Editorial WUFF 2/2019 – Österreich-Ausgabe

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Hundehass in Wien

Liebe Leserin, lieber Leser!

LAbg. Udo Guggenbichler (FPÖ) nennt es »Simas Husch-Pfusch-­Hundetötungsgesetz« – das von der Wiener Stadträtin Sima (SPÖ) initiierte Wiener Tierhaltegesetz, das mit den Stimmen von SPÖ, Grünen und ÖVP beschlossen wurde und am 19. Februar 2019 in Kraft getreten ist. Demnach müssen 3.300 der 55.000 in Wien gemeldeten Hunde im öffentlichen Raum, also im ganzen Wiener Stadtgebiet inklusive Wälder und Grünflächen, sowohl einen Maulkorb tragen als auch ständig angeleint sein. Und zusätzlich gilt für deren Halter eine 0,5 Promille Alkoholgrenze. Diese 3.300 Hunde, die bestimmten Rassen und deren Mischlingen angehören, werden unter der – für meine Augen und Ohren abstoßenden – Bezeichnung »Listenhunde« geführt.

Mögen manche Halter von Hunden, die (derzeit noch) nicht auf Simas Liste stehen, das sogar gutheißen, weil sie mit einigen wenigen schwarzen Schafen – so wie in allen Bereichen der Gesellschaft – schlechte Erfahrungen gemacht haben, so werden sie bald merken, dass das, was Sima erreicht hat, in Wahrheit eine Spaltung der Gesellschaft in Bürgerinnen und Bürger mit und solche ohne Hund ist. Wenn man der Meinung ist, dass Hunde in einer Stadt nichts verloren haben, dann ist Simas Liste und ihr neues Tierhaltegesetz tatsächlich ein erster Schritt zum Endziel einer Verbannung der Hunde aus Wien. Polarisierung der Menschen heißt die Methode. Und das Geniale ist, dass diese gleich zweifach stattfindet: Einerseits aktiviert Simas hochgiftiger sozialer Spaltpilz die hundelose Mehrheitsbevölkerung (zunächst einmal nur) gegen »bestimmte« Hunde und deren Halter, und andererseits führt er auch zu einer Polarisierung innerhalb der Hundehalter – beides eine gesellschaftliche Katastrophe!
Wenn Guggenbichler in einer Presseaussendung zu Simas Gesetz schreibt, dass er nun »zunehmende Konflikte auf Wiens Straßen« erwarte, dann sind diese bereits Realität. Als Präsident des Österr. Hundehalterverbandes (ÖHV; www.hundehalterverband.at) erhalte ich bereits seit Wochen zum Teil verzweifelte Reaktionen vieler Wiener Hundehalter, die bereits die Folgen von Simas Liste spüren. Von grundlosen Anpöbelungen und sogar Handgreiflichkeiten wurde mir berichtet, wobei nicht nur die Halter der »Listenhunde« betroffen sind. Simas Liste hat dem Hundehass in Wien die Bahn gebrochen! Wer jetzt von uns Hundehaltern nicht die Lunte riecht, die durch das Gesetz der Stadträtin gelegt ist, darf sich nicht wundern, was in zehn Jahren mit Hunden in Wien los sein wird. Und die Lunte verläuft nicht nur in Wien …

Jetzt gilt es zusammenzuhalten! Und für die Wiener: vielleicht auch bei der Entscheidung bei den nächsten Wiener Gemeinderatswahlen an die Zukunft der Vierbeiner in Wien zu denken und daran, dass wir es nicht zulassen, dass unsere hundelosen Mitbürger gegen uns aufgehetzt werden, und schon gar nicht, dass der giftige Spaltpilz unter uns Hundehaltern wirksam werden kann.

Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Dr. Hans Mosser, WUFF-Herausgeber
und WUFF-Redaktionshund Pauli

Pdf zu diesem Artikel: editorial_0219_A

 

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