Wie kann ich ihm mehr Sicherheit geben?

Saphir

Profi Knochen
Hallo

Wie ja einige wissen, lebt der kleine Rocko jetzt einige Zeit bei mir- Rocko ist blind. Wir vermuten, das er auf einem Auge komplett blind ist, und mit dem anderen noch ganz schlecht Schatten wahrnehmen kann.
Er ist beim Spazieren gehn total unsicher- weil er es ja nicht kennt.
Ich rede wärend wir gehn immer mit ihm, lobe ihn wie gut er das macht und auch damit er eben weiß das ich eh da bin, rede ich.
Die Leute die guggen sind mir dabei eh egal *g* :D
Wie kann ich ihm mehr Sicherheit geben, wie kann ich ihm begreiflich machen, das er dem, der am andren Ende der Leine ist, vertraun kann ?
Er schreckt sich manchmal total spontan vorm Wind, wenn er durch die Büsche rauscht, knickt ein, legt sich hin und winselt nur mehr- und versucht wenn ich näher komme, vor mir weg zu rennen, obwohl ich mit ihm spreche und ihn versuch zu besänftigen und zu beruhigen. Es sind immer kleine Dinge, die ihn so aus der Fassung bringen.
Erst wenn ich mich zu ihm beuge und ihn ganz fest drücke und knuddle und ihn kraule ist er etwas beruhigter und geht weiter.
Wie kann ich ihm da Sicherheit geben ?

Liebe Grüße
Saphir
 

claro

Gesperrt
Super Knochen
in dem du seine unsicherheiten ignorierst und ihn nicht noch weiter darin bestärkst und bestätigst. du musst ihm durch dein souveränes auftreten zeigen, dass da nix ist, aber ned durch betüdeln. wenn er brav geht lobst du ihn, mach mit ihm ein paar unterordnungsübungen. das kann auch ein blinder hund.
lg
 

Saphir

Profi Knochen
Hm

Ich halte nicht viel von UO, und schon gar nicht bei einem Hund der sein Leben lang im Zwinger gelebt hat, 2 schlimme Wochen in einer Tötungsstation war, als er nach Österreich kam nichtmal gehn konnte weil er zu schwach war und dann auch noch blind ist.
Ich will seine Ängste respektieren- ich geh ja jetzt ned absichtlich bei einem Einkaufswagerl vorbei und 'fordere' es heraus, das er mir innerlich total überschnappt, am Boden klebt und nicht ansprechbar ist- achja lautes Winseln kommt auch dazu.
Ich bin gestern gefragt worden ob der Hund geschlagen wird :eek: :mad:

Versteh mich ned falsch, aber der Hund ist seit 2 Wochen in Österreich und man kennt seine Vergangenheit fast nicht, aber deshalb will ich ihm aufjedenfall Zeit geben und ihn nicht überfordern- und am Anfang war eine Runde um den Häuserblock schon eine Überforderung.

Lg
Saphir

@ Danimaus Rocko ist kniehoch ;)
 
E

Elli

Guest
@claro: hast du einen blinden hund oder hattest du mal einen??

mein hund ist blind, er kann allerdings noch schatten wahrnehmen. dafür, dass er nicht sehen kann ist er absolut grandios. mit "ihn nicht betüdeln" und ihm mein "souveränes auftreten" zeigen, wäre er bestimmt nicht soweit, wie er jetzt ist. natürlich darf man ihn trotzdem nicht in seiner angst bestärken. wir haben außerdem auch eine ganz super trainerin, die sich mit blinden hunden auskennt.
es bringt defintiv nichts, mit dem hund unterordnungsübungen zu machen, solange er noch keine sicherheit in seiner gewohnten umgebung hat. er muss ZUERST seine umgebung auswendig lernen, bevor man mit ihm irgendetwas anderes macht. wenn der elliott wo neu reinkommt oder so, geht er den ganzen raum ab und sucht sich fluchtpunkte. das ist in ordnung, gibt ihm sicherheit und soll auch so sein.
mit blinden hunden arbeitet man über signalwörter und ritualisierungen. den rest hast du per pn, saphir ;)
 

Danimaus

Junior Knochen
Saphir schrieb:
@ Danimaus Rocko ist kniehoch ;)
Hab mir gedacht, dass es ihm vielleicht Sicherheit gibt wenn man ihn am Halsband hält oder einfach nur die Hand seinen Rücken berühren lässt. Da er aber etwas kleiner ist wirds wahrscheinlich schwierig sein.
 
