konsequenz eines züchters

faustusnight

Super Knochen
ich frage mich schon lange welche konsequenzen ein seriöser züchter ziehen sollte wenn er erfährt daß einer seiner welpen ein gesundheitliches problem hat das wahrscheinlich vererbt wird.werden die besitzer der geschwister informiert? oder auch die halbgeschwister? oder nach dem motto: einmal ist keinmal? oder sollten die eltern aus der zucht genommen werden?......
 

Bithia

Super Knochen
Die Frage ist welches Problem, sicher vererbt?
Ich würde die anderen Käufer informieren bzw. fragen, ob selbiges Problem vorliegt, den Deckrüdenbesitzer kontaktieren etc.
Aufgrund EINES - je nachdem WELCHES- Problems, beide Eltern und eventuell Halbgeschwister etc. aus der Zucht zu nehmen, wenn sonst nichts bekannt ist, wäre schon sehr "übertrieben". Kann ja mit jeweils anderen Partnern zb. gar keine Probleme geben.

Escape hat nen Zahnfehler, eine leichte Fehlstellung der Hinterpfoten - daher Kuhhessig- eine Wurfschwester hat schwerste HD...
So...den Wurf gab es 3x. in keinem der Würfe gab es Probleme, HD höchstens B.... der Rüde hat mehrfach gedeckt, keine Probleme, keine HD, seine Nachkommen haben bereits nachzuchten, keine Probleme, kein HD...
Joa... ich und der Besitzer ihrer Schwester hatten wohl einfach Pech, kann halt einfach vorkommen.
 

Meriones

Profi Knochen
Bei einem meiner Nachzuchthündinnen ist beim HD Röntgen zufällig ein bedenklicher Befund an der Wirbelsäule erhoben worden. Ich habe daraufhin die Mutter und die Schwester röntgen lassen und die Deckrüdenbesitzerin informiert. Die hat den Rüden, dessen Mutter und Geschwister ebenfalls röntgen lassen. Der Deckrüde hatte dieselbe Problematik. Daraufhin habe ich alle Besitzer meiner Welpen informiert und darum gebeten, ebenfalls röntgen zu lassen, bis auf einen haben das alle getan. Es sind weitere Geschwister betroffen, die Sache war ganz klar erblich. Wir haben immer mehr Leute überzeugen können und immer mehr Hunde aus der weiteren Verwandtschaft wurden geröntgt. Besitzer von nicht verwandten Hunden mit der gleichen Problematik haben sich auf Aufrufe in Rasseforen bzw. FB-Gruppen gemeldet, auch hier konnten Verwandtschaftsgruppen untersucht werden und weitere betroffene Hunde wurden entdeckt.
In internationaler Zusammenarbeit einiger engagierter Züchter wurde dann eine Studie an der Uni Bern angestrengt, über 100 Hunde wurden geröntgt und die Bilder von Spezialisten ausgewertet. Von den allermeisten geröntgten Hunden waren die Besitzer bereit, Blutproben in die Schweiz zu schicken. Dort wird derzeit daran gearbeitet, einen Gentest zu entwickeln.

Ich war übrigens nicht die erste, bei der dieses Problem aufgetreten ist. Da hatten die Besitzer allerdings keine kooperativen und ethisch einwandfreien Züchter bzw. Deckrüdenbesitzer als Ansprechpartner, sondern das Problem wurde als Einzelfall abgetan und gar nicht nachgeprüft, ob verwandte Hunde auch betroffen sein könnten und die Sache eventuell erblich wäre.

Bei einem komplizierteren Erbgang oder einer schwierigeren Diagnosemethode hätte das Ganze auch im Sand verlaufen können. Aber wenn etwas Verdächtiges auffällt bei einer Nachzucht sollte zumindest die engste Verwandtschaft (Eltern, Geschwister, Halbgeschwister, Nachzucht) überprüft werden. Und wenn sich dann eine Häufung zeigt, ist man nach meiner Meinung ethisch verpflichtet, dem nachzugehen.
 

jamie27

Super Knochen
Meriones.. toll wie du gehandelt hast!

