Ziehen an der Leine

Amigo17

Junior Knochen
Hallo!

Mein Hund ist jetzt schon 3 einhalb Jahre alt und zieht beim spazieren gehen immer an der Leine.
Wie kann ich ihm das abgewöhnen, denn dadurch werden die spaziergänge für uns beide oft sehr stressig.
Ihm zu sagen er soll hilft meistens überhaupt nichts oder er zieht ein paar Sekunden später wieder.
Wenn ich stehen bleibe, geht er immer um mich herum (wie beim Fuß) und zieht ein paar Sekunden wieder.

Es ist wirklich nervig, aber mir fällt wirklich nichts mehr ein.

Sogar Leckerlis helfen nur für ein paar Sekunden.

Kann mir irgendjemand helfen und mir ein paar Tipps geben, oder ist es schon zu spät einen so "alten" Hund zur Leinenführigkeit zu erziehen??

Danke schon im Voraus!

Lg Christine

PS: Auf dem Hundeplatz oder wenn ich UO übe geht er immer toll.
 

old doggi

Medium Knochen
Zeit und Geduld ( und davon reichlich ) ;)


Hund zieht, Hundeführer bleibt stehen, und es wird erst weiter gegangen wenn die Leine locker ist .
Der Hund muss lernen, vorwärts oder zum Objekt der Begierde geht es nur mit lockerer Leine !

Nur Kurze Spaziergänge damit Du die Geduld und Konzentration behältst.
Lob bei erwünschtem Verhalten aber mit ruhiger und sanfter Stimme damit nicht gleich wieder gezogen wird.
 

Sandra007

Super Knochen
naja du beschreibt ja dass er eh weg vom zug geht wenn du stehenbkeibst oder? ich würds mal probieren mit ständigen richtungswechseln sodass er sich auch ein bissl mehr an dir orientiert. also du gehst - er zieht in eine richtung- du drehst dich um und gehst in die andere. wenn du jedesmal wenn er zieht ein paar schritte in die andere richtung gehst erzielst du im prinzip denselben effekt wie beim stehenbleiben. du musst allerdings auch jedesmal ankündigen die richtung zu wechseln also *achtung* und schon drehst du um und gehst in die andre richtung. hat bei mir bis jetzt bei fast allen hunden prima funktioniert. wirst sehen dass er bald automatisch langsamer geht weil er ja nicht wieder von dir überrascht werden will bzw ja auf dich schauen muss damit er nichts verpasst. und dazwischen gibts natürlich leckerlie wenns klaglos funkt.

viel spaß
 

Ronja04

Junior Knochen
Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass es hilft wenn man aus heiterem Himmel mal die richtung wechselt (ohne Bescheid zu sagen). Mal nach rechts, mal nach links oder umdrehen. Und um den Lerneffekt zu bestärken gibt es immer ein gutes Leckerlie wenn er bei dir ist.
Am Anfang würde ich mit einer langen Leine üben. So 5 Meter.
 

JanieB

Profi Knochen
Genauso wie du es beschreibst, ist es uns auch gegangen.
Ich hab fast 2 Jahre die Stop-and-Go Methode versucht und es hat kaum etwas gebracht. Er hat sich zwar nie wirklich mit voller Kraft in die Leine gehängt, ist aber immer vorgelaufen - ich bin stehen geblieben - er hat mich umkreist, ist wieder an meiner linken Seite gestanden und sobald ich einen Schritt gemacht habe, war er wieder vorne...

Seit einem halben Jahr habe ich jetzt folgendes umgestellt:

-> Er hatte immer ein BG und ein HB an, wenn wir gerade Wege gingen, die ihm (noch) nicht zumutbar wären (zu große Ablenkung/Aufregung), zum Beispiel am Weg zur Hundezone, oder wenn ich einfach mal voran kommen wollte oder einfach nicht in Übungsstimmung war, hab ich Iki am BG geführt.
Zum Üben war er dann am Halsband, das er schon vom Hundeplatz kennt und es schon mit Arbeiten verband.
Am HB war ich 100%ig konsequent, sobald sich die Leine ein bisschen spannt, *schnalz* (konditioniertes Geräusch) - Richtungswechsel - loben/Leckerli, oder auch "laaaaaaangsam" - er schaut her, ich hole auf - Leckerli. Sobald einer von uns beiden sehr unkonzentriert ist, wird die Leine wieder umgehängt.
Am BG durfte er auch mal ziehen, ich hab nur darauf geachtet, dass er sich nicht völlig in die Leine hängt.

Der große Vorteil: Ich hatte früher immer das Gefühl, dass einmal unkonzentriert sein uns wieder um Wochen zurückgehaut hat. Hier kann man aber die HB-Phasen langsam ausbauen und wenn man mal ein paar Tage Stress hat, wird das BG genommen, und man verhaut sich dabei nichts.

Mittlerweile sind wir so weit, dass wir einen gesamten gemütlichen Spaziergang am HB (oder neues (!) BG) machen können *stolzbin*.

-> Für eine gewisse Zeit fast ausschließlich Leinenspaziergänge.
Vor lauter schlechtem Gewissen, weil der arme Stadthund ja Freilauf braucht, führte so gut wie jeder Leinenspaziergang zu einer Hundezone oder einem Hundeauslaufgebiet. Iki schnüffelte kaum herum, sondern wollte immer nur weiter, weil er wusste, dass es irgendwo hin geht, wo er schnüffeln, laufen und toben kann.
Wir gehen seit einiger Zeit immer ähnliche Morgen- und Abendrunden (je ca. 1 Stunde) vollständig an der Leine und weil er mittlerweile mitbekommen hat, dass nichts aufregenderes passiert, kann er endlich auch die Gerüche rundherum genießen. Er geht an lockerer Leine, schnüffelt herum und ist viiiel entspannter als früher.
Für einen großen Auslauf, packen wir ihn ins Auto und fahren in den Wienerwald.
Es funktioniert auch schon mal wieder in unsere alte Hundezone zu gehen, auch wenn er dabei oft noch sein alten Zieh-Geschirr anbekommt.

-> Was sonst noch helfen könnte:
An der Leine keinen Hundekontakt, Iki zieht sonst immer zu anderen Hunden hin.
Das Buch "Hilfe, mein Hund zieht" besorgen. ;)

(Boa ist das viel geworden. :eek: Uns hats geholfen, vielleicht funktioniert ja das Eine oder Andere bei dir auch. :))
 

hela

Anfänger Knochen
Ich stimme Janie 100%ig zu!!!

Auch die anderen Beiträge zu deinem Thread sind völlig korrekt, aber das Problem ist, dass man nicht dauernd stehen bleiben bzw. Richtungswechsel machen kann.

Und das Training funktioniert nur, wenn der Hund am Halsband NIE mehr ziehen darf, keinen Millimeter weit und unter gar keinen Umständen!!!

Meistens ist das aber nicht konsequent durchführbar, deshab bringt, meiner Meinung nach, nur der Trick mit dem Brustgeschirr den entscheidenden Erfolg - Brustgeschirr: Ziehen ist erlaubt, Halsband: konsequentestes Training ohne Ausnahmen! Dann noch viele Leckerli, Geduld und ein paar Monate Durchhaltevermögen und dein Problem ist für viele Jahre Geschichte...

LG Hela
 
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