E

Elli

Guest
claro schrieb:
ja, ich hab einen fast blinden und tauben hund.
eine alterserscheinung? das wäre nämlich schon ein unterschied.. außerdem ist der hund sicher auch noch um einiges verunsicherter..saphir hat ja jetzt erzählt wo er herkommt. außerdem ist rocko erst seit sonntag bei saphir..
 

claro

Gesperrt
Super Knochen
ja, ist eine alterserscheinung.
aber nachdem hier meine ratschläge eh nicht gefragt sind, zieh ich mich zurück.
@saphir
viel glück und spass mit dem hund.....hoffentlich ergehts dir nicht so wie sally mit lenni :rolleyes:
lg
 
M

martin

Guest
Er ist beim Spazieren gehn total unsicher- weil er es ja nicht kennt.
Ich denke mit der Zeit wird er von ganz alleine sicherer. Er wird die Situation täglich erlebenn und sich darauf einstellen.

Er ist beim Spazieren gehn total unsicher- weil er es ja nicht kennt.
Ich rede wärend wir gehn immer mit ihm, lobe ihn wie gut er das macht und auch damit er eben weiß das ich eh da bin, rede ich.
Das halte ich für OK, du bestätigst ihm, das du da bist udn gibst ihm etwas Sicherheit.

Er schreckt sich manchmal total spontan vorm Wind, wenn er durch die Büsche rauscht, knickt ein, legt sich hin und winselt nur mehr- und versucht wenn ich näher komme, vor mir weg zu rennen, obwohl ich mit ihm spreche und ihn versuch zu besänftigen und zu beruhigen.
Das halte ich für nicht richtig, auch in der Eingewöhnungszeit. Du gibst deinem Hund mit der Besänftigung recht, dass jetzt etwas furchtbar schlimmes passiert und dass er Grund zum Angsthaben hat. Er wird in seinem Angstverhalten bestätigt und lernt: Wenn ich so weitermache, kümmert und besänftigt mich Frauchen.

PS: Bei Fehler bitte nicht hauen! Habe selbst noch keinen blinden Hudn gehabt, aber aus Erfahrung sollte es stimmen!
 
J

Josephinchen

Guest
claro schrieb:
in dem du seine unsicherheiten ignorierst und ihn nicht noch weiter darin bestärkst und bestätigst. du musst ihm durch dein souveränes auftreten zeigen, dass da nix ist, aber ned durch betüdeln. wenn er brav geht lobst du ihn, mach mit ihm ein paar unterordnungsübungen. das kann auch ein blinder hund.
lg

Da hat Claro nicht unrecht!

UO Übungen zur Ablenkung kann man auch später zur Ablenkung einbauen (Es reicht ja sitz) vorallem erhöt das seine Aufmerksamkeit für dich.


Und gib ihm Zeit!
 
M

martin

Guest
Ich weiß nicht, ob das ein ähnliches Problem ist, aber meine vorherige Hündin war auch extrem überängstlich (wurde warscheinlich misshandelt) und das ging laaaangsam aber sicher durch Ignorieren des Angstverhaltens weg. Natürlich darf man nicht jetzt sofort, wo er noch ganz neu ist, voll damit anfangen.
 
I

Irish

Guest
Saphir schrieb:
Hm

Ich halte nicht viel von UO, und schon gar nicht bei einem Hund der sein Leben lang im Zwinger gelebt hat, 2 schlimme Wochen in einer Tötungsstation war, als er nach Österreich kam nichtmal gehn konnte weil er zu schwach war und dann auch noch blind ist.
Ich will seine Ängste respektieren- ich geh ja jetzt ned absichtlich bei einem Einkaufswagerl vorbei und 'fordere' es heraus, das er mir innerlich total überschnappt, am Boden klebt und nicht ansprechbar ist- achja lautes Winseln kommt auch dazu.
Ich bin gestern gefragt worden ob der Hund geschlagen wird :eek: :mad:

Versteh mich ned falsch, aber der Hund ist seit 2 Wochen in Österreich und man kennt seine Vergangenheit fast nicht, aber deshalb will ich ihm aufjedenfall Zeit geben und ihn nicht überfordern- und am Anfang war eine Runde um den Häuserblock schon eine Überforderung.