Geht's hier um LTV? .. also übergangswirbel..

wie es Züchter handhaben kann ich natürlich nicht
beantworten.
Ich als deckrüdenhalter informiere mich regelmäßig
bei geschwistern, halbgeschwistern , beim besitzer von nsoahs
vater und nsoahs nachzuchten.
Mit der züchterin stehe ich im engen kontakt.

Bei schweren erblichen krankheiten wie
Ltv , rück - vorbiss , wasserkopf, epi usw..
- nachweislich von meinem rüden ausgehend ..
Wäre er SOFORT und UNVERZÜGLICH aus der zucht.
Öffentlich auf meiner hp zu lesen. Beim club und Züchter
gemeldet.

Im rrcö ist es pflicht die komplette Wirbelsäule zu röntgen.
Es darf keine anomalie vorliegen. Weder bei hd ed ocd und LTV
 
Zuletzt bearbeitet:

Bithia

Super Knochen
was sagen die Züchter denn?
Hast du Kontakt zu Geschwistern etc.?
Du bist doch im Collieforum..sind da Verwandte?
Oder auch auf Facebook einfach mal nach Geschwistern etc. suchen.

Anfälle sind halt schwer erblich nach zu weisen... können ja durch vieles entstehen.
 

Meriones

Profi Knochen
Jamie, es ist eine Verknöcherung des Bandes ventral der Wirbelsäule, schaut im Röntgen wie massive Spondylose aus, teilweise nur von Fachleuten sicher zu diagnostizieren, besonders wenn der Hund zusätzlich noch abnutzungsbedingte Spondylose hat.

Epilepsie ist ein viel schwierigers Thema, die Diagnose ist aufwendig, Screening ist so gut wie nicht möglich und der Erbgang kompliziert. Sie kommt leider in vielen Rassen vor und wird dort unterschiedlich vererbt.

Was ein Züchter in einem solchen Fall zumindest machen sollte: einen Rundruf bei den Welpenleuten machen und fragen, ob was vorgekommen ist, ebenso bei den Geschwistern seiner Zuchttiere. Eine von mir sehr geschätzte Border Collie Züchterin hat auch den Arsch in der Hose, solche Ergebnisse bei ihrer Nachzucht auf die HP zu stellen. Die wichtigste Waffe gegen Epilepsie: Transparenz in der Zucht.
 

calimero+aaron

Super Knochen
Die wichtigste Waffe gegen Epilepsie: Transparenz in der Zucht.
Und genau darum kämpfe ich jetzt!

Bin mit einem Halter eines Epi Welsh Terriers in Verbindung - hier lag beim Deckrüden reine Inzestzucht vor.
Bin mit Tschechen in Mail Kontakt - wir werden sehen, was sich noch so findet.
Den amerikanischen Kennel Klub habe ich angeschrieben, mit der Bitte um Mithilfe.

Ingrid... gerade bei Epi ist es verdammt schwierig, den Erbgang nachzuweisen. Vermutet wird ein polygener, rezessiver Erbgang - hier geben defekte Gene bei Rüde UND Hündin den Ausschlag.
Was mir nun aufgefallen ist...

es gibt eine Häufung nach Impfungen - Borreliose und Zeckenschutzimpfung.
Meine Vermutung wäre ein Defekt in Genen, der möglicherweise auf das Endothel wirkt - welches für die Durchlässigkeit/Nichtdurchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke zuständig ist. (gibt noch andere Zellen, aber die kommen mir verdächtig vor)
Ich stelle es mir in der Art wie der MDR1 Defekt vor - Gendefekte vorhanden, wenn dann was dazukommt (Impfung, Entwurmung, Narkose usw.) dann kommt ein Anfall, bzw. der Beginn der Epilepsie.

