Qualzucht versus Rassen mit vererblichen Krankheiten

angie52

Super Knochen
Ich denke, dass es bei allen Rassen eine Linie geben kann, die gesundheitlich in Ordnung ist.
Wie ist es mit den sogenannten "Retro"züchtungen? Ist das auch nur ein Verkaufsschmäh? Oder steckt da mehr dahinter?
Da kenne ich z.B. einen French Bully persönlich, der überaus lebhaft, aktiv und sehr gesund wirkt.
Wobei ich auch bei denen an Qualzucht denke.
 

Rocky2011

Medium Knochen
Ich denke, dass es bei allen Rassen eine Linie geben kann, die gesundheitlich in Ordnung ist.
Wie ist es mit den sogenannten "Retro"züchtungen? Ist das auch nur ein Verkaufsschmäh? Oder steckt da mehr dahinter?
Da kenne ich z.B. einen French Bully persönlich, der überaus lebhaft, aktiv und sehr gesund wirkt.
Wobei ich auch bei denen an Qualzucht denke.
Ich kenne nicht alle Rassen. Was ist der French Bully? Ich meine, wie sieht er aus?
 

angie52

Super Knochen
Französische Bulldogge, kennst du sicher. Auch so ein kleiner mit sehr kurzer Schnauze. Dieser hat aber eine Nase und ist sehr lieb, obwohl er nicht in mein Beuteschema passt.
Ich such mal ein Video raus von dem. Dauert aber ein bisschen.
 

Rocky2011

Medium Knochen
Französische Bulldogge, kennst du sicher. Auch so ein kleiner mit sehr kurzer Schnauze. Dieser hat aber eine Nase und ist sehr lieb, obwohl er nicht in mein Beuteschema passt.
Ich such mal ein Video raus von dem. Dauert aber ein bisschen.
Doch die Rasse kenne ich. Die sehen doch sehr süß aus, finde ich.
 

angie52

Super Knochen
Doch die Rasse kenne ich. Die sehen doch sehr süß aus, finde ich.
Absolut. Der ist wirklich total süß, selbstbewusst und mutig.
Leider finde ich das tolle Video nicht mehr, wo er alle begeistert hat, um die Wette rennt mit menschlichen Kumpels, wer als erster im Wasser ist ... Springt und schwimmt - keine Anzeichen von Atemproblemen.

Trotzdem glaube ich, dass diese Rasse auch zu den gefährdeten zählt, wenn er nicht den richtigen Züchter erwischt.
 

Caro1

Super Knochen
Es gibt auch unter den Qualzuchten Hunde, die lebensfähig und einigermaßen gesund leben können.. das ist nicht das Thema, sondern dass bewusste vermehren mit kranken und gendefekten Tieren, deren qualen bewusst in kauf genommen werden.. und besonders die franz. Bulldogge fällt unter die qualzuchten... deren "süsses" Röcheln massive Atemprobleme bedeutet.. was nicht bedeutet, dass es keine lustigen Hunde mit großem Charakter sind...
 

MorTy

Medium Knochen
Ja so süss ich Frenchies finde, aber da einen gesunden Hund zu bekommen ist sehr gering. Im Ort haben wir eine Familie die haben einen Frenchie vom Züchter genommen und trotzdem ist er gesundheitlich total angeschlagen und wird langsam blind, der Hund ist vllt grad mal 2-3 Jahre alt.
 

ZJD

Profi Knochen
Die Hundezucht hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr verändert. Früher wurden die meisten Hunde gezüchtet um gewisse Aufgaben zu erfüllen (Jagd, Herden hüten, Hof oder Herde bewachen etc.). Heute machen die meisten Hunde nicht mehr das, wofür Sie gezüchtet worden sind, sondern es sind Familienhunde. Es ist im laufe der Jahre immer mehr und mehr das Aussehen eines Hundes in den Vordergrund gerückt und das Sie "Familientauglich" sind. Ich kenne viele Leute, die sich einen Hund gekauft haben, weil Ihnen der Hund gefallen hat oder weil er gerade Modern war, ohne aber zu überlegen, ob der Hund selber oder die Rasse zu Ihren Leben passt geschweige denn was für gesundheitliche Probleme ev. bei den Hund sein könnte.

Leider haben viele Züchter darauf Rücksicht genommen und immer mehr und mehr darauf hin gezüchtet um auf Ausstellungen vorne zu stehen aber auch was die Käufer wollen (kleine Hunde die in eine Handtasche passen, große Augen, das röcheln oder schnarchen, viel Fell etc.). In einigen Fällen, war dies absolut nicht gut für die Rasse und hat zu extremen Auswüchsen geführt was wir heute als Qualzucht sehen.