Lg
Saphir

@ Danimaus Rocko ist kniehoch ;)
Keinesfalls betüdeln. Auch wenn es noch so schwer fällt.
Und das fällt schwer. Ich kenne das. :-/
Je mehr du ihn streichelst für sein Verhalten, je mehr Bestätigung ist das für ihn. Streicheln und loben, wenn er ein bissi Mut zeigt und alleine weitergeht.
Ich habe mit meinen Kleinen ähnliches durchgemacht.
Nach einen Unfall, hatte er panische Angst auf der Strasse.
Vor allen und jeden, hatte er Angst. Er versteckte sich zwischen meinen Füßen, pisselte sich an, sprang an mir hoch weil er getragen werden wollte. Hätte ich dies getan, müsste ich ihn heute noch tragen. Was ich tat, waren ihn Bachblüten zu verabreichen und zuhause wo er keine Angst hatte ihn mit ruhiger Stimme zu sagen:" Siehst, alles ist in Ordnung." Das tat ich auch auf der Strasse.
Nur ignorieren, das brachte ich nicht fertig.
Es gibt Hunde, denen ein Th-Shirt mehr Selbstvertrauen bringt. Klingt blöd, ist aber so. Ich habe dies mal bei einem Vortrag über TT gehört.

Auch du solltest sicherer sein. Wenn du nicht nervös bist und Ruhe austrahlst, spürt Rocko das.


Unterordnung ist nicht gleich Unterordnung. Das man einen vor Angst am Boden kriechenden Hund nicht anplärrt und in zu etwas zwingt, is eh klar.
Du kannst ihm spielerisch zuhause Sitz und Platz beibringen. Wenn er vertrauen zu dir hat, klappt das auch.
Was du brauchst sind, Liebe, Geduld, was Leckeres, und zwei fixe Berührungszeichen. zb. leicht am Popo berühren für Sitz. Für Platz einen Tipper am Nacken. Und immer voher seinen Namen sagen.

Klar braucht er Zeit. Aber jeden Tag ein bissi und das wird schon.
 
E

Elli

Guest
claro schrieb:
ja, ist eine alterserscheinung.
aber nachdem hier meine ratschläge eh nicht gefragt sind, zieh ich mich zurück.
@saphir
viel glück und spass mit dem hund.....hoffentlich ergehts dir nicht so wie sally mit lenni :rolleyes:
lg
das ist jetzt gemein und ein unnötiges kommentar.. das hat doch jetzt gar nichts mit der birgit und dem lenni zu tun.
der hund ist BLIND, der sieht nix!!
natürlich sind deine ratschläge gefragt, claro, aber jetzt bin ich einfach nicht deiner meinung. ich habe mit meinem blinden hund die erfahrung gemacht, dass DAS nichts bringt, aber nur, weil etwas anderes vorrangig ist. glaub mir, ich mache immer wieder unterordungsübeungen mit ihm und er folgt auch super, aber in diesem fall ist einfach etwas anderes wichtiger.. der hund ist noch nicht so weit.. verstehst du was ich meine?? ich habe ein jahr so gearbeitet: hundeschule, unterordungsübungen, nicht betüdeln usw. und es wurde nichts besser, und dann habe ich einfach jemanden gefunden, der sich mit blinden hunden super auskennt und mir zeigt, wie ich mit ihm arbeiten kann! und seitdem ich dort bin, haben wir keine einzige UO-übung gemacht. wir haben aber andere sachen gelernt, die ihn genauso fordern, die ihm aber ein leben ohne augenlicht viel leichter machen.
 
J

Josephinchen

Guest
Elli schrieb:
haben wir keine einzige UO-übung gemacht. wir haben aber andere sachen gelernt, die ihn genauso fordern, die ihm aber ein leben ohne augenlicht viel leichter machen.

was waren das für Sachen?
 