Wenn jetzt jemand Sachkundiger schreibt... alles Blödsinn - möglich.
Mir ist nur aufgefallen, dass - wie ich las - diese Endothelzellen auch für die Fließgeschwindigkeit des Blutes zuständig sind und Aaron hatte bei Blutbildern fast immer "verdicktes" Blut. Hat aber niemand für abnormal angesehen. Auch Kalium war in jungen Jahren mehrmals erhöht.

Zu der Konsequenz des Züchters.... wichtig wäre, alle Pedigrees samt Geschwister und Verwandten zu dokumentieren. Samt allen Gesundheit/Erkrankungsdaten. Dann kommst du zu den Linien, in denen Erkrankungsfälle auftraten. Bei uns gibt es Verdächtige - sowohl Linien als auch Hunde. (angeblich wurden in den 50er Jahren Foxterrier eingekreuzt)
Ich habe einen tschechischen Züchter angeschrieben, wegen eines von mir als "Stammbaum-verdächtigen" Hundes.... von diesem Hund, der zurück zum ursprünglichen Züchter wanderte, wissen sie nichts, ein zweiter Hund von diesem Züchter jedoch starb im Alter von nur drei Jahren!
Schaut man sich die Stammbäume an, kommt man zu "Verdächtigen".
Ein weiterer Hund, der eine "seltsame" Erkrankung hatte und im Alter von 5 Jahren eingeschläfert werden musste, hatte auch die "verdächtigen" Vorfahren im Stammbaum, im Wurf gab es auch Epilepsie.

Mir ist aufgefallen, dass z.B. ein oder zwei Wurfgeschwister an Epilepsie erkrankten, ein anderes Wurfgeschwister z.B. an Allergie, usw.

Heißt, die Defekte müssen sich nicht nur in Epilepsie äußern, Wurfgeschwister können auch andere - "seltsame" Erkrankungen haben.
("seltsam" deshalb, weil in einem Fall anscheinend - lt. Besitzer - so eine Art von "Fett" um die inneren Organe angelagert war.... was damit gemeint sein könnte, weiß ich nicht)

Das Problem, wenn du alle Hunde aus der Zucht nimmst....der Genpool wird dann viel kleiner - und damit ist niemand geholfen.

Ich würde es sinnvoll erachten, wenn man - no na net - die erkrankten Tiere aus der Zucht nimmt, auch die Wurfgeschwister. Sonst jedoch achtet, dass man versucht, Träger mit höchstwahrscheinlichen Nichtträger zu verpaaren. Die Nicht-Carrier sollte man mit Hilfe dieser Pedigree-Dokumentation herauskriegen.

Dazu benötigt es Zusammenarbeit - keine Verurteilung von Züchtern und... Offenheit. Absolute Offenheit, kein Verschweigen, kein Vertuschen.

Wenn einmal die Verurteilungen wegfallen, dann werden auch mehr Züchter bereit sein, zum Wohle der Hunde zusammenzuarbeiten und ihre Erkrankungsfälle offenzulegen.

Derzeit ist es ja so, dass sich viele Züchter nicht outen - weil sie Angst vor Konsequenzen haben. Konsequenzen, die man mittels einer internationalen "Pedigree Database" samt Gesundheitsdaten, verhindern kann.
Oft ist es ja so, dass z.B. Mutter oder Vater rein Träger sind - verpaart mit einem Nichtträger gibt es keine bösen Konsequenzen.

Nur das Nichtwissen schafft kranke Hunde!
 

faustusnight

Super Knochen
was sagen die Züchter denn?
Hast du Kontakt zu Geschwistern etc.?
Du bist doch im Collieforum..sind da Verwandte?
Oder auch auf Facebook einfach mal nach Geschwistern etc. suchen.