Ich habe aber gerade in den letzten Jahren durchaus bei der ein oder anderen Rasse ein umdenken in den Verbänden und bei den Züchtern (FCI Züchter) in Österreich gesehen. Bei den Französischen Bulldoggen ist zb ein "Leistungstest" zu erbringen und ich sehe durchaus auf Ausstellungen wieder Französische Bulldoggen die etwas Nase haben. Das eine Rückzüchtung auf eine Nase nicht von heute auf morgen geht muss auch klar sein.

Ein Verbot einer Rasse die Qualzuchtsmerkmale aufweist, halte ich aber nicht für Sinnvoll, den solche Verbote sind immer National. Wenn ich also Österreichischen Züchtern verbiete hier zu züchten, dann wird der Hund halt im Ausland gekauft oder dort gezüchtet. Und selbst wenn ich auch die Haltung verbiete, dann gehört halt der Hund offiziell dem Züchter. Es gibt immer Wege um österreichische Gesetzte zu umgehen.

Mit ist es lieber eine geregelte Zucht zu machen unter strengen Auflagen, als durch die Hintertür aus dem Ausland Hunde zu holen, wo wir keine Kontrolle haben und für eine definitive Aufklärung bei den Käufern zu sorgen.

Ein großes Problem ist aber in meinen Augen nicht unbedingt der Züchter und ich rede hier von Züchtern die in Österreich unter der FCI züchten, sondern die ganzen "Hobbyzüchter", "Hoppalawürfe", "Dissidenzverbände" einschließlich der Auslandshunde. In meiner Umgebung gibt es locker 15 Französische Bulldoggen, von all diesen Hunden stammt genau 1 Hund von einem österreichischen Züchter und das ist der einzige Hund der nicht röchelt.
 

Caro1

Super Knochen
Das stimmt, bis auf wenige Ausnahmen, müssen Hunde heute nur noch gefallen und kaum noch Aufgaben erfüllen…

Ein Umdenken der Züchter hinsichtlich gesunder Hunde, sehe ich leider noch nicht… es „entstehen“ doch heute noch neue Mutationen, denke da an die Teddy Spitze, die wie kleine Plüschspielhunde aussehen… und FCI ist überall gleich, egal ob Österreich oder Deutschland, nur können die Vereine natürlich selbst ihren Zuchtstandard höher ansetzen als vom FCI gefordert.. dazu braucht es nicht einmal viel..

Aber ein FCI Züchter ist kein Garant für einen gesunden Hund, ganz und gar nicht.. Die Hunde sind halt oft nur teurer als bei einem Hobbyzüchter – wobei ich den Begriff Hobbyzüchter auch nicht mag, weil kaum noch Hobby sondern ein Geschäft, Ware gegen Geld.. Ja, es gibt sie die Ausnahmen, die guten Züchter, auf beiden Seiten, das ist unbestritten, aber die sind selten und schwer zu finden, wie die berühmte Nadel im Heuhaufen…

Und dieser Leistungstest, der bei einigen Rassen eingeführt wurde, ist eigentlich lächerlich, wenn es einem Rassestandard entsprechen soll, dass ein Hund 3 Runden im Ring rennen kann… Sorry, da werden Hunde in ihren Boxen an den Ring gefahren und werden dann mit Quitschi und Leckerlie dazu bewegt, drei Runden durchzuhalten…

Für mich sind das keine Auflagen, die Zuchtbedeutend sind, das ist Augenwischerei.. Man muss auch keine Rasse verbieten, das fordert auch keiner, aber man sollte die Hunde mit extremen Atemproblemen oder übermäßigen Klubschaugen, hängenden Lidern zu kurzer Nase oder einem Körperbau, der nicht einmal zulässt dass sie sich selbst putzen können etc, nicht auch noch aufs Siegertreppchen stellen und einen Championtitel vergeben, sondern erst gar nicht zur Ausstellung und zur Zucht zulassen.. Das ist es nämlich was die Leute wollen, Welpen die aussehen wie diese "Champions"..

