Dolce vita mit Hund …

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Entdeckt habe ich dieses kleine Paradies in einer Modezeitschrift, die ich ansonsten eher selten konsumiere. Es war nur ein kleiner Artikel, in dem eine Redakteurin von dem kleinen Anwesen „Il Caggio“ inmitten der toskanisch-bezaubernden Landschaft um San Gimignano schwärmte. Bis dahin war der 800 Jahre alte Landsitz der beiden Deutschland-Emigranten Lisa und Kurt Schneider wohl wirklich ein Geheimtipp gewesen. Doch nach diesem Miniartikel in Deutschlands populärster Modezeitschrift war es garantiert keiner mehr. Mit Mühe gelang es uns, noch eine Woche im Sommer zu ergattern. Und … es war wirklich traumhaft!

Eleganz und Farben der Toskana
Das Hinfinden ist allerdings nicht ganz so einfach. Kein Schild verrät, wo sich das toskanische Kleinod versteckt hält. Lediglich ein Kilometerstein dient als Anhaltspunkt. Von da führt ein enger, nicht asphaltierter Weg etwa drei Kilometer durch ein bewaldetes Naturschutzgebiet. Plötzlich eine Lichtung, und vor uns – mitten auf einem Hügel – sind wir am Ziel – und begeistert. Die Schneiders vermieten drei Wohneinheiten in einem umgebauten Steinhaus, das in alten Zeiten als Weinlager diente, und eine Wohnung im Haupthaus. Der Umbau der alten Gemäuer wurde mit viel Liebe zur alten Substanz, zielsicherem ästhetischem Gespür und Pfiff durchgeführt. Die drei Wohnungen (die mittlere eingeschossig, die anderen mit Stock) sind lichtdurchflutet durch großzügige Glasfronten an Vordereingang und gegenüberliegender Terrassenseite, trotzdem kühl, geschmackvoll möbliert (teilweise mit antiken Stücken) und mit einer buntgemischten Bibliothek garniert. Hier passt alles zu Eleganz, Strenge und Farben der Toskana: Feldsteingrau, mattes Sonnengelb, mürbes Erdbeerrot.

Sich beduften lassen …
Wer selbst kochen will, findet eine perfekt sortierte moderne Küche vor. Wer lieber faulenzt, hält Siesta auf der rückwärtig gelegenen Terrasse inmitten duftender Kräuterfelder. Ein weiter Blick über sanftgewellte Hügelketten, Zypressen am Horizont, göttliche Ruhe. Ein Glas Wein auf der Terrasse , Oliven, Brot und Pasta. Zwischen Steineichen liegt das Schwimmbecken und dahinter ein Lavendelfeld, das, vom Wind gestreichelt, die Gäste schon zum Frühstück beduftet. Wer will, kann beim Olivenpflücken oder Schweinefüttern helfen. Wer nicht will, genießt vom Pool aus die herrlich flirrende zirpende Landschaft oder wandert eine halbe Stunde durch den Wald zum verlassenen Städtchen Castelvecchio di San Gimignano und läßt sich von den alten Steinen verzaubern.

Angenehme Gastgeber
Lisa und Kurt Schneider, im früheren Leben Ärztin und Sozialpädagoge, angenehme unaufdringliche Gastgeber, betreiben eine Freilandschweinezucht, an der man vorbeifährt, bevor man den Hügel des Herrenhauses erreicht. Sie verkaufen Fleisch und Speck dieser uralten Schweinerasse und Honig, den sie selbst gewinnen. Manchmal laden sie zur Weinverkostung mit einfachen kulinarischen Spezialitäten der Region. Bei Schneiders fühlt sich nur wohl, wer Tiere mag. Insgesamt fünf bis sieben Katzen durchstreifen das Anwesen, und wer die Tür nicht schließt, dem kann es passieren, dass er von einer riesigen Hundeschnauze aus dem Nachmittagsschläfchen geweckt wird. Die gehört einem der beiden gemächlichen Maremmanenschäfermischlinge von Il Caggio. Die beiden, Mutter und Sohn, sind freundliche Riesen, die auch nichts gegen vierbeinige Gäste einzuwenden haben. Deshalb fahren wir heuer wieder hin, diesmal mit unserem weißen Riesen, unserem Schäfer Puppi.



>>> WUFF – INFORMATION


Il Caggio

Lisa und Kurt Schneider
Loc. San Donato 13
I-53037 San Gimignano,
Tel./Fax + 39 (0) 5 77 941 501
Preise: Wohnung für zwei Personen (ebenerdig) 85 Euro pro Tag;
Häuser für zwei bis vier Personen 95 bis 155 Euro pro Tag.

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