Anfälle sind halt schwer erblich nach zu weisen... können ja durch vieles entstehen.
ich habe natürlich die züchterin informiert,von seinen verwandten weiß ich nichts,er hat ja jede menge.das sollte auch kein vorwurf sein,ich möchte nur wissen wie ein züchter in so einem fall eben reagieren sollte,nicht nur bei epilepsie,sondern generell bei erkrankungen die möglicherweise vererbbar sind.
 

Cato

Super Knochen
Da gibt es keine allgemein gültige Vorgehensweise. Zur Kenntnis nehmen, falls nötig die Halter der Geschwister informieren, falls eine Behandlung nötig ist, falls nötig, die Hündin aus der Zucht nehmen, falls nötig den Deckrüdenhalter informieren usw...Meriones hat es besonders gut gemacht! :)
 

jamie27

Super Knochen
Jamie, es ist eine Verknöcherung des Bandes ventral der Wirbelsäule, schaut im Röntgen wie massive Spondylose aus, teilweise nur von Fachleuten sicher zu diagnostizieren, besonders wenn der Hund zusätzlich noch abnutzungsbedingte Spondylose hat.

.
ok, dachte ich mir..
auch im rrcö club wurden alle hunde die in der zucht
standen und hunde die in die zucht " wollten " nochmals
überbefunden bzw auf übergangswirbel/spondy untersucht worden.
viele rrs sind nach der überbefundung ebenfalls aus der zucht
gefallen..

seit 2012/2013 ist es bei uns pflicht...
 

Meriones

Profi Knochen
Mit Übergangswirbeln oder Spondylose hat das nichts zu tun, es stellt sich nur röntgenologisch auf den ersten Blick ähnlich da. Der Name der Krankheit ist "Diffuse idiopatische Skelett-Hyperostose" kurz DISH.

Klassische Spondylose rein durch Abnutzung wär für mich kein Grund, einen Hund aus der Zucht zu nehmen, da es erworben und nicht vererbt ist. Warum macht ihr das bei den RR so? Oder habt ihr auch DISH in der Rasse?
 

jamie27

Super Knochen
Mit Übergangswirbeln oder Spondylose hat das nichts zu tun, es stellt sich nur röntgenologisch auf den ersten Blick ähnlich da. Der Name der Krankheit ist "Diffuse idiopatische Skelett-Hyperostose" kurz DISH.

Klassische Spondylose rein durch Abnutzung wär für mich kein Grund, einen Hund aus der Zucht zu nehmen, da es erworben und nicht vererbt ist. Warum macht ihr das bei den RR so? Oder habt ihr auch DISH in der Rasse?
nein aber massiv übergangswirbel - und das ist vererblich - wird der hund aus
der zucht genommen..
richtig spondy wird erworben...
 
Zuletzt bearbeitet:

Meriones

Profi Knochen
Meine Hündin war knapp über zweijährig bei der Diagnose und hat bislang keine Beschwerden, ihre Schwester hat es schlimmer erwischt, die hat zusätzlich Spondylose am lumbosakralen Übergang (vermutlich als Kompensation) und bekommt jetzt mit 3 schon regelmäßig Schmerzmittel. Andere gehen bis 8 im Agility und man merkt nichts. Nur ein Röntgen ist aussagekräftig, drum sind/waren leider doch einige betroffene Hunde in der Zucht - Symptome treten wenn überhaupt dann meist in späteren Jahren auf und werden dann als Altersprobleme interpretiert. Dass die Hunde aber schon seit Jahren mit einer völlig versteifen Wirbelsäule rumrennen, ahnt niemand. Der Prozess selbst ist nicht schmerzhaft für die Hunde.
 

Kurenai

Super Knochen
Ich hab bei etwas "einfacheren" wie Bienenstichallergie die Züchterin informiert und die die anderen Welpenbesitzer (hat nur meine :D ).

Ich bin eigentlich nur bei Züchtern die da sehr verantwortungsvoll handeln und im Zweifelsfall wird das Tier aus der Zucht genommen und natürlich alle Welpenbesitzer informiert. Das Problem soll sich ja nicht weiter ausbreiten.
 
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