. In der Übergangszeit und im Sommer, wenn es nur um das Warmwasser geht, ist die Wärmepumpe recht sparsam.

Worauf ich wirklich schon neugierig bin: wie groß die Einsparungen durch die (thermische) Sanierung tatsächlich sind. Meine Hoffnung ist ja, dass wir mit einem vollen Kessel dann zwei Tage auskommen, statt nur einem.
 

angie52

Super Knochen
Für eine konkrete Planung hatte ich in den letzten Monaten keinen Kopf ....

Ich denke aber über eine Pelletheizung nach und möchte ebenfalls eine Wärmepumpe einbauen für Warmwasser. Für die Übergangszeit bzw. als Zusatzheizung, damit man die Zentralheizung niedriger einstellen kann, gibt es aber auch einen Kachelofen, der wunderbar zieht, mit wenigen Scheiten Holz auskommt und bei offenen Türen auch Küche und Stiegenhaus mitheizt.

Konkrete Kostenvoranschläge habe ich aber noch nicht eingeholt. Ich hatte das zwar jetzt im Sommer vor, denke aber inzwischen, dass es ein sehr ungünstiger Zeitpunkt ist.
Ratschläge habe ich von Wartungstechniker, Installateur, Rauchfangkehrer, usw. nicht wirklich bekommen, weil die selbst nicht wissen, was die Zukunft bringt. Vor 2-3 Jahren hätten sie mir noch Gas empfohlen ...

Erdwärme zu nutzen geht da jetzt nicht mehr ohne riesige Baustelle. Photovoltaik wäre aber durchaus eine Möglichkeit als zusätzliche Energiequelle. Allein reicht das sicher nicht aus, aber vielleicht wäre eine Kombination aus mehreren Quellen gar nicht so schlecht, um unabhängiger zu bleiben.

Meine Mieter sind gerade dabei, sich einzurichten, also will ich nicht gerade jetzt "mit der Tür ins Haus fallen", aber sie wissen ja, dass es eine alte Ölzentralheizung ist, deren Lebensdauer endend wollend ist. Ich werde mich mit ihnen beraten, ob sie womöglich eigene Ideen haben, die hilfreich sind.

Im Nebengebäude könnte ich mir sehr gut diese Infrarotplatten vorstellen, die auch sehr dekorativ sein können. Aber ich möchte mich auf keinen Fall komplett von Strom abhängig machen. Da habe ich zu viele Bedenken wegen eines Blackouts, wenn alles auf elektrische Energie hinausläuft, und "man" eventuell wieder auf Atomkraft zurückgreifen will. Da habe ich dann wirklich weniger Problem damit, wenn ein Kohlekraftwerk reaktiviert wird ... :(

Aber allein, dass dies angedacht wird, zeigt, wie ernst die Lage jetzt eigentlich schon ist ....
 

Cato

Super Knochen
Auf Pellets kann man gut umrüsten von Öl, weil man die Heizkörper und den Lagerraum weiter verwenden kann, und das auch mit Hochtemperatur gut funktioniert, ohne große Sanierung.
Sind zwar mittlerweile auch teurer geworden, aber naja…
Dazu könnte ich mir gut eine Solarthermie vorstellen, vielleicht noch günstiger als die Wärmepumpe für Warmwasser im Sommer, da reicht eine kleine Fläche. Kommt halt darauf an, wie das Dach aussieht. Wenn es gut aussieht, auch eine größere zur Heizungsunterstützung.

Auch wenn du am Haus gar nix machen willst, die oberste Geschoßdecke dämmen, falls das noch nicht gemacht ist, das zahlt sich immer aus.

Energieberatung vom Land NÖ, falls du in NÖ wohnst, kostet fast nix! Wahrscheinlich muss man auf einen Termin warten derzeit, aber ich würde es empfehlen. Andere Bundesländer haben sicher ähnliche Angebote.
 

angie52

Super Knochen
Danke für die Tipps!
Ja, bin in Niederösterreich zu Hause und habe auch gesehen, dass es Förderungen gibt.
Um die Anschaffung alleine geht es halt nicht nur, sondern um die laufenden Kosten.
Jetzt habe ich endlich losgelassen, also soll die junge Familie auch Bescheid wissen.
Das Dach ist in Ordnung, die Dämmung auch, aber das kann man ja davor im Zuge eines Angebotes noch überprüfen lassen.
 

Cato

Super Knochen
Also wie gesagt, ich würde als allererstes eine unabhängige Energieberatung machen lassen.

„Wenn Sie noch offene Fragen haben, erreichen Sie die Energieberatung direkt unter der Telefonnummer 02742/22144 oder per E-Mail: [email protected]
(Hinweis: Aufgrund der enormen Anzahl an Bürger/innen-Anfragen dürfen wir um Verständnis bitten, wenn es aktuell zu verlängerten Antwortzeiten kommt)“

Und danach erst Angebote von Installateuren einholen.

Heuer wird nicht mehr viel passieren, aber für nächstes Jahr dann vielleicht?
Der Kachelofen hilft sicher, teures Öl zu sparen, für einen Winter geht das schon👍
 

angie52

Super Knochen
Öl haben sie bereits nachgetankt, obwohl noch genug drin war, was ich ihnen geschenkt habe. Kluge Entscheidung, um über den nächsten Winter gut zu kommen. So haben wir noch genügend Zeit, zu entscheiden, wann die Umstellung stattfinden soll.
Mir tut es ja immer noch weh, etwas Funktionierendes wegzuschmeissen ...
 
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