I

Irish

Guest
Warum klingt in vielen Ohren UO so brutal? :confused:

Ich kann einen ängstlichen Hund unterordnen, einen Tauben Hund, einen blinden Hund. Die Frage ist nur wie?
Daher schrieb ich ja, UO ist nicht gleich UO.

Das man einen "normalen" Hund anders behandelt als wie einen blinden und ängstlichen Hund sollte doch jeden klar sein.
Einen Hund Unterordnung spielerisch beizubringen ist absolut kein Fehler und es ist notwendig.
UO kann auch lebensrettend sein. Gerade bei Hunden mit Handicap.
 
E

Elli

Guest
@josephinchen

zum beispiel haben wir signalwörter einstudiert. also ich sag eine signalwort, er hat eine erwartungshaltung, und die wird in jedem fall positiv bestätigt.. (er hat nämlich ganz arge angst vor fremden, aber jetzt ist das schon viel besser) oder rituale: wenn wir auf jemanden fremden treffen, dann immer auf dieselbe art und weise. dann weiß er schon "ach wieder so einer.."
das war nämlich nicht immer selbstverständlich und jetzt lässt er sich manchmal sogar anfassen. :)
also solche sachen haben wir ihm gelernt..
 
I

Irish

Guest
@Elli wenn du mit deinem Hund geübt hast, bei einem Trainer, war das UO. Auch wenn es anderes gehandhabt wurde.
Wenn man es genau nimmt, ist apportieren schon eine UO. Der Hund muss seine Beute (Ball) hergeben. zb.

Elli schrieb:
@josephinchen

zum beispiel haben wir signalwörter einstudiert. also ich sag eine signalwort, er hat eine erwartungshaltung, und die wird in jedem fall positiv bestätigt.. (er hat nämlich ganz arge angst vor fremden, aber jetzt ist das schon viel besser) oder rituale: wenn wir auf jemanden fremden treffen, dann immer auf dieselbe art und weise. dann weiß er schon "ach wieder so einer.."
das war nämlich nicht immer selbstverständlich und jetzt lässt er sich manchmal sogar anfassen. :)
also solche sachen haben wir ihm gelernt..
Das ist Unterordnung.
 
E

Elli

Guest
Irish schrieb:
@Elli wenn du mit deinem Hund geübt hast, bei einem Trainer, war das UO. Auch wenn es anderes gehandhabt wurde.
Wenn man es genau nimmt, ist apportieren schon eine UO. Der Hund muss seine Beute (Ball) hergeben. zb.
ja ja ich weiß schon, wir haben auch vorher "normale" UO gemacht. wir waren ein jahr in einer "normalen" hundeschule. sicher hat ihm das geholfen (und vorallem mir, weil er halt wirklich VERLÄSSLICH kommen muss, wenn ich ihn rufe).
wenn du findest, dass signalwörter und ritualisierungen aufbauen auch UO sind, ist es auch ok.. ich hab nämlich eigentlich nichts gegen unterordung.. auch nicht gegen das wort :)
ich finde nur, dass es in dem fall wichtiger ist dass er mal anders sicherheit bekommt, weißt du? der sieht nix, kennt seine umgebung nicht, kennt seine neue familie nicht.. ich würde ihm halt mal anfangs zeit geben.. alles kennenzulernen usw. das ist nämlich schon anstrengend genug für ihn, denk ich mir..
 

claro

Gesperrt
Super Knochen
@irish

danke, ich versteh auch nicht, wieso das wort UO bei manchen echte krisen hervorruft...irgendwie muss das doch heissen ;)
eine bekannte von mir hat eine blinde hündin. sie ist erst vor kurzem erblindet und nun bringt ihr ihre besitzerin halt neue kommandos bei. zb links und rechts, stufe, auf, ab, steh (eines der wichtigsten kommandos)......lauter sachen halt, die einem blinden hund das leben erleichtern können.
die kommandos sollten kurz und prägnant sein, vor allem den hund ned die ganze zeit zuschwafeln......grad ein blinder hund sollte auch noch die normalen nebengeräusche wie autos, andere hunde rechtzeitig hören.
lg
 
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