Editorial WUFF 1/2017

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Sozial­katalysator Hund

Liebe Leserin, lieber Leser!

Es ist 16 Jahre her, als mir eine Schriftstellerin aus Wien, die Fantasy-Romane für Jugendliche schreibt, in einem Brief ­darüber berichtet hat, wie sich ihr Leben durch einen Hund völlig verändert hat. Mirko, ein 5-jähriger Rüde aus dem ­Tierschutz, war in ihr Leben getreten. 20 Jahre lang ­würde sie nun schon als „Einsiedlerkrebs aus Gewohnheit und durch meine Arbeit als Schriftstellerin isoliert“ in einem Wiener ­„Gemeindebau“ leben. Seit Mirko hätten sich ihre Sozial­kontakte plötzlich verfünffacht, und in einer Woche hätten sie mehr Leute gegrüßt und angesprochen als in den 20 ­Jahren davor. Kinder in der Straßenbahn, alte Damen in der ­Apotheke, Obdachlose im Bahnhof oder vornehme Damen in der Innenstadt.

Sie habe Hundehalter als eine Art verschworene Gemeinschaft kennengelernt, hätte nach kürzester Zeit die „Lebens-, ­Liebes- und Krankengeschichten aller Wuffis der Umgebung und ihre Vorlieben und Abneigungen“ gekannt. Oft Smalltalk, aber manchmal seien auch Lebensgeschichten durchgebrochen, Lebenstragödien gar, die man einem Mit-Hundemenschen selbstverständlich erzählt.

Dass Hunde – wie der eben geschilderte Mirko – als Sozial­katalysatoren wirken, ist bekannt. Man schließt leichter neue Bekanntschaften, und die regelmäßige Bewegung durch das erforderliche Gassigehen hat zudem auch ­nachweislich ­positive gesundheitliche Auswirkungen auf uns. Dass ­Hunde ihre Menschen aber nicht nur aus Abgeschiedenheit und Einsam­keit herausholen können, sondern auch aus ­depressiven ­Verstimmungen, ja, vielleicht sogar aus ­richtigen Depressionen (wenngleich es dazu leider noch kaum Studien gibt), das ist weniger bekannt. Und doch zeigt die „WUFF-­Alltagsgeschichte“ in dieser Ausgabe genau das. Da zieht eine kleine Hündin ihr neues Frauchen aus der Phase der Traurigkeit hin zu Lebensfreude. Und wenn man das liest, schaut man vielleicht seinen eigenen Wuffi wieder einmal mit anderen Augen an.

Ich möchte gleich die Gelegenheit nutzen, Sie an unsere Serie „WUFF-Alltagsgeschichten“ zu erinnern. Überlegen Sie sich doch einmal zunächst für sich selbst, was Ihnen das ­Wichtige, das Besondere an Ihrem vierbeinigen Gefährten ist. Wie sind Sie überhaupt auf den Hund gekommen? Hat er Ihr Leben bereichert und wenn ja, wie oder wodurch? Was hat sich verändert? Und wenn Sie dann Ihre eigene Geschichte an WUFF senden (vergessen Sie auch nicht ein paar Fotos), dann finden Sie sie vielleicht schon bald in WUFF abgedruckt. Sie können alles direkt an mich mailen (mosser@wuff.eu) oder per Post an eine WUFF-Adresse. Also nur zu, ich freue mich darauf!

In meinem Blog auf www.wuff.eu, den Sie ja auch immer in der Printausgabe finden, habe ich nun schon einiges ­darüber erzählt, wie es überhaupt dazu gekommen ist WUFF zu ­gründen, und auch über meine Erlebnisse als Hundehalter. Da ich mehrere äußerst positive Reaktionen dazu erhalten habe, fühle ich mich bestärkt, den Blog weiterzuführen, stehe aber auch jeder Anregung und Kritik offen gegenüber – was im Übrigen für das ganze Magazin gilt. Die Kommunikation mit Ihnen ist mir wirklich wichtig und es gibt kein Mail und keinen Brief, zu dem es keine Antwort von mir gegeben hätte!

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dem neuen Heft!

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Dr. Hans Mosser, WUFF-Herausgeber,
und Bruno, der WUFF-Redaktionshund

Pdf zu diesem Artikel: editorial_0117

 

 

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