Und weil du die franz. Bulldoggen ansprichst, es sind FCI Züchter, die das aus der Rasse gemacht haben, was sie heute sind, eine Qualzucht.. sowie alle Qualzuchten unter dem „Gütesiegel“ der FCI entstanden sind und immer noch weiter entstehen… und darauf könnte man schneller reagieren, wenn Hunde nicht aufs Siegertreppchen gestellt und somit nicht zur Zucht zugelassen werden, die luftjapsend kaum ihre 3 Runden überstehen können…

Du sagst, eine gesunde Zucht lässt sich nicht von heute auf morgen umsetzen, das würde stimmen, wenn es die Qualzucht nicht schon seit fast 20 Jahren geben würde... die Qualzucht von Wirbeltieren nach § 11b im Tierschutzgesetz wurde 2002 verboten… Zudem es in den letzten 20 Jahren anstatt Verbesserungen weitere Qualzuchten in der Rassehundezucht gegeben hat.. somit, wann ist morgen?
 

ZJD

Profi Knochen
Ich stimme dir absolut zu, dass es immer wieder zu Auswüchsen in der Zucht kommt und egal in welches Land du schauest es überall gleich. 3 Runden laufen ist auch für mich kein Leistungsnachweis und definitiv kein Lösungsansatz.

Ich bin auch bei dir, dass solche Hunde nicht auf dem Siegertreppchen zu stehen haben. Ich rege mich auch dauernd darüber auf. Es ist aber so, dass der ÖKV immer wieder auf die Qualzucht hinweist und die Richter entsprechend anweist. Trotz allem steht der Richter im Ring und entscheidet.

In Graz hat es auf den letzten 2 Ausstellungen Kontrollen auf Qualzucht gegeben und es hat eine Menge an Strafen gegeben. Bei der ersten Ausstellung war das nicht bekannt, aber bei der 2 Ausstellung sehr wohl. Fakt war, dass kaum Hunde gemeldet waren, weil sich keiner das antun wollte und sich viele überlegen überhaupt in Österreich auszustellen, sondern lieber wo anders. Das ist ja auch keine Lösung des Problems wenn ich die Leute dazu bringe ins Ausland zu fahren.

Ich stimme dir auch zu, dass natürlich die Züchter das Problem geschaffen haben durch Ihre Zucht und es sehr schwer ist wieder da raus zu kommen. Ich stimme dir auch zu, dass ein Hund aus einer Zucht kein Garant für einen gesunden Hund ist.

Ich habe ja auch geschrieben, dass ich gegen ein Zucht unter strengen Auflagen nichts einzuwenden habe. Das es diese strengen Auflagen bei einigen Rassen heute nicht gibt ist leider Fakt. Hier wäre definitiv der ÖKV mehr gefragt, denn dieser segnet ja die Zuchtordnungen für die Rassen ab und natürlich die Zuchtwarte und Körrichter, die die Zuchtzulassung erteilen.
 

Cato

Super Knochen
Ich habe mich damals im Rahmen meiner Ausbildung ein wenig mehr damit beschäftigt, und hatte große Hoffnungen, als die gesetzliche Regelung kam.

Umso enttäuschender finde ich es jetzt miterleben zu müssen, dass das so gut wie gar nix gebracht hat.

Die FCI müsste tätig werden, und sehr deutlich noch dazu. Nur leider - das ist so, als würde man sich selber abwatschen🤨
 

Caro1

Super Knochen
Ich habe ja auch geschrieben, dass ich gegen ein Zucht unter strengen Auflagen nichts einzuwenden habe. Das es diese strengen Auflagen bei einigen Rassen heute nicht gibt ist leider Fakt. Hier wäre definitiv der ÖKV mehr gefragt, denn dieser segnet ja die Zuchtordnungen für die Rassen ab und natürlich die Zuchtwarte und Körrichter, die die Zuchtzulassung erteilen.
Ja, das ist leider so und natürlich hast auch du mit allem recht.. Aber besonders was die Zuchtordnung vom VDH betrifft, die kann man gar nicht mehr toppen, weil schlechter geht es nicht mehr.. Die VDH Zuchtordnung legt kaum etwas fest und überlässt es den Vereinen, was die Mindestvorausetzungen für eine Zuchtzulassung sind:...

"Für die Zuchtzulassung eines Hundes sind folgende Mindestanforderungen erforderlich: a) die vom Verein festzulegenden Mindestvoraussetzungen für die Gesundheit. b) eine Verhaltensbeurteilung sowie c) eine Phänotyp-Beurteilung/Formwert-Beurteilung; Alle Anforderungen müssen erfüllt sein, damit der Hund zur Zucht zugelassen werden kann".

