Dusty – ein ordentlich Großer…

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Im zarten Alter von sieben Wochen holten wir Dusty, unseren mittlerweile großen Dobermann-Schäfer-Mix aus dem Tierschutzhaus Klosterneuburg. Unsere Tochter wollte damals unbedingt wieder einen Hund und mein Gatte bestand auf einem „ordentlich großen”. Und Dusty wuchs und wuchs. Er erreichte schließlich ca. 77 cm Widerristhöhe. Wir wohnten damals noch in Wien in einer 65 m2 Wohnung. Der Vorteil war, daß unsere Tochter damals auch noch ein Pferd besaß, das in einem sehr hundefreundlichen Reitstall in der näheren Umgebung von Wien untergebracht war. Vom ersten Tag an wurde nun Dusty täglich zum Pferd gefahren. Im Reitstall konnte er sich frei bewegen, wurde von Kindern gehätschelt, lernte den Respekt vor Pferden und konnte auf freien Koppeln nach Herzenslust spielen. Das ging soweit, daß Dusty bei der Anfahrt zum Reitstall, kaum daß er die Strecke erkannte, in den höchsten Tönen zu bellen begann, was dem jeweiligen Fahrer des Wagens (meistens ich, später meine Tochter auch allein) ein hohes Maß an Nervenstärke abverlangte.

Im Wienerwald
Unsere Tochter zog, ihrem Alter entsprechend, von zu Hause aus – und Dusty blieb bei uns. Trotzdem holte unsere Tochter Dusty noch täglich zu seinen Reitstallabenteuern ab. Leider Gottes mußte unser Pferd dann wegen einer schweren Erkrankung eingeschläfert werden und die täglichen Reitstallbesuche waren zu Ende. Nicht aber Dustys Vergnügen! Jeden Tag nahm nun ich Dusty abends zu einem dreistündigen Ausflug in die nähere Umgebung des Reitstalles mit. Ob Sommer oder Winter, bei Sonnenschein und auch bei Dunkelheit, täglich streunten Dusty und ich durch den Wienerwald, wo Dusty nach Herzenslust Ballspielen und Holzerlapportieren durfte. Noch heute muß eine bestimmte Gegend im Wienerwald eine Fundgrube für Schleuderbälle sein, die wir nie wieder fanden.
Im Alter von 15 Monaten entschlossen wir uns, Dusty wegen seiner Hyperaktivität und Nervosität kastrieren zu lassen. Viel ruhiger wurde er allerdings nicht, aber wenigstens schliff er mich nicht mehr wie ein Anhängsel an der Leine jeder läufigen Hündin nach. Mittlerweile ist Dusty sieben Jahre alt und trotz Kastration sehr schlank (42 kg).

Dusty´s Eldorado
Irgendwann wurden die täglichen Ausflüge, vor allem die Anfahrzeit im Stoßverkehr, doch zu anstrengend und wir beschlossen, uns ein Haus mit Garten anzumieten. So landeten wir hier in Wampersdorf: Kleines Haus für zwei Menschen, 1.000 m2 großer Garten für Hund. Von nun an hatte Dusty sein Eldorado! Bei Schönwetter kommt er von sich aus nur zum Schlafen ins Haus. Dusty entwickelte sich zu einem guten Wächter, den selbst die unmittelbaren Nachbarn zu schätzen wissen. Das Grundstück liegt direkt an der Leitha und im Sommer kann Dusty, vom Garten aus herrlich im Wasser plantschen und das Flußbett ausbaggern. Er bringt mit seiner speziellen Tauchtechnik Unmengen an Gestein ans Ufer.

Eine Gefährtin für Dusty
Dusty ist rundherum glücklich. Trotzdem entschlossen sich mein Gatte und ich, noch mehr für unseren Hund zu tun. Er sollte eine Partnerin bekommen, die seine Interessen und Bedürfnisse mit ihm noch besser teilen kann, als wir Menschen je dazu in der Lage sind. Der Zufall half uns, als wir erfuhren, daß zwei junge Terriermischlingshündinnen ausgesetzt aufgefunden wurden. Nun waren sie im Sulzhof in St. Margarethen abzuholen. Wir packten Dusty ins Auto (er sollte sich seine neue Gefährtin selber aussuchen dürfen) und fuhren ins Burgenland. So hielt also Indy bei uns Einzug.

Schlafplatz im Ehebett
Abgesehen davon, daß uns Indy fast eine komplette Wohnzimmereinrichtung ruinierte, bezog sie auch ihren Schlafplatz im Ehebett! Bei ihrer ersten Läufigkeit durchschwammen sämtliche Rüden der Umgebung sogar die Leitha, um ihr näher sein zu können. Da hatte Dusty natürlich Stress, diese Konkurrenten wieder zu vertreiben und Indy gefiel´s. Also Kastration! Mittlerweile ist auch Indy schon zwei Jahre alt und weiterhin schlank!

Hundeglück
Auch Indy liebt das Wasser über alles, sie steigt nicht hinein, nein, sie stürzt sich hinein!  Mit ihrer Terrierfrechheit und ihrem Charme hat sie uns und natürlich auch Dusty um den Finger gewickelt. Sie liegt in seinem großen Korb und er zwängt sich in ihren kleinen, sie stiehlt ihm die besten Leckereien vor der Nase weg und knurrt ihn an, wenn Dusty den Versuch macht, sie zurückzuerobern. Nie aber kam es bei den beiden zu ernsthaften Auseinandersetzungen, denn nur wenn Indy es gar zu bunt treibt, weist sie Dusty zärtlich, aber bestimmt, in die Schranken und Indy unterwirft sich sofort.
Ich kann kaum mit Worten beschreiben, welche Freude es für uns Menschen ist, dieses Hundeglück zu beobachten. Und für dieses Hundeglück nehme ich gerne täglich zwei Stunden Fahrtzeit zum und vom Arbeitsplatz in Kauf. Mit meinem Beitrag möchte ich WUFF-Leser dazu animieren, den armen Hundeseelen in den Tierschutzhäusern ein glückliches Hundeleben zu schenken …

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