Zudem die VDH Zuchtordnung keinen Unterschied macht, ob es bei den Zuchttieren einen 10 kg Dackel oder 100 kg Mastiff betrifft, die aber bekanntlich oft erst mit 3 Jahren ausgereift sind, besonders was den Knochenbau betrifft.. in diesem Alter passiert noch so viel bei einem Mastiff, dass auch die Röntgenaufnahmen nicht aussagefähig sind, weil der Knochenbau noch lange nicht fertig... zudem in dem Alter noch HD frei.. trotzdem kann ein so schweres Tier bereits mit 12 Monaten in die Zucht.. mit dem Zusatz, dass Mindestalter darf nicht unterschritten werden... Den Zusatz hätten sie sich sparen können, weil darunter ist es laut Tierschutzgesetz schon verboten.. und Hündinnen dürfen mit 15 Monaten in die Zucht.. das muss man sich mal vorstellen, dass sind selbst noch Kindere... zudem körperlich noch nicht ausgereift und lange noch nicht fertig in der Entwicklung...

"Zuchttiere 1. Das zuchtfähige Alter des Rüden legen die Rassehunde-Zuchtvereine fest, wobei das Mindestalter von 12 Monaten nicht unterschritten werden darf. Die erste Zuchtverwendung der Hündin darf nicht vor der Vollendung des 15. Lebensmonats erfolgen.
2. Eine Hündin darf nicht mehr Welpen aufziehen, als es ihre Kondition zulässt. Eine Hündin soll innerhalb von 24 Monaten nicht mehr als zwei Würfe aufziehen; Stichtag ist der Wurftag. Bei starken Würfen können die Rassehunde-Zuchtvereine Sonderbestimmungen erlassen, z.B. Einsatz von Ammen, Vorschriften für den Zeitpunkt des nächsten Belegens der Hündin und Sonderkontrollen. Die Zuchtverwendung einer Hündin über die Vollendung des 8. Lebensjahres hinaus kann im Einzelfall der Rassehunde-Zuchtverein genehmigen. Erscheint eine Verlängerung des maximalen Zuchtalters für alle Hündinnen einer Rasse züchterisch sinnvoll, entscheidet der VDH-Vorstand nach Anhörung des VDH-Zuchtausschusses. § 7 Züchter/ Deckrüdenhalter Züchter: 1. Voraussetzung für die Genehmigung einer Zuchtstätte und die"



Das muss man sich mal vor Augen halten und dann wird von Gütesiegel VDH gesprochen.. bitte, welche Zuchtkriterien müssen erfüllt werden, die nicht schon im Tierschutzgesetz stehen.. die Hunde werden bis ins hohe Alter ausgebeutet, weil auch über das Zuchtalter hinaus, die Vereine es selbst genehmigen können, dass Deckalter zu verlängern... Ich finde, dass das keine Zuchtordnung ist, wenn es den Züchtern überlassen wird, wie früh und wie lange ihre Zuchthunde zum Einsatz kommen...

Zudem habe ich bei uns in Deutschland mit dem VDH so schlechte Erfahrungen gemacht, dass ich kein Vertrauen mehr in diesen Verein habe.. Das war auch in der Schweiz mit dem SRZ nicht anders.. zudem viele anerkannte Richter mit den jeweiligen Vorständen gut bekannt und auch dementsprechend die Hunde bewertet.. Bei den großen VDH Feiern klopfen sie sich dann alle auf die Schulter, alle die wichtigen großen Leute, deren Ziel es sein sollte, die Qualität der Rassehundezucht zu verbessern, anstatt zu mauscheln..

Ich war 10 Jahre im Vorstand eines großen Vereins mit über 1000 Mitgliedern und hätte es vorher niemals für möglich gehalten, was in der Hundezucht alles möglich ist und das es ums Geld und nicht um den Erhalt der Rassen geht.. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die sind sicher nicht die Regel.. Mein Rüde damals war so „schön“ dass sie ihn unbedingt in der Zucht haben wollten, obwohl zu groß und krank.. ich habe es nicht gemacht, weil die Univ.Tierklinik mir sagte, dass seine Krankheit vererbt und ich mit dem Züchter reden sollte, weil es auch andere Hunde aus dieser Verpaarung mit der Krankheit geben könnte.. Aber natürlich hat kein Züchter kranke Hunde und die von der Univ. Tierklinik haben sowieso keine Ahnung..

Da werden Hündinnen bei jeder Hitze belegt, was auch den VDH nicht interessiert hat, weil die verdienen ja kräftig an den Welpen mit.. Ne, was da alles läuft, hat für mich nichts mit Verbesserung der Rassehundezucht zu tun, eher etwas von Mafiamethoden - so mein empfinden